Boycott Blizzard: So ging es weiter

Letzte Woche erst kam es während der Liveübertragung des Siegerinterviews mit Hearthstone Grandmaster-Spieler Blitzchung zum Eklat. Wir berichteten. Nun sind ein paar Tage vergangen und Blizzard hat sein Urteil überdacht. Zumindest ein bisschen. Auch Blitzchung hat sich zu Wort gemeldet.

Die Strafe für das politische Statement aus Blitzchungs Mund war hart. 1 Jahr wurde der eSportler von Hearthstone-Turnieren gebannt, das gesamte Preisgeld 2019 wieder eingezogen. Die Caster wurden sogar lebenslänglich gebannt. Darauf gingen viele weitere Spieler und sogar Mitarbeiter von Blizzard auf die Barrikaden, #BoycottBlizzard wurde ins Leben gerufen.

Aus wirtschaftlichen Gründen war der Entscheid von Blizzard vielleicht nachvollziehbar, die Härte der Strafe stand in den Augen vieler aber in keinem Masse dazu. Selbst Blizzard scheint nach ein paar Nächten zu diesem Entschluss gekommen zu sein, denn nach fünf Tagen veröffentlichte J. Allen Brack, Präsident von Blizzard Entertainment, ein offizielles Statement. Darin erklärt er, wie wichtig ihnen ihre Werte und ihre Mission seien. Auch das Blizzard-Motto „Every Voice Matters“ unterstrich er mit Nachdruck. Nur sei der offizielle Turnier-Stream der falsche Ort für politische Statements, da dort jeder willkommen sei und die Spiele geniessen soll. Dafür seien auch die Caster angestellt, um Hype um das Spiel zu generieren und allenfalls die Aufmerksamkeit zurück auf das Game zu lenken.

Blizzard lockert die Strafen

Blizzard räumt ein, dass sie zu voreilig reagiert hätten und die Konsequenzen nicht adäquat seien. Da Blitzchung während des Turniers fair gespielt habe, bekäme er sein Preisgeld ausgezahlt. Allerdings gehöre die Zeit vor und nach dem Match, sprich auch Interviews, ebenfalls zum Fairplay, weswegen der 1-Jahres-Bann nicht gänzlich aufgehoben, aber immerhin um die Hälfte auf sechs Monate reduziert wurde. Der lebenslange Bann der Caster wurde ebenfalls auf sechs Monate reduziert.

Am Ende bedankte sich Brack für die Geduld der Community. Blizzard würde immer zuhören, um sich zu verbessern. Das ganze Statement könnt ihr hier nachlesen.

Viele User empfanden dieses Statement als scheinheilig und riefen auf Reddit und Twitter zu weiteren Protesten auf.

Und was sagt Blitzchung dazu?

Der Hearthstone-Profi meldete sich kurz darauf selber via Twitter. Er wusste, dass sein Handeln Konsequenzen haben würde. Das erwähnte er auch bereits vor dem Bann gegenüber der Presse. Er sei sich bewusst gewesen, dass er damit die Aufmerksamkeit vom Turnier weglenken würde. Er sei künftig aber vorsichtiger und würde seine persönlichen Meinungen auf seinen privaten Kanälen teilen.

Blitzchung zeigt sich dankbar über die Reduzierung seiner Strafen. Schon sechs Monate wäre aber eine sehr lange Zeit für ihn, gebannt zu sein. Ob er nach Ablauf der Sperre weiterhin an Hearthstone-Turnieren teilnehmen wird, könne er zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. Er werde die kommenden Monate nutzen, sich darüber Gedanken zu machen.

1’000-Jahre-Bann wegen Solidarität zu Blitzchung

Ganz so glimpflich wie Blitzchung kamen hingegen nicht alle aus der BoycottBlizzard-Geschichte heraus. Im offiziellen Hearthstone-Forum postete User „Daros“ einen Imgur-Link zu einem Meme, das während dem Eklat entstanden ist, mit dem Satz „By the way… Liberate Hong Kong“. User „Yega“ wirft in einem Text-Post Blizzard die Zensur von Blitzchung vor. Beide erhielten im Handumdrehen eine tausendjährige Sperre. Vielleicht können sie nach Ablauf der Sperre dann zumindest Warcraft 4 und Starcraft 3 spielen.

Was haltet ihr von Blizzards Massnahmen gegenüber der Community? Zu hart? Gerechtfertigt?

mm

Stefanie Holenweg

Moderatorin & Social Media Managerin

Als Stefanie Holenweg zu ihrem 10. Geburtstag eine N64 mit dem Spiel Zelda – Ocarina of Time geschenkt bekam, besiegelte dies ihr Schicksal in der Welt des Gaming. Ihre beiden Leidenschaften, Bloggen und Zocken vereint sie nun seit Anfang 2017 in ihrem Job als Moderatorin bei esports.ch.

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