Bobby Kotick

Activision Blizzard: Bobby Kotick gerät unter Druck

Activision Blizzard kommt nicht aus den negativen Schlagzeilen. Jetzt schiessen sogar Xbox und PlayStation gegen das Unternehmen und Bobby Kotick.

Der Fisch stinkt vom Kopf, heisst es so schön. Das scheint bei Activision Blizzard nun wirklich der Fall zu sein: CEO Bobby Kotick gerät nun wegen eines Wall Street Journal Artikels in die Kritik. Er habe nicht nur die Zustände in seinem Unternehmen gekannt, sondern auch aktiv die Übeltäter beschützt – und sogar er selbst habe eine Assistentin belästigt und ihr mit Tod gedroht. Kotick, seit 2008 Chef von Activision Blizzard, nannte die Vorwürfe „unzutreffend“ und „irreführend“. Die Investoren stellen in einer Stellungnahme sich mehrheitlich hinter Kotick – obwohl die Aktie seit dem Skandal immer weiter abstürzt.

Doch jetzt sprechen auch Microsoft und Sony über den Skandal: Xbox-Chef Phil Spencer sei „bestürzt und zutiefst beunruhigt über die schrecklichen Ereignisse und Handlungen“, berichtet Bloomberg. Er habe seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informiert, dass dieses Verhalten keinen Platz in der Branche habe. Auch Playstation-Chef Jim Ryan habe nach dem Wall Street Artikel nach Erklärungen gefragt. Er habe wolle wissen, wie Activision auf die Vorwürfe reagieren will. Dass sich die beiden Giganten so äussern, vergrössert sich der Druck auf Kotick sehr, meint auch Bloomberg-Journalist Jason Schreier:

Petition sammelt über 1300 Unterschriften

Auch intern kriselt es immer weiter: 1337 von den rund 10’000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Activision Blizzard Koticks Rücktritt. »Wir, die Unterzeichner, haben kein Vertrauen mehr in die Führung von Bobby Kotick als CEO«, heisst es in einer Online-Petition, die jeweils samt Angabe des Namens und der Position unterzeichnet wurde, wie der Spiegel berichtet.

Inzwischen ist auch klar, wieso Jen Oneal, die zur Co-Chefin von Blizzard befördert worden war, inzwischen wieder gekündigt hat. Sie bekam weniger Lohn als ihr männlicher Co-Chef Mike Ybarra. Und sie ist auch selbst schon im Unternehmen sexuell belästigt worden.

Wie soll es weitergehen mit Activision Blizzard? Die Verkäufe von CoD: Vanguard liegen unter den Erwartungen. In Grossbritannien liegen die Verkaufszahlen um rund 40 Prozent unter dem letzten CoD, Cold War. Die Spieler laufen seit August davon, die grossen Titel kommen frühestens im nächsten Jahr. Ein neuer CEO könnte der Firma zum Neustart verhelfen – momentan sitzt Bobby Kotick aber noch fest im Sattel.

Federico Gagliano

Online- Redaktor

Es war ein Nintendo 64 unter dem Weihnachtsbaum, der seine lebenslange Liebe zu Videospielen entfachte. Seitdem beschäftigt sich Federico mit allem, was mit Games zu tun hat. Nur die gelegentliche Jagd nach Playstation-Trophies lenkt ihn dabei ab.

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