Champions: Das bisher grösste Valorant-Turnier startet

Die erste Season Valorant eSports neigt sich dem Ende zu. Am 1. Dezember startet das Valorant Champions-Turnier, das den ersten Weltmeister krönen wird.

Es ist tatsächlich schon über ein Jahr her, seit Valorant begann den eSports-Bereich aufzumischen. Inzwischen gibt es viele neue Valorant-Profis und solche, die von CS:GO und anderen Shootern rüber gewechselt sind. Valorant hat sich einigermassen etabliert, kann laut Dexerto monatlich 12 Millionen Spieler aufweisen.

Damit weist es zwar mehr monatliche Spieler als Overwatch auf, aber bei weitem nicht so viele wie League of Legends, das Riot Games Aushängeschild. Trotzdem zeigt Riot Games starken Support für das Spiel und fing schon früh damit an Turniere zu organisieren, rief bald darauf die Valorant Champions Tour ins Leben, deren erste Season nun am Valorant Champions ihren Abschluss findet.

Aber: „Es startete extrem holprig“, meint unser Valorant-Experte Vincent „Zescht“ Talmon-Gros. Er schrieb im vergangenen Jahr nicht nur Artikel zum Valorantgeschehen für uns, sondern ist inzwischen auch Teil des internationalen Casterteams im Valorant eSports. Zu Beginn gab es kaum Open Qualifier Streams, die Qualität wirkte eher durchschnittlich und Teams sowie Zuschauer seien nicht zufrieden gewesen, so Zescht. „Mit der Zeit haben sich die verschiedenen Produktionsfirmen der verschiedenen Regionen, sowie Riot, dem Feedback gewidmet und vieles richtig gemacht.“ Heute gibt es viel mehr Coverage, einen expliziten Female Circuit und sehr viel Content aus dem Valorant-Universum. „Eins macht VALORANT richtig, das ist Storytelling.“

Wie bei League of Legends setzt Riot nun auch bei Valorant verstärkt auf Animationen und Musik. Für das Champions-Turnier wurde ein spezieller Videoclip angefertigt:

Das sind die Titelanwärter

So konnten wir die Entstehung einer komplett neuen eSports-Szene mitverfolgen, mit frischen Gesichtern und Teams. Einige haben sich inzwischen schon wieder aus dem Zirkus verabschiedet, andere konnten sich etablieren. Ab dem 1. Dezember treffen in Berlin die 16 besten Teams der ersten Season nun aufeinander. Sie konnten sich durch Circuit Points, Major-Gewinne und „Last Chance-Qualifier“ für den Champions-Event qualifizieren. Im Preispool warten 1 Mio. Dollar, wer schon nur am Start ist, hat 20’000 Dollar auf sicher.

Da es sich um das erste Turnier seiner handelt, ist es nun auch extrem schwer vorauszusagen, welche Teams richtig gut performen werden. Zescht wagt es trotzdem: „Meine Top4 sind Liquid, Envy, Cloud 9 und Gambit.“ Liquid kann mit dem ehemaligen CS:GO-Spieler Nivera eine beeindruckende Siegesserie hinlegen. Seit September haben sie kein einziges offizielles Spiel verloren. Envy und Cloud9 sind spielerisch auf hohem Niveau mit dabei und „über Gambit müssen wir nicht viel reden, sie haben Masters vergleichsweise stabil gewonnen, müssen aber schauen, dass sie nochmal ihre mentale Seite in Griff kriegen“, schätzt Zescht die Teams ein.

Teams aus Nordamerika und der EMEA-Region sind allgemein stärker als andere Teilnehmer. Entsprechend wird dem Rest auch eine gewisse „Underdog-Rolle“ zugewiesen. Vor diesem Hintergrund könnte es spannend sein, das koreanische Team Vision Strikers während des Turniers zu verfolgen. Sie sind in den letzten Turnieren stabil aufgetreten und zeigten gute Teamarbeit. Zescht glaubt jedenfalls, dass uns ein spannendes Turnier bevorsteht: „Allgemein denke ich, dass Champions die Karten nochmals neu mischen wird.“

Zukunft von Valorant

Nach dem Champions-Turnier geht es dann gleich weiter in das zweite Jahr Valorant. Da heisst es sich zu behaupten und vor allem aus dem CS:GO-Schatten zu treten. Der Vergleich zwischen den beiden Spielen liegt noch zu sehr auf der Hand, aber mit jedem neuen Agent und jeder neuen, kleinen Revolution macht Valorant einen kleinen Schritt aus diesem grossen Schatten. Zescht: „Insgesamt muss jetzt die Geschichte geschrieben werden, die Feder mit Tinte muss aufs Papier.“

Noch weiss man nicht genau, was Riot Games für nächstes Jahr plant. So wie man die Entwickler kennt, werden sie jedoch nicht zu lange auf sich warten lassen, bald neue Inhalte und Turniere anzukündigen. Zescht ist jedenfalls zuversichtlich: „Ich glaube man hat viel richtig gemacht und wird viel richtig machen. In 5 Jahren wird der 16-jährige Lausbub der einen Shooter anfangen will kaum sagen: „Freunde, lasst uns mal CS:GO“ anfangen.“

Und bei einem ist sich der Valorant-Experte sicher: „VALORANT ist die Zukunft von competitive FPS.“

Valorant Champions startet am 1. Dezember und dauert bis am 12. Dezember. Der Event findet offline in Berlin statt, ihr könnt ihn aber via Twitch zu Hause mitverfolgen. Werdet ihr reinschauen?

Nathan Leuenberger

Projektleiter

Schon mit dem ersten Gameboy, den er von seinem Vater "auslieh", begann Nathans Faszination für die Welt der Polygone, Bits und Pixel. Noch heute sind Games seine grösste Leidenschaft und haben mit der Entwicklung im Bereich eSports eine völlig neue Bedeutung bekommen.

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