Den ganzen Tag zocken und dafür bezahlt werden – wie geht das?

Im Finale der Red Bull Itemania standen sich die internationalen Profi-Teams LDLC und Mysterious Monkeys gegenüber. Was unterscheidet die FullTime Pros von unseren Schweizern?

Schweizer LoL Fans hatten sich den 9.12 mit einem dicken roten Edding im Kalender markiert. An diesem Tag stand ein grosser Tag für die Schweizer LoL-Szene an. Hoher Besuch kam ins Verkehrshaus Luzern: Das bekannte französische Team LDLC und die deutsche ex-LCS Orga Mysterious Monkey reisten in unser schönes Land, um in einem einzigartigen Spielmodus gegen unsere beiden Schweizer Teams mYinsanity und SPG anzutreten.

Levelunterschiede

Schon nach dem ersten Spiel war klar, dass sich die ausländischen Gäste spielerisch doch auf einem höheren Niveau bewegten als ihre Schweizer Pendants. Ein überlegenes Positioning, eine ruhigere Spielweise und ein starkes Zusammenspiel trieb unseren Schweizern den Schweiss auf die Stirn.

Doch woher kommt dieser Vorsprung? Ist es nur das regelmässige Training? Kann investierte Zeit natürliches Talent übertreffen? Wir haben uns mit den beiden Pro-Teams unterhalten und einige Unterschiede zu unserer aktuellen Schweizer Gaming-Kultur festgestellt.

Müssen Pros denn nur zocken?

Gerade gesprächig sind die Profis nicht, ich muss viele Fragen stellen, um brauchbare Antworten zu kriegen, da muss noch etwas Medienschulung her. Schliesslich gehört zum ProGamer sein nicht nur Zocken sondern eben auch Dinge wie ein Interview zu geben. Im Zocken brauchts aber definitiv keine Nachhilfe!

Voraussetzung für erfolgreiches Spielen ist ein geplanter Tagesablauf und selbstverständlich intensives Training. Und davon kriegen sowohl die LDLC wie auch die MM Spieler sicherlich genug.

Eat, Sleep, League of Legends, Repeat

Ein gewöhnlicher Tagesablauf sieht Morgenessen vor, eventuell gefolgt von sportlichen Aktivitäten (die sind freiwillig), bevor es dann ans SoloQue Training geht. SoloQue ist das Spielen alleine, ohne seine Teammates sondern mit ‘Randoms’ aus den Weiten des Summoners Rift.

Nach dem Mittagessen folgt die erste Einheit Teamtraining, es werden LineUps geübt, Strategien erforscht, neue Champs ausprobiert und viel besprochen. Dieser Punkt ist mir besonders aufgefallen, es herrscht eine rege Kommunikation zwischen den einzelnen Teammates. Situationen und Item-Builds werden diskutiert, so wie andere Menschen über das Wetter oder den letzten Kinofilm reden.

Am Abend dann die zweite Teamsession, da gibt’s auch mal den einen oder anderen Scrim, Ligaspiel oder Cup. Nach dem Training noch eine letzte Teamsitzung, Feedback und ein paar strenge Worte vom Coach zum gut Nacht. Gegessen und übernachtet wird im teameigenen Gaming-House, die Planung für den nächsten Tag steht auch schon.

A New Dawn

Um ehrlich zu sein: der morgige Tagesablauf wird keine grossen Unterschiede zum heutigen vorweisen. LoL Profi wird man nunmal durch zielstrebiges Training und dem richtigen Mindset. So verwundert es auch nicht, dass kein Spieler über einen Glücksbringer oder Ähnliches verfügt; eine Tastatur, eine Maus, ein Headset und die flinken Finger reichen.

Auch wenn man sie nach einem Glückstotem fragt, kriegt man einstimmig dieselbe Antwort:
“Ich brauche keinen Glücksbringer, ich habe meinen Skill. Ich komme um zu performen. Falls es nicht klappt, wird geübt und das nächste Mal wirds besser gemacht.”

Way to go Switzerland!

mm

Reto Canova

Moderator & Content Marketing

Reto berichtet passioniert und stets gut gelaunt - sowohl auf Deutsch als auch auf Französisch - über aktuelle Geschehnisse in der Schweizer eSports-Szene. Als Gaming-Enthusiast der ersten Stunde und selbst kompetitiver Spieler befragt er eSports-Persönlichkeiten zu Strategien, analysiert Spielzüge oder bekämpft andere Tryhards online. In letzter Zeit trifft man ihn des Öfteren auch auf Twitch an.

Mehr von Reto Canova
News melden
Newsletter Sign-Up
Follow Us
Stay in the game!

Abonniere jetzt unseren Newsletter

Follow Us
eSports.ch