eSports WM 2018: Schweizer reisen optimistisch nach Taiwan

Am Freitagmorgen wurden in Kaohsiung, Taiwan, die Gruppen für die kommende eSports-WM ausgelost. In knapp einer Woche geht es los und die Schweiz ist mittendrin.

Kurz nach 8.00 Uhr begann in Taiwan die Ziehung für die Gruppenphase der diesjährigen eSports-WM in Kaohsiung. Der Draw fand ohne grosses Tamtam statt, schon fast ein wenig steril. Jedenfalls passte das noch irgendwie zur Morgenstimmung. Am 9. November wird die Weltmeisterschaft starten und die Schweiz wird in allen drei Disziplinen antreten: League of Legends, CS:GO und Tekken 7.

Tekken-Spieler Mathieu „KiraKira“ Nguyen konnte letztes Jahr bereits die Bronze-Medaille mit nach Hause nehmen. Auch dieses Jahr gehört er natürlich wieder zum Aufgebot. Sein Ticket wurde für die Gruppe G gezogen, zusammen mit Österreich, Indien und Russland. Keine schlechte Gruppe, meint unser Bronzejunge: „Es ist weder die beste, noch die schlechteste Gruppe. Darum denke ich, dass ich es wieder aus der Gruppenphase schaffen werde.“ Auf das Duell mit dem Österreicher Zaza freue er sich am meisten, aber es könnte auch das schwierigste werden. „Wir spielen viel miteinander, zudem ist Zaza ein guter Freund von mir. Indien könnte auch knackig werden – vor ein paar Wochen habe ich neues Filmmaterial von ihm gesehen und er hat sich sehr verbessert. Aber ich kann ihn definitiv schlagen, wenn ich gut spiele.“

So sah KiraKira’s Reise letztes Jahr aus:

Optimistisches Schweizer Lager

Los geht es für kirakira am Montagabend, wenn er mit einem Teil der Schweizer Delegation nach Taiwan aufbricht. Obwohl natürlich das Turnier im Fokus steht, freue er sich vor allem darauf seine Tekken-Freunde aus der ganzen Welt wiederzusehen. Das soll ihn nicht davon abhalten wieder erfolgreich in die Schweiz zurückzukehren: „Ich werde mein Bestes geben und versuche noch besser zu sein, als letztes Jahr!“

Auch aus dem League of Legends-Lager klingt es sehr optimistisch: „Das Team hat hart trainiert und wir hoffen, gut performen zu können“, so der Captain des Teams, Luca „Luna“ Santos. „Wir sind sehr gespannt auf die Weltmeisterschaft und stolz die Schweiz vertreten zu dürfen. Und wir werden alles geben um die Konkurrenz platt zu machen!“ Die Chancen, dass die Schweiz gut abschneiden wird stehen gut. Sie wurden in die Gruppe H gezogen, zusammen mit Rumänien und Schweden. Unsere CS-Athleten müssen ebenfalls gegen Rumänien ran und gegen Thailand.

Boris Mayencourt, Präsident der Swiss eSports Federation, ist ebenfalls guter Dinge: „Es sind sehr gute Teams mit dabei, aber ich glaube an unsere Spieler und ich weiss, dass sie alles tun werden um den Pokal nach Hause zu bringen.“

 

Fehlende Publicity

Die eSports-Weltmeisterschaft findet jedes zweite Jahr in einer anderen Stadt statt, 2018 bereits zum zehnten Mal. Trotzdem hat sie noch immer einen ziemlich schweren Stand in der Community. Nicht zuletzt der Fakt, dass inzwischen die Hersteller der grossen Titel gleich selbst eine Weltmeisterschaft durchführen, wirkt sich ein wenig aufs Image aus. So finden dieses Wochenende zum Beispiel gleich die Finals der League of Legends Worlds statt. China und Amerika verzichten zum Beispiel auf die Teilnahme, Südkorea reist nur mit dem B-Team nach Taiwan. Überstar Faker kann man daher an der Weltmeisterschaft nicht erwarten.

Zudem fehlt es der WM an Publicity. Auf Twitter zum Beispiel scheint der Event internatonal nicht gross stattzufinden. Eine kurze Suchanfrage am Freitagmorgen nach „Kaohsiung“ spuckt dabei nichts aus, was mit den World Championsips zu tun hat. Erste Topics: Die Altersmesse „Elder Care Asia 2018“ und Sightseeing in der schönen Stadt. Das sollte tatsächlich das Ziel der „International eSports Federation (IeSF)“ sein: Den Event zu etablieren. Sobald grosse Namen ihren Weg an die World Championships finden, folgt das Publikum und die Aufmerksamkeit automatisch. An Attraktivität gewinnen könnte die Meisterschaft auch durch die richtigen Sponsoren und einem grösseren Preispool; Insgesamt werden 54’000 Dollar über die drei Disziplinen verteilt. 10’000 Dollar gehen an das Land, das insgesamt am besten abgeschnitten hat.

Nichtsdestotrotz freuen wir uns auf die Weltmeisterschaft und die spannenden Begegnungen, die sie mit sich bringt. Und natürlich hoffen wir auf ein paar schöne Medaillen für den nationalen Trophäenschrank. In dem Sinne: Hopp Schwiiz! Allez la Suisse! Forza Svizzera! Go Switzerland!

Nathan Leuenberger

Projektleiter & Redaktionsleiter

Schon mit dem ersten Gameboy, den er von seinem Vater "auslieh", begann Nathans Faszination für die Welt der Polygone, Bits und Pixel. Noch heute sind Games seine grösste Leidenschaft und haben mit der Entwicklung im Bereich eSports eine völlig neue Bedeutung bekommen.

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