CS:GO-Pro mit 13!? – eSports.ch #StoryoftheWeek

In Brasilien ist ein 13-jähriger Junge CS:GO-Pro. Obwohl das Spiel eigentlich ab 16 ist. Wir haben zwei Psychologen gefragt, was sie dazu sagen und inwiefern dies Auswirkungen auf die Psyche des Jungen haben könnte. Die Ergebnisse überraschen.

Mit 13 Jahren schon eSports-Profi sein, das klingt nach einem wahr gewordenen Traum. Für einen Jungen in Brasilien ist dieser Traum auch tatsächlich wahr geworden: Seit Juli spielt er offiziell im Lineup des CS:GO-Teams BOOM Esports. Bei einigen mögen hier bereits die Alarmglocken klingeln. Denn die USK schlägt für CS:GO ein Mindestalter von 16 Jahren vor, die PEGI sogar 18 Jahre. Dies aufgrund der Spielinhalte: Terroristen kämpfen mit Waffen gegen Anti-Terroristen, es werden Bomben gelegt, Molotovs geworfen und es spritzt Blut. Esports-Kenner allerdings wissen, dass es bei dem Spiel um die Strategie und das Teamwork geht. Die vermeintliche Gewalt steht gar nicht wirklich im Vordergrund.

Wir haben uns trotzdem an zwei Psychologen gewandt und sie um ein Statement gebeten. Was macht ein solches Spiel mit der Psyche eines 13-jährigen? Hat das Auswirkungen?

Was sagen Psychologen dazu?

Florian Brühlmann ist Leiter des Forschungsschwerpunktes Mensch-Maschine Interaktion. Er forscht in den Bereichen Player und User Experience. Das sind Teilbereiche der interdisziplinären Wissenschaft Human-Computer Interaction. Er sagt zwar, es sei „moralisch nicht über alle Zweifel ein Kind für dieses Spiel zu engagieren“, erklärt aber auch, dass die Beweise, Spiele mit Gewaltinhalten, wie eben CS:GO, negative Auswirkungen auf SpielerInnen haben, sehr umstritten ist. Er stelle sich eher die Frage, ab wann eine Frühförderung überhaupt beginnen und worin sie sich vom klassischen Sport unterscheiden soll. (Das komplette Statement findet ihr im Video.)

Joe Kossowksi ist Experte in der klinischen Kinder- und Jugendpsychologie. Er ist assisierdender Pofessor an der  Harvard Medical School und doziert an der Universität Basel. In seinem Statement erwähnt er Studien, die vor dem Zusammenhang von gewalttätigen Videospielen und aggressivem Verhalten warnen. Allerdings sagen neuere Studien, dass es wenig wissenschaftliche Beweise für den Zusammenhang zwischen Gewaltspielen und Gewalt in der realen Welt gäbe. Auswirkungen können auch durch Persönlichkeitsfaktoren sowie durch Umweltfaktoren wie das familiäre Umfeld beeinflusst und teilweise erklärt werden. (Das komplette Statement findet ihr ebenfalls im Video.)

Besserer Jugendschutz in der Schweiz

Letzten Freitag, am 11. September 2020, hat der Bundesrat in einer Medienmitteilung einen Entwurf für ein neues Gesetz vorgestellt. Gemäss diesem sollen Minderjährige künftig besser vor ungeeigneten Medieninhalten geschützt werden, beispielsweise durch schweizweit einheitlich geregelte Alterskennzeichnungen und -kontrollen. Da es sich dabei erst um einen Entwurf handelt, sind noch viele Fragen offen. Wir werden euch aber auf dem Laufenden halten.

mm

Stefanie Holenweg

Moderatorin & Social Media Managerin

Als Stefanie Holenweg zu ihrem 10. Geburtstag eine N64 mit dem Spiel Zelda – Ocarina of Time geschenkt bekam, besiegelte dies ihr Schicksal in der Welt des Gaming. Ihre beiden Leidenschaften, Bloggen und Zocken vereint sie nun seit Anfang 2017 in ihrem Job als Moderatorin bei esports.ch.

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