Overwatch League Fans 2019

Die Teams der Overwatch League wollen ihr Geld zurück

Die Teams der Overwatch League haben die Schnauze voll. Nach vielen Jahren mit hohen Kosten und enttäuschenden Einnahmen fordern sie wirtschaftliche Unterstützung von Blizzard.

Verschiedene Teams aus der Overwatch League haben sich gemeinsam an eine Anwaltskanzlei aus England gewandt. Die Anwaltskanzlei Sheridans konzentriert sich auf die Themen Medien und Technologie und hat bereits einige Fälle im traditionellen Sport und im eSport behandelt.

Das Ziel dieser Diskussionen ist es, dass die Teams von Blizzard finanziell unterstützt werden. Denn es steckt unglaublich viel Geld in der OWL. Jedes Franchise hat in den letzten sechs Jahren zwischen 7.5 bis 10 Millionen US-Dollar für ihren Slot in der Liga ausgegeben. Dazu kommen minimum 1 Million US-Dollar laufende Kosten dazu, um ihr Team auf dem benötigten Level zu halten. Das eine oder andere Team hat also mehr als 16 Millionen Dollar für eine Liga ausgegeben, die seit langer Zeit schwache Zuschauerzahlen zeigt und weit weg davon ist, sich jemals finanziell zu lohnen.

Die kollektive Massnahme kommt nicht als Überraschung. Die Diskussionen laufen bereits seit Jahren. Aufgrund der Pandemie hat sich die Struktur der Overwatch League seit 2020 grundlegend verändert.

OverActive Media, der Besitzer von Toronto Defiant, soll beim Aufsetzen der kollektiven Massnahme eine zentrale Rolle gespielt haben. OverActive Media besitzt neben dem Team in der Overwatch League auch die MAD Lions aus der europäischen League of Legends-Liga LEC.

Franchise-Ligen versprechen Grosses

Die laufenden Kosten für die Overwatch League sind im Vergleich zu anderen eSports-Ligen leicht unterdurchschnittlich. Dafür sind die Kosten für einen Franchise-Slot umso höher. Die 12 Teams, die seit Season 1 mit dabei sind, zahlten dafür über einen längeren Zeitraum eine Summe von 20 Millionen US-Dollar an Blizzard. Teams, die erst in der zweiten Season dazugestossen sind, haben noch mehr gezahlt. Gemäss Berichten von Jacob Wolf zwischen 27 und 35 Millionen.

Aufgrund der finanziellen Folgen der Pandemie zeigte sich Activision Blizzard 2020 grosszügig: Die Schulden aller Teams wurden auf 16 Millionen reduziert. Mittlerweile haben sich die Schulden aller Teams auf ungefähr 6 Millionen reduziert.

Die laufenden Kosten sind jedoch immer noch ziemlich hoch. Ein weiteres Problem ist das Ausbleiben von Einnahmen seitens der Overwatch League. Auf der offiziellen Website werden keine Sponsoren gezeigt und auch ein Exclusive-Deal mit einer Videoplattform fehlt, seit der Deal mit YouTube diesen Herbst ausgelaufen ist.

Auch sonst sieht es an der Sponsorenfront alles andere als rosig aus. Blizzard wurde im August 2021 aufgrund von mehreren Vorfällen sexueller Belästigung angeklagt. Bekannte Brands wie Pringles, State Farm und Coca-Cola haben auf die negativen Schlagzeilen reagiert und ihre Sponsorendeals terminiert.

Bei der Overwatch League sieht es schlechter aus, als bei vielen anderen, aber auch bei den anderen Ligen fehlt Geld. Dieses Problem wird als “eSport-Winter” bezeichnet. Nach einem starken Start kämpfen viele Teams damit, langfristig profitabel zu sein. Das führt in vielen Fällen zu Entlassungen und Rückbau der Infrastruktur.

Das ist vor allem problematisch in Ligen, die auf Franchises aufbauen. Darunter fallen neben der Overwatch League auch die Call of Duty League und die League of Legends-Ligen LEC und LCS. Oftmals machen die Publisher, in diesem Fall Blizzard und Riot Games, grosse Versprechen in Sachen Profitabilität und Zuschauerzahlen, die nicht immer eingehalten werden können.

Können sich die Ligen erholen und die Versprechen einlösen oder platzt bald die grosse eSports-Bubble?

 

mm

Severin Stillhard

Online-Redaktor

Angefangen hat die Gamer-Karriere mit Pokémon Rubin. Mittlerweile hat er wohl jeden relevanten kompetitiven Titel ausprobiert aber leider nur mässig Erfolg gehabt. Ist jetzt auch nicht mehr so wichtig, da er nun auf eSports.ch seine Begeisterung für Games mit Menschen teilen kann und man dabei nur gewinnen kann.

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