2 Überraschungssieger und ein erwarteter Dominator

Letzten Samstag fanden in den eStudios die Finalspiele der Prefire League in Rocket League, Hearthstone und CS:GO statt. In den beiden letzteren wurde gleichzeitig auch der Schweizer Meister gekürt.

Die Zuschauer trauten ihren Augen nicht. Träumen sie oder ist das wirklich Realität? Überrollt team above den Favoriten Berzerk wirklich gerade so, oder sind die Namen vertauscht?

Nein, es war real. Die Aussenseiter von team above dominierten den CS:GO-Final nach Belieben. Es war der unerwartete Abschluss eines intensiven Esport-Tages.

(Event-Video von Samuel „Digmo“ Pomarolli)

Dominantes Aeriality

Alles Begann mit einem klaren Favoritensieg in Rocket League. Aeriality dominierte das Bo7 gegen arctic.progressive nach Belieben.

Der Captain von arctic Strobey gab dann auch nach dem Spiel zu, dass sie ab Spielbeginn dauernd unter Druck standen und ihnen auch die Nerven einen Strich durch die Rechnung machten.

In unserem Vorschau-Podcast hatte Kradian, Captain von Aeriality, selbst überzogen gesagt, dass für ihn alles andere als ein klarer Sieg überraschend käme. Er sollte Recht behalten.

Hearthstone-Titel in die Romandie

Im zweiten Spiel des Tages kam es zum Aufeinandertreffen von Dark und Ross um den Hearthstone-Titel. Es war aber nicht nur das Duell zweier Kontrahenten, sondern auch das Duell Deutschschweiz gegen Romandie oder Organisation gegen Einzelspieler.

Schon bei den Decklists war interessant, dass Ross auf sein geliebtes Hunter-Deck verzichtete. Es sollte sich aber auszahlen.

Der Romand konnte schon zu Beginn der Partie gut Druck aufbauen und hatte auch RNG auf seiner Seite. Einzig im dritten Spiel musste er eine Niederlage einstecken.

Insgesamt ein solides Duell der beiden, wobei aber insbesondere Dark einige Misplays zu verzeichnen hatte und auch mindestens einmal den Todesstoss (Lethal) verpasste.

Totaler Aussenseiter

Ross hatte sich in der Qualifikation gerade noch den 16. und letzten Platz in der SK1 geschnappt, dann aber eine solide Saison gezeigt und in den Playoffs zwar einen langen Weg durchs Loser’s Bracket gehen müssen, aber dann doch die Finalqualifikation geschafft.

Sein Genfer Trainingsparter “TheRabbin” von Servette Geneva eSports hat ihn genau richtig vorbereitet. Somit geht der Schweizer Meistertitel in die Romandie. (Interview auf Französisch)

above überstrahlt alle

In CS:GO standen sich Berzerk und team above gegenüber. Alle erwarteten einen Sieg von Berzerk, da sie die ganze Saison dominiert haben und auch an der IeSF-WM starke Leistungen gezeigt haben. Aber selten war Murphy’s Law so deutlich zu sehen, wie in diesem Duell.

Berzerk begann die erste Map als Terroristen. Und schon nach kurzer Zeit lagen sie 6:2 hinten – beim Seitenwechsel dann 10:5. Als CTs kamen sie auf 12:8 heran, aber kurz darauf stand es 1:0 für team above mit einem klaren 15:8.

Von da an gings für Berzerk nur noch bergab. Tolles Team-Play, solide Frags und gute Nerven brachten team above das klare 3:0. Sie konnten fast alle Duelle für sich entscheiden, fanden häufig die entscheidenden Frags und hatten die Nerven auch mal zuzuwarten.

Berzerk hingegen fand nie zu ihrem Spiel und hatte fortwährend Mühe mit der Eco. Mit dieser dicken Überraschung konnte sich team above zum Schweizer Meister krönen.

Public oder Private Viewing?

Während der Duelle in den eStudios fand im eParadise ein Public Viewing statt. Jedoch zeigte sich rasch, dass das Publikum nicht zu den Frühaufstehern gehört. Denn für das Rocket-League Duell um 11.00 Uhr fanden sich neben dem Autor nur noch zwei Organisatoren im eParadise ein. Es war also mehr ein Private statt Public Viewing. Auch während Hearthstone reichten zwei Hände, um alle Anwesenden zu zählen. Erst für CS:GO durfte dann von “Public” gesprochen werden mit rund zwei Dutzend Zuschauern.

Stream unterbricht Werbespot

Alle Spiele wurden auf Twitch gestreamt inkl. Castern und anschliessenden Interviews. Und viel Werbung für den Hauptsponsor. Wohl jeder, der den Stream gesehen hat, kann die Werbung 1:1 nachstellen.

Die Caster konnten durchs Band mit viel Fachwissen brillieren, es fehlte teilweise aber an Emotionen. Dies lag u.a. auch daran, dass alles auf Englisch kommentiert wurde, was nicht der Muttersprache entspricht.

Aber auch so kam rüber, dass der Tag mit einem erwarteten Sieg begann, in Hearthstone eine kleine Überraschung erlebete und in CS:GO mit einer Sensation endete.

mm

Reto Canova

Moderator & Content Marketing

Reto berichtet passioniert und stets gut gelaunt - sowohl auf Deutsch als auch auf Französisch - über aktuelle Geschehnisse in der Schweizer eSports-Szene. Als Gaming-Enthusiast der ersten Stunde und selbst kompetitiver Spieler befragt er eSports-Persönlichkeiten zu Strategien, analysiert Spielzüge oder bekämpft andere Tryhards online. In letzter Zeit trifft man ihn des Öfteren auch auf Twitch an.

Mehr von Reto Canova
News melden
Follow Us
Stay in the game!

Abonniere jetzt unseren Newsletter

Follow Us
eSports.ch