Das mögliche EU-Comeback für Dota 2?

Seit Beginn der Quarantäne tummelt sich Valve’s Moba-Hit Dota 2 wieder in der oberen Hälfte der Twitch Charts und auch seit der Akündigung des hauseigenen Ligasystems scheint einer der ältesten eSport-Titel langsam wieder Fahrt aufzunehmen.

Updates zu Dota 2 folgen noch immer in regelmässigen Abständen, das Spiel ist für sein gutes Balancing und seine Schwierigkeit bekannt. Mit dem Einstellen der Join-Dota-League wurde jedoch dem Grossteil der Grassroot-Community und Semi-Profis die Möglichkeit genommen, sich in Europa mit anderen Dota-Jüngern zu messen. Die angekündigte Season 6 der Austrian Community Ladder lässt für Schweizer nun wieder Hoffnung aufkommen.

Content war noch nie ein Problem der amerikanischen Spieleschmiede Valve, gut zu sehen an einem aktuellen Titel wie Half-Life: Alyx. Was der Dota-Community allerdings im Moment fehlt sind Turniere! Und zwar nicht welche, bei denen man um Millionen spielen, sondern solche, an denen auch der berufstätige Teilzeitstudent teilnehmen kann. Die Austrian Community Ladder könnte sich also zum fixen Treffpunkt für alle deutschsprachigen Dota-Teams entwickeln, welche gaaanz früher über die ESL und später über die Join-Dota-League zueinander fanden. Allerdings findet man in der ACL eben Mal auch einen Namen wie Max „qojqva“ Bröcker, Profi-Spieler für Team Liquid – ja, das richtige ‚The International Winner‘ Team Liquid – oder Maurice „KheZu“ Gutmann, neben qojqva auch ein absoluter Star der Szene und ebenfalls TI-Teilnehmer.

 

Mit 103’000$ und 193’000$ Earnings gehören qojqva (links) und KheZu (rechts) zu den 10 bestverdienenden Esportlern in Deutschland.

Schweizer mischen mit!

Seit dem Ausbruch von COVID-19 scheint Dota wieder vermehrt Anklang zu finden; beobachtbar an den ansteigenden Spielerzahlen auf Steam und fast täglich findet sich auf Twitch ein gestreamtes Turnier. Vom Thronhalter League of Legends ist man jedoch noch weit entfernt, auf jeden Fall was Twitch und Ligafrequenz angeht. Während RIOT mit ihrer freshly new designed League Championship Series die internationale Moba-Szene in Aufruhr versetzt, verliess sich Valve mit Dota 2 die letzten Jahre zu oft auf ihr Mega-Turnier ‚The International‚ und vernachlässigte kleinere, lokale Turniere oder Qualifier. Schön zu sehen, dass sich die Community nun der Grassroot und Semi-Pro Szene annimmt, bis Valve ihr Liga-System komplett etabliert und outrolled hat.

Auch ein Schweizer Team wagt die Teilnahme in der Dota-Liga aus Österreich: mYinsanity! Captain David ‚davy‘ Morf betrachtet die Situation jedoch relativ nüchtern: „Man muss halt sehen, dass sich die Schweizer Dota Szene in den letzten Jahren quasi im Tiefschlaf befand. Lange Zeit hat es an Trainingspartnern oder Turnieren gemangelt, bei welchen wir als Schweizer Team hätten mitmachen können und realistische Chancen auf einen Gewinn gehabt hätten. Daher werden wir auf jeden Fall unser Bestes geben, gegen die grossen Teams wird es aber sehr schwierig.“

Und da, meine Freunde, merkt man dem alten Hasen die Erfahrung an: Kein junger Esportler hätte solch eine Aussage mit dieser Leichtigkeit und Entspanntheit von sich gegeben.

Schauen wir wies kommt 😉

 

mm

Reto Canova

Moderator & Content Marketing

Reto berichtet passioniert und stets gut gelaunt - sowohl auf Deutsch als auch auf Französisch - über aktuelle Geschehnisse in der Schweizer eSports-Szene. Als Gaming-Enthusiast der ersten Stunde und selbst kompetitiver Spieler befragt er eSports-Persönlichkeiten zu Strategien, analysiert Spielzüge oder bekämpft andere Tryhards online. In letzter Zeit trifft man ihn des Öfteren auch auf Twitch an.

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