Nach einem Thriller-Finale gegen T1 jubelt DRX über den unerwarteten Triumph bei den LoL Worlds.

DRX‘ Lauf in LoL Worlds: Vom Tabellenletzten zum Weltmeister

San Francisco (dpa) – Es ist eine beispiellose Entwicklung: 2021 hatte DRX die Qualifikation zur League-of-Legends-Weltmeisterschaft krachend verpasst – mit 16 Niederlagen und nur zwei Siegen als Tabellenletzter. Rund ein Jahr später ist das Team nach einem starken 3:2-Erfolg gegen T1 plötzlich Weltmeister.

Dass es eine solche «Cinderella-Story», wie die Kommentatoren den unerwarteten Erfolg mehrfach nannten, zuvor noch nicht gegeben habe, darüber waren sich alle einig. «Es ist die größte Underdog-Story in der Geschichte von League of Legends», sagte Analyst Andrew «Vedius» Day nach dem Spiel im Stream. «Es hat bei den Worlds nie ein so unterschätztes Team gegeben wie DRX.»

LoL-Weltmeister startete in den Play-Ins

Dass dem Team vor dem Turnier keine Chancen auf den Titel ausgerechnet wurden, sei jedoch verständlich gewesen, sagte Vedius.

In den Playoffs der koreanischen Liga hatte DRX abgeschlagen den sechsten Platz belegt, und schaffte es nur über das regionale Quali-Turnier zur WM. Als Konsequenz daraus startete DRX ganz unten in den Play-Ins – und wurde später zum ersten Team überhaupt, dass es von dort ins Finale schaffte.

LoL Worlds: DRX schlägt auch koreanische Favoriten

In der eigenen Gruppe belegte DRX vor dem europäischen Meister Rogue den ersten Platz, stand in der K.o.-Phase aber vor schwierigen Aufgaben. Zwar zeigte sich das Team in immer besserer Verfassung, und schlug im Halbfinale mit Gen.G sogar das auf dem Papier stärkste koreanische Team.

Doch im Finale galt DRX wieder nicht als Favorit – schließlich hatte T1 im Turnier zuvor nur zwei Spiele verloren. «Selbst zu Beginn dieses Tages hat sie keiner als Sieger vorhergesehen. Und das macht den Lauf so besonders», sagte Analystin Emily Rand.

Deft scheiterte sechs Mal im Viertelfinale

Besonders Botlaner Kim «Deft» Hyuk-kyu stand im Vordergrund, der wie auch T1-Star Lee «Faker» Sang-hyeok zu den Veteranen der Szene zählt. Doch während dieser schon drei WM-Titel in der Tasche hatte, sah Defts Bilanz deutlich ernüchternder aus: Sein zuvor bestes Ergebnis, der Halbfinaleinzug mit Samsung Galaxy Blue, lag bereits acht Jahre zurück. Seitdem scheiterte er sechs Mal im Viertelfinale.

Mit dem spektakulären Finalsieg ist Deft an der Spitze angekommen. Auf der Bühne war er zu Tränen gerührt. «Entschuldigung an alle – ich bin zu alt, um so zu weinen», sagte er umringt von tausenden Fans im Interview nach dem Spiel laut einer Übersetzung. «Ich weiß, dass League of Legends mein größtes Talent ist. Ich habe mir gesagt: Wenn ich nicht der beste Spieler werden könnte, würde ich nirgendwo in der Welt erfolgreich sein. Deswegen wollte ich nicht aufgeben.»

Weiterer Weg für Faker und Deft unsicher

Wie es für Deft im nächsten Jahr weitergeht, ist wie auch bei Faker unsicher. Mit 26 Jahren gehören beide zu den älteren Spielern in der Szene, und müssen wie alle männlichen Bürger in Südkorea noch ihren Wehrdienst ableisten.

Während sich die Karriere der beiden daher früher oder später gezwungenermaßen dem Ende zuneigt, steht eines fest: Deft ging in seinem «Last Dance» mit DRX als Weltmeister aus der Arena – ein Titel, dem ihm auch nach der Karriere keiner mehr nehmen wird.

mm

dpa

Deutsche Presse-Agentur

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