Jetzt live!

Esports Camp: „Man muss mit Herzblut dabei sein!“

Anfang August durften 12 ambitionierte Auserwählte von der Klasse 7 – 9 am Esports Summercamp teilnehmen. Ein Blick hinter die Kulissen und wieso meine Hoffnung für den Schweizer Esport wieder entfacht wurde, erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest!  

Gemeinsam mit EURAT und STARK Esports wurde das Projekt des Esports Camps verwirklicht. 12 Jugendliche bekamen im Verlauf der Woche Coachings von eSports-Experten, um sich im Battle Royale Shooter Fortnite zu verbessern. Aber das war natürlich nicht alles.

Die Resultate der Planung lassen sich sehen: Ein Gesamtpaket an Vorträgen, guter Ernährung und Sport kombiniert mit genügend Spiel und Spass über die Woche verteilt. Zwischen den intensiven Gaming Session wurde stets auch auf Pausen geachtet. Auf dem Programm standen auch direkt Fortnite-Turniere, in denen das gelernte angewandt werden konnte.

Den kompletten Schedule seht ihr hier:

Was mich persönlich im Gespräch mit den Jugendlichen extrem erfreute: Bei der Frage was ihnen am meisten geblieben ist, sagte keiner der Befragten «Ich konnte den ganzen Tag zocken», sondern darüber was sie in Vorträgen gelernt haben. Das Wissen, welches ihnen im Esports Camp vermittelt wurde, hat also bei den angehenden eSportlern einen weitaus höheren Stellenwert. Da können sich die Organisatoren also beruhigt sagen: Mission erfüllt.

Die Jugendendlichen erwähnen wichtige «Zonen», in die sie sich während des Spielens hineinversetzen können, in Verbindung mit dem «Tilten» und wie man sich in die «Zone of optimal performance» bringt. Auch das regelmässige frühe Aufstehen wurde geschätzt, auch wenn die meisten nicht denken, dass dies im Alltag umgesetzt werden kann.

Was aber steckt hinter der ganzen Planung und den 12 glücklichen Partizipanten?

Gemeinsam im Gespräch mit Edu «Eduism» Wanner gewann ich Einsicht.

Fotos: Esports Camp Summer Edition

Der Ursprung und das Ziel des Camps

Edu selbst ist Lehrer und leitet immer wieder Klassenlager, wie Ski- oder Sportlager. In solchen Lagern wird oftmals ein Sport trainiert und ein nachhaltiger Umgang damit gelehrt. Dies fehlte gemäss Edu sehr stark im Bereich des eSports. Nach wie vor gilt ein Gamer als Einzelgänger und faul – diese Stereotypen gilt es abzubauen.

Das Ziel ist es von Instituten Unterstützung zu erhalten, wie im Fussball auch, damit Gaming an sozialer Akzeptanz gewinnt und man das Gaming, wie auch im Sport, nachhaltig trainiert und sie somit auch zum Sportler macht. Ein Lager bietet sich da sehr gut an, da die Kids den ganzen Tag da sind.

Fotos: Esports Camp Summer Edition

In Kooperation mit dem Kanton St. Gallen wurde bereits im Sommer 2020 und im Frühling 2021 ein Camp durchgeführt. Dieses war aber von 08.00-17.00 limitiert und glich somit mehr Schulunterricht als einem richtigen Lager inklusive Übernachtung.

Der Unterschied zum Summercamp ist glasklar: Die Schüler sind konstant unter Aufsicht und agieren nach einem gut konzipierten Plan. Die Idee schwelgte 2-3 Jahre in Edu’s Kopf herum, bis er dann mit EURAT und STARK Esports nach 6 Monate langer Planung das Lager durchführen konnte.

Die Hoffnung nach diesem Camp ist es, Aufmerksamkeit der Gesellschaft darauf zu ziehen, damit die Awareness übers Gaming höher wird und man einen klaren Unterschied machen kann zwischen Gaming als Hobby und eSports als möglicher Karrierepfad und somit auch die notwendige Unterstützung Staatlicher Institutionen gewinnen kann.

Was wird die Zukunft bringen? Was waren die Besten Momente des Lagers?

Obwohl soweit noch nichts weiteres in Planung ist, besteht die Hoffnung auf Weiterführungen. Diese sind immer von finanzieller Unterstützung abhängig.

Ausserdem war dies ein Pilotprojekt, um zu sehen was daraus springt, oder springen kann.

Die besten Momente für Edu des Lagers waren für ihn fast unmöglich in Worte zu fassen. Ein grosses Lob ging raus an die Experten die nicht aus Eigenprofit Vorträge hielten, sondern um die Kinder zu unterstützen. Alle Unterstützer und Experten haben rein aus purem Interesse für den Zweck gehandelt und dies habe man sehr gespürt. An dieser Stelle will Edu auch ein herzliches Dankeschön an alle Helfer und Experten äussern.

«So Sachen sind extrem wichtig, es geht nie alleine und man muss mit Herzblut dabei sein.»

Ein letztes Highlight war das gemeinsame Kochen mit den Schülern, was für ein paar das erstes Mal war und eine grossartige Erfahrung, gekoppelt mit dem Ernährungsvortrag.

Fotos: Esports Camp Summer Edition

Outtakes Noonchi:

Es sind Events und Personen wie diese, die meine Passion in den Schweizer eSport wieder blühen lassen. Dieses Camp wurde ohne wirklichen Eigenverdienst durchgeführt mit dem einzigen Gedanken eSports in der Schweiz voranzutreiben und Stereotypen langsam aber sicher abzuschaffen.

Viele in der Szene können sich meiner Meinung nach definitiv eine Scheibe davon abschneiden! Für die Zukunft hoffe ich wirklich, dass Institutionen Personen und Organisationen wie diese anerkennen und die angemessene Unterstützung entgegenbringen.

Im eSports allgemein wäre es wirklich schön, wenn wir alle am gleichen Strang ziehen würden. Wäre es nicht interessant zu sehen, wie viele Hindernisse wir dann überkommen könnten…?

mm

Julia "Noonchi" Ruprecht

Freie Redakteurin

Bereits mit jungen Jahren fand Julia ihre Begeisterung in magischen RPGs auf ihrem Gameboy und Gamecube. Mittlerweile ist sie in die Tiefen des PC-Gamings gefallen und hat sich in der Salzmine des Spiels League of Legends wiedergefunden. Ein starker competitor wurde nun aber das battle royal Warzone. Wenn sie also nicht damit beschäftig ist, an sämtlichen Hindernissen festzustecken, findet man sie für sich ein RPG geniessen, oder mitfiebern an jeglichen Schweizer eSport Events. Als Ausgleich zum Spielen investiert sie viel Zeit in den Content von E-Sport Organisationen, ihr Business Psychology Studium und ihr Sales und Marketing Internship.

Mehr von Julia "Noonchi" Ruprecht
News melden
Follow Us
Stay in the game!

Abonniere jetzt unseren Newsletter

Follow Us
eSports.ch