Rigon

CS:GO: rigoN auf dem Weg zur Legende

Die Schweiz ist international nicht bekannt dafür, eine Menge an CS:GO-Profis zu produzieren. rigoN gehört da zur Ausnahme.

„Gibt es einen anderen CS:GO-Profi aus der Schweiz?“, fragte vor ein paar Tagen Flatron „juanflatroo“ Halimi auf HLTV. Eine berechtigte Frage, denn die einzige Antwort darauf wäre Mathieu „Maniac“ Quiquerez. Und dessen Primetime ist nun auch schon einige Jahre her.

Nein, juanflatroo hat Recht: Rigon „rigoN“ Gashi ist der einzige, wirklich erfolgreiche Counter-Strike Spieler, den die Schweiz zurzeit vorweisen kann.

Flatron und Rigon spielen beide seit Februar 2022 im damals frisch gegründeten Team Bad News Eagles, ein kosovarisches CS:GO-Team. Innert nur zwei Monaten schafften sie es aus den osteuropäischen Regionalligen auf die grosse internationale Bühne. Denn vergangenes Wochenende ist ihnen der grosse Coup gelungen.

Im regionalen Rankingturnier der Organisatoren PGL spielten sie sich in die Top 8. Das wiederum garantiert ihnen einen Platz am nächsten Major-Turnier in Antwerpen, das im Mai stattfinden wird.

Von der Neugründung eines Teams zu einem Major-Turnier in zwei Monaten, wie schafft man das?

Kurz geblinzelt, neues Team

An dieser Stelle muss man ehrlich sein: Das Team Bad News Eagles besteht in dieser Form eigentlich schon länger. Denn rigoN und seine Teamkollegen waren zuvor allesamt bei Team BLINK unter Vertrag, einem albanisch-kosovarischen Team. Schon damals waren sie als das „Albanian Dreamteam“ bekannt. Innert zwei Wochen verliessen jedoch Anfang 2022 alle Spieler und Coach Klesti „stikle-“ Kola Team BLINK. Dies ging dann nahtlos in die Gründung des nun bestehenden Teams Bad News Eagles über.

Durch den Open Qualifier spielten sie sich in das Qualifying-Turnier von PGL und schafften dort die sensationelle Qualifikation für das Major. Damit schafft es nicht nur rigoN an sein erstes Major-Turnier. Nein, Bad News Eagles sind das erste albanisch-kosovarische Team der CS:GO-Geschichte, das es an einen solchen Event geschafft hat.

Erkämpfter Erfolg

Innert den wenigen Jahren, in denen Rigon Gashi nun aktiv als CS:GO-Profi unterwegs ist, spielte er jährlich unter neuer Flagge. Seine internationale Karriere begann er im September 2017, als er zum deutschen Team DIVIZON stiess. Der grösste Schritt war danach der Wechsel zur grossen eSports-Organisation Team Secret Ende 2019. Was auf dem Papier so glänzend erschien, sollte jedoch nicht von langer Dauer sein.

Bereits zwei Monate nachdem er Team Secret beigetreten ist, wurde er auf die Bank versetzt, drei Monate danach verliess er das Team wieder. Dort spielte er zum ersten Mal mit seinen heutigen Teamkollegen juanflatroo und sinnopsyy. Für rigoN folgte ein kurzer Abstecher bei c0ntact Gaming, der auch nicht länger ein paar Monate dauert. Im August 2021 fand er sich bei seinen heutigen Teamkollegen im Team BLINK wieder.

Zugegeben, der Weg ist verwirrend und vor allem inkonsistent. Bis jetzt blieb Gashi nie länger als ein paar wenige Monate bei einem Team im Roster. Obwohl sich der Name seines heutigen Teams geändert hat, sind die vergangenen sechs Monate das, was man noch am ehesten als Konsistenz bezeichnen könnte.

Mit dieser Zusammenstellung scheint der 22-jährige Schweiz-Kosovare nun dort angekommen zu sein, wo er hinwollte. Auch das Mindset sei ein ganz anderes, erzählte rigoN im HLTV-Interview: „Sobald ich das Spiel aufstarte ist es nicht mehr ‚oh ich muss zur Arbeit und mit diesen anderen Typen spielen.‘ Wir sind auch ausserhalb des Spiels Freunde, man kann fast sagen wir sind Brüder.“

„Es ist das albanische Blut“

Rigon „rigoN“ Gashi ist der einzige Schweizer CS:GO-Spieler auf diesem Level. Sein Durchhaltevermögen, sein Talent und der Glaube daran, irgendwann doch das richtige Team zu finden, hat ihn dahin geführt, wo er heute ist.

Für seinen Teamkollegen juanflatroo gibt es jedoch noch einen weiteren, entscheidenden Faktor: „Was ihn ausmacht ist sein albanisches Blut. Er dreht durch wenn wir gewinnen, er tilted, ist wütend – er ist ein typischer Albaner. Wenn er nur Schweizer wäre, wäre seine Reaktion ‚oh OK, nice, wir gehen in die nächste Runde.‘ Er wäre nicht der Typ, der er ist. Es ist das albanische Blut, das ihn zu dem gemacht hat, was er heute ist.“

Und doch gibt es einen feinen Unterschied zwischen rigoN und seinen Teamkollegen: Er trägt noch immer sein Schweizerkreuz auf dem Teamshirt.

rigoN und sein Team Bad News Eagles spielen bereits ab dem 9. Mai in der Challengers Stage des PGL Major Antwerp 22. Dort können sie sich für die darauffolgende Legends Stage qualifizieren, wenn sie in die Top 8 kommen. Falls sie das schaffen, spielen sie am Wochenende vom 19. – 22. Mai in der Champions Stage.

Quelle Headerbild: HLTV.org

Nathan Leuenberger

Projektleiter

Schon mit dem ersten Gameboy, den er von seinem Vater "auslieh", begann Nathans Faszination für die Welt der Polygone, Bits und Pixel. Noch heute sind Games seine grösste Leidenschaft und haben mit der Entwicklung im Bereich eSports eine völlig neue Bedeutung bekommen.

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