Dota Dragon's Blood

Dota: Dragon’s Blood – die ersten Eindrücke sind da

Netflix investiert weiter in die Umsetzung von Fantasy-Games für ihren Streamingservice: Nach Castlevania und Witcher ist nun auch ein Dota-Anime Teil der Bibliothek. Wir haben einen Blick reingeworfen.

Die Fans waren bereits über die News erfreut: Im Februar überraschten Netflix und Valve alle mit der Ankündigung eines Dota 2-Animes. Rund einen Monat später ist es bereits hier: Die acht Folgen der ersten Staffel sind seit Donnerstagabend verfügbar. Erzählt wird die Geschichte des Drachenritters Davion und der Prinzessin Mirana, die in allerlei Abenteuer verwickelt werden.

Die Produktion kann sich sehen lassen: hinter dem Anime steckt das südkoreanische Studio Mir, welche vor allem durch Legend of Korra bereits auf sich aufmerksam gemacht haben. Unter den englischen Voice Actors sind einige bekannte Namen. Die Hauptrolle als Davion übernimmt Yuri Lowenthal, der neben zahlreichen Videospielrollen erst kürzlich als Peter Parker in Sonys Spider-Man-Game zu hören war. Mirana wird von Lara Pulver gespielt, die in der BBC-Sherlock-Serie als Irene Adler zu sehen war. Und Tony Todd, Hauptrolle im Kulthorrorfilm Candyman, übernimmt die Rolle eines Drachen.

Kritiker weniger überzeugt

Scheinbar haben Valve und Netflix also keine Kosten gescheut, um die Dota-Welt zu erweitern. Sogar der schwedische DJ Basshunter wurde aus seinem Keller geholt, um seinen Dota-Banger wiederzubeleben:

Doch reicht das alles, um das üppige Lore aus Dota 2 zu den Massen zu bringen? Die ersten Reviews sind durchzogen: Zwar loben Seiten wie Polygon die Treue zur Vorlage, es fehle aber an einer eigenen Identität. Gemäss Verge zeigt das Anime nicht, was Dota im Vergleich zu allen anderen Fantasy-Geschichten so besonders macht. Auch PC Gamer kritisiert, das Anime sei zu generisch: Ausser einigen netten Actionszenen biete die Handlung zu wenig. Für Neulinge sei der Einstieg ausserdem sehr schwer, denn die Welt von Dota wird nur oberflächlich oder gar nicht erklärt. Auf Rotten Tomatoes sitzt Dota: Dragon’s Blood momentan noch auf einer Note von 71 %. Dafür fallen die ersten Reviews der Nutzer positiv aus: 91 % auf Rotten Tomatoes, 8,9 von 10 Sternen auf IMDB nach rund 2000 Wertungen. Es sind aber erst wenig Reviews da: auf Metacritic ist beispielsweise noch gar keine Note vorhanden.

Und was meinen wir?

Natürlich habe auch ich einen Blick reingeworfen und mir die ersten zwei Folgen angeschaut. Bis jetzt muss ich PC Gamer zustimmen: Dota Dragon’s Blood fühlt sich sehr generisch an – alles, was in den ersten zwei Folgen passiert, hat man schon anderswo gesehen. Davion sieht aus, als hätte man den Default-Character in einem RPG gewählt. Auch die erste Sequenz, bei der Davion einen Drachen erlegt, mich eher an Monster Hunter erinnert. Zugegeben: Als kompletter Dota-Neuling könnte ich sowieso gar nichts aus dem Game erkennen. Aber das Anime hilft mir in keiner Weise – über die Welt erfährt man in ersten zwei Folgen wenig bis gar nichts. Wieso sind Elfen so verhasst? Weshalb sind Lotusblüten wertvoll? Wieso reitet Mirana eine Katze, als wäre sie He-Man? Falls Dragon’s Blood neue Spieler anlocken soll, läuft da hoffentlich in den nächsten Episoden etwas mehr.

Netflix hat sich aber vielleicht auch selber unfreiwillig ein Bein gestellt: Das Castlevania-Anime hat die Messlatte bereits hoch gelegt. Da Dota nun auf ähnlich brutale Szenen setzt, ist es schwer, die beiden nicht vergleichen zu wollen. Klar schneidet da Dota schlechter ab. Aber: Manche Serien brauchen einige Folgen, um ins Rollen zu kommen. Ein paar Folgen schaue ich mir deshalb sicher noch an.

Federico Gagliano

Online- Redaktor

Es war ein Nintendo 64 unter dem Weihnachtsbaum, der seine lebenslange Liebe zu Videospielen entfachte. Seitdem beschäftigt sich Federico mit allem, was mit Games zu tun hat. Nur die gelegentliche Jagd nach Playstation-Trophies lenkt ihn dabei ab.

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