Activision Blizzard Skandal: So reagiert die Community auf die Anklage

Activision Blizzard wurde diese Woche von einer kalifornischen Behörde angeklagt, aufgrund mehrerer Vorfälle sexueller Belästigung. Die Community reagiert prompt.

Nach zwei Jahren Untersuchungen veröffentlichte das „California Department of Fair Employment and Housing“ eine Anklageschrift gegen Activision Blizzard, die Entwickler von unter anderem Starcraft, World of Warcraft und Hearthstone. Darin wird angeklagt, dass das Unternehmen eine toxische Unternehmenskultur habe, geprägt von sexueller Belästigung und Diskriminierung gegenüber weiblichen Angestellten.

Darin lassen sich Beispiele finden wie das durchführen von „Cube Crawls“, bei denen sich männliche Mitarbeiter stark betrinken und danach ihre Mitarbeiterinnen sexuell anpöbeln. Genauso habe man durch die Untersuchung herausgefunden, dass weiblichen Angestellten bei Activision Blizzard vielfach Beförderungen zurückgehalten werden.

Zugespitzt habe sich dieses schreckliche Arbeitsklima in einem Vorfall während eines Geschäftsausflugs, als sich eine Angestellte das Leben nahm, da sie von ihrem Vorgesetzten dermassen sexuell belästigt wurde. Unter anderem seien Nacktfotos von ihr von besagtem Vorgesetzten während eines Weihnachtsessens intern herumgereicht worden.

Obwohl intern mehrfach Beschwerden eingereicht wurden, habe man bei Blizzard nicht entsprechend gehandelt.

WoW-Community streikt

Content Creator verschiedener Blizzard-Spiele reagieren sofort auf die abscheulichen Vorwürfe.

In World of Warcraft wurden aus Protest Sit-Ins veranstaltet von Spielern, deren Accounts noch Spielzeit hat – die also Sub-locked sind. Erneuern werden viele ihre Spielzeit aufgrund der Vorwürfe nicht mehr teilen sie mit.

Während den Sit-Ins tauschen sich die Spieler untereinander aus über die Vorwürfe gegen den Spieltentwickler. Für viele sei der Entscheid nicht leicht, dem Spiel den Rücken zuzukehren, da mit World of Warcraft auch die Gilden und Communitys aufgebaut wurden, die nun zerschlagen werden könnten. Andere nutzen diese Sit-Ins um auf Charitys aufmerksam zu machen.

Hearthstone-Creator veröffentlichen Karten-Preview nicht

Im Bereich Hearthstone würden momentan über Content Creator Karten des neuen Sets „United in Stormwind“ vorgestellt werden. Das hat sich in der Vergangenheit schon etabliert. Die Symbiose zwischen Blizzard Activision und Content Creatorn hat die Anklageschrift nun aber stark beschädigt.

Twitch-Streamerin Alliestrasza gab auf ihrem Twitter bekannt, dass sie die ihr zugewiesenen Karten aufgrund der Geschehnisse nicht vorstellen wird. in einem Video führt sie ihren Entscheid weiter aus.

Content Creator und Streamer werfen diese Vorwürfe in eine heikle Situation. Zum einen ist es für viele „das Richtige“, die Zusammenarbeit mit Blizzard sofort zu beenden oder zumindest zu unterbrechen. Auf der anderen Seite können es sich viele nicht leisten von heute auf Morgen den Games – und somit auch der Community – den Rücken zu kehren. Denn viele von ihnen haben ihre Existenz und ihre Fanbase aufgrund eines bestimmten Spiels aufgebaut.

Streamer Asmongold geht auf diese Punkte in einem Video genauer ein. Darin erwähnt er auch weitere hässliche Seiten der Vorkommnisse. „Fans“ der Blizzard-Games und Mitglieder der jeweiligen Communitys belästigen nun vereinzelte Blizzard-Angestellte aufs Gröbste und legen genau ein solches Verhalten an den Tag, für welches Activision Blizzard angeklagt wird. Er verurteilt solches Verhalten und bittet seine Anhängerschaft davon abzusehen sich so zu verhalten. Asmongold gehört zu den wichtigsten Figuren im Universum der Blizzard Content Creatorn. In letzter Zeit hat er sich jedoch vermehrt anderen Spielen gewidmet – vor allem Final Fantasy 14.

Activision Blizzard weist Vorwürfe zurück

„Die vom California Department of Fair Employment and Housing beschriebenen Arbeitsverhältnisse entsprechen nicht dem heutigen Arbeitsklima von Blizzard“, teilt die angeklagte Firma mit. Man schätze Diversität und arbeite stetig daran einen inklusiven Arbeitsplatz für alle zu bieten. Man sei nicht informiert worden, welche Umstände genau vom Department untersucht würden und habe sich stets kooperativ gezeigt. Man nehme die Vorwürfe bei Blizzard sehr ernst und würde entsprechend handeln. Bei den Vorwürfen bezüglich Fehlverhalten habe man sofort eingegriffen.

Nathan Leuenberger

Projektleiter & Redaktionsleiter

Schon mit dem ersten Gameboy, den er von seinem Vater "auslieh", begann Nathans Faszination für die Welt der Polygone, Bits und Pixel. Noch heute sind Games seine grösste Leidenschaft und haben mit der Entwicklung im Bereich eSports eine völlig neue Bedeutung bekommen.

Mehr von Nathan Leuenberger
News melden
Follow Us
Stay in the game!

Abonniere jetzt unseren Newsletter

Follow Us
eSports.ch