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Activision Blizzard: laufen die Spieler davon?

Der Skandal bei Activision Blizzard zieht weitere Kreise: Akten werden zerstört, Logos gelöscht und auch die Spielerzahlen scheinen zu sinken.

Die Folgen der Beschwerde des California Department of Fair Housing and Employment (DEFH), über die wir bereits berichtet haben, werden Activision Blizzard noch lange belasten. Neben abspringenden Overwatch-Sponsoren und Klagen von Aktionären, ebben die Folgen des Skandals auch nach einem Monat noch nicht ab.

Allen voran: die Klage wird erweitert. Der Publisher habe sich nämlich in die Ermittlungen eingemischt. Angestellte der Personalabteilung wurden scheinbar dazu aufgefordert, Dokumente zu zerstören oder den Ermittlern vorzuenthalten. Ausserdem wurden Mitarbeiter aufgefordert, mit einer externen Anwaltskanzlei zu sprechen, bevor sie von den Ermittlern kontaktiert wurden.

Die Klage hat aber auch direkte Einflüsse auf die Games. Neben der kürzlich angekündigten Namensänderung in Overwatch, versuchen Activision auch ihren Namen vom Marketing von Call of Duty: Vanguard zu entfernen. Einigen Fans ist aufgefallen, wie im Vergleich zu alten Trailern das Logo des Publishers fast nirgends zu sehen ist. Ausserdem erscheint im Reveal-Trailer nur „Call of Duty presents“, anstatt wie bisher „Activision presents“. Activision sagte dazu, die Entfernung des Logos sei ein „kreativer Entschluss, um den Fokus auf Call of Duty zu behalten“.

Massenflucht aus WoW

Der Zusammenhang mit dem Skandal ist aber offensichtlich. Auch, weil scheinbar die Spielerzahlen darunter leiden. Diese hatten sich bereits vor dem Skandal teilweise massiv verschlechtert: Anfang Monat hatte der Publisher bei einer Telefonkonferenz zu den Finanzergebnissen enthüllt, dass Blizzard fast die Hälfte seiner Spieler verloren hat.

Seit 2017 ist die Zahl der aktiven Spieler von rund 46 Millionen auf 26 Millionen geschrumpft. Und es wird nicht besser: gemäss Berechnungen von Youtuber Bellular hatte die letzte World of Warcraft-Erweiterung, Shadowlands, zwar einen guten Start hingelegt, inzwischen seien die meisten aber wieder abgesprungen. Gemäss Bellular liegt die Spielerzahl unter zwei Millionen. Viele Spieler sind inzwischen zu Final Fantasy 14 abgewandert. 

Klar bleibt, dass uns dieser Skandal noch lange beschäftigen wird. Blizzard Activision hat zwar noch einige Titel wie Diablo 4 und Overwatch 2 im Köcher. Und Call of Duty ist jedes Jahr das meistverkaufte Game in den USA – wird dies aber auch dieses Jahr der Fall sein? Oder werden sich noch mehr Fans abwenden?

Federico Gagliano

Online- Redaktor

Es war ein Nintendo 64 unter dem Weihnachtsbaum, der seine lebenslange Liebe zu Videospielen entfachte. Seitdem beschäftigt sich Federico mit allem, was mit Games zu tun hat. Nur die gelegentliche Jagd nach Playstation-Trophies lenkt ihn dabei ab.

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