Call of Duty: Vanguard macht mich glücklich

Der neuste Teil der jährlich erscheinenden Call of Duty-Reihe ist da und kommt gut an. Auch mich reisst er wieder mit.

Call of Duty hat es nicht einfach. In „Gamerkreisen“ wird es oft als Non-Gamer-Spiel abgstempelt, zusammen mit FIFA und anderen jährlich erscheinenden Reihen. Klar, Activision Blizzard veröffentlicht als Publisher jedes Jahr ein neues Call of Duty, entwickelt wird es jedoch immer von einem der vier Studios, die für Call of Duty verantwortlich sind. So erscheint seit über 15 Jahren pünktlich zur Weihnachtszeit eine neue Ausgabe.

Infinity Ward, Treyarch, Sledgehammer Games und Raven Software wechseln sich dabei ab, so dass jedes Jahr eine frische Vision der Spielreihe veröffentlicht wird. Wobei frisch, da scheiden sich die Geister. Denn dieses Jahr hat Call of Duty erneut einen WW2-Shooter veröffentlicht. Ein klassisches Setting im CoD-Universum, in dem schon die ersten drei Spiele gross geworden sind.

Und wie jedes Jahr versucht man die neue Kampagne als „unglaubliche Experience“ zu verkaufen, wobei eigentlichen allen klar ist, dass man die Kampagne genauso gut auslassen könnte. Denn bei Call of Duty geht es um den Multiplayer Modus.

Nostalgie Overload

Mit dem Call of Duty-Multiplayer verbinde ich ganz spezifische Erinnerungen: Modern Warfare, Split Screen, Freunde, Energy Drinks und labbrige Pizza. Die ersten Modern Warfares – erschienen 2007 und 2009 – waren zentraler Bestandteil vieler Nachmittage und Wochenenden mit Freunden. Zu viert sassen wir vor dem, im Vergleich zu heute, ziemlich kleinen Fernseher und versuchten uns dabei gegenseitig mit unserer K/DA zu übertrumpfen. Wirklich gut war ich nie, denn da ich das Spiel selbst nie besass, konnte ich zu Hause auch nicht „trainieren“. Egal, denn die gemeinsame Zeit stand im Vordergrund.

Mit dieser Erinnerung bin ich bei weitem nicht alleine, das Internet ist voll mit nostalgischen Erinnerungen wie meinen. Youtube war früher gefüllt mit Modern Warfare Highlight-Videos, die für viele heute grosse Youtuber den Startpunkt ihrer Karriere bildeten.

Zusammen mit meiner „unbeschwerten Jugend“ verschwand Call of Duty auch aus meinem aktiven Gamerleben. Bis heute.

Vanguard holt mich zurück

Dieses Jahr ist anders. Inzwischen ist der Markt so geflutet mit Shooterangeboten, die alle viel Zeit und Aufmerksamkeit wollen. Eine lockere Runde Valorant zum Beispiel ist schwierig, denn macht man einen Fehler ist man raus und muss bis zur nächsten Runde warten. Genauso bei CS:GO. Oder Battle Royale-Spiele: Ein dummer Moment in Apex Legends und es heisst zurück in die Lobby, der ganze Progress des Matches weg. Da ist Call of Duty anders.

Obwohl der Multiplayer verschiedene Modi bietet, ist das Ziel doch oftmals das gleiche. Rennen, Schiessen, Gewinnen. Wer stirbt, wird innert Sekunden wiederbelebt und macht weiter. Ausser beim Modus Search and Destroy, der natürlich sofort aus der Schnellspiel-Liste gefiltert wurde.

Call of Duty verlangt nicht viel vom Spieler, ausser dass man Spass am Gameplay hat. In jeder Runde werden neue Waffen und Aufsätze freigeschaltet, die man sofort ausprobieren will und kann. Verschiedene Loadouts können angepasst und individualisiert werden. Es ist egal was meine Teamkollegen spielen, darauf muss ich nicht eingehen. Hauptsache Rennen, Schiessen, Gewinnen.

Stunden verstreichen und am Wochenende hätte ich knapp ein paar Termine verpasst, denn „nur noch eine Runde“ muss schon drin liegen. Gespielt wird auf Konsole mit Gamepad, alles andere wäre falsch.

Der CoD-Virus

Und so schnell passiert es. Freunde sehen in meiner Playstation-Aktivität, dass ich CoD spiele und übers Wochenende sind wir nun schon eine kleine Gruppe, die zusammen spielen können. Dank Crossplay total gemischt: PC, PS4 und PS5 können alle zusammen spielen, XBox auch, aber die besitzt in meinem Umfeld niemand.

Vanguard ist nach Black Ops Cold War das zweite Spiel, das parallel zu Warzone stattfindet. Ab der nächsten Season wird es möglich sein, über beide Modi Fortschritte zu erzielen und Inhalte freizuschalten. Ein geschickter Schachzug, denn so zieht es mich nun doch noch in das CoD-Battle Royale, das ich bis jetzt noch nicht angerührt habe. Fokus wird aber wohl der klassische Multiplayer-Modus bleiben. Und die Kampagne? Die ist schnurzpiepegal.

Call of Duty Vanguard hat mich zurück. Ob es die nächstjährige Ausgabe ebenfalls schafft, werden wir sehen. Jetzt muss ich erstmal einen Splitscreen-Nachmittag organisieren, denn Vanguard bietet diesen Modus ebenfalls. Etwas, das vielen anderen Shootern heutzutage fehlt. Wie so vieles, was CoD ausmacht.

Spielt ihr das neue Call of Duty ebenfalls? Sagt uns doch in den Kommentaren, wie es euch gefällt!

Nathan Leuenberger

Projektleiter & Redaktionsleiter

Schon mit dem ersten Gameboy, den er von seinem Vater "auslieh", begann Nathans Faszination für die Welt der Polygone, Bits und Pixel. Noch heute sind Games seine grösste Leidenschaft und haben mit der Entwicklung im Bereich eSports eine völlig neue Bedeutung bekommen.

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