Fantasy Basel 2022 zurück in alter Form

Über Auffahrt, vom 26. bis 28. Mai 2022, fand die Fantasy Basel statt. Mit 62’000 Besucher:innen kann die Messe einen neuen Rekord verzeichnen.

Ganz so lange wie normalerweise mussten die Fantasy Basel-Fans nicht warten. Denn die letzte Fantasy fand ja „erst“ im Oktober 2021 statt, jedoch in abgespeckter Form und noch mit Corona-Auflagen. Nun konnte sich die Messe wieder in ihrer vollen Grösse präsentieren. Entsprechend war auch die Vorfreude und das Interesse der Fans: Nach drei Tagen kann die Fantasy Basel einen neuen Besucher:innenrekord vermelden: 62’000 Personen fanden ihren Weg an die Messe Basel.

Vor Ort fanden diese „über 450 Stände auf 70’000 m2“, wie die Fantasy Basel in einer Medienmitteilung schreibt. Damit ist die „Swiss Comic-Con“, wie sich die Fantasy selbst nennt, inzwischen mehr als vier Mal grösser und lockt ein dreifaches an Besucher:innen an, als noch bei der ersten Durchführung 2015. Obwohl grösser, sind Programm und Aussteller inzwischen gut bekannt. Im Vergleich zu 2019, der letzten Pre-Corona-Ausgabe, hat man bei bereits vorhandenem nochmals geschraubt und optimiert, den Fokus nochmals verschärft.

Zu Gaming & eSports

Der Fokus der Fantasy Basel liegt nicht (mehr) auf Gaming & eSports – und das ist auch okay. Trotzdem war dieser Teil der Nerd-Kultur ganz gut vertreten. Vier eSports-Teams waren mit einem eigenen Stand vor Ort: Babos Gaming, March Marmots, Scythe of Seraph und Ovation Esports. Alle drei boten die Möglichkeit mit oder gegen ihre Profis anzutreten. Babos setzte dabei auf Valorant und Hearthstone – Anja und Nathan unterlagen dem Valorant-Team nur knapp mit 5-13 – March Marmots boten unter anderem ein Towerfall Ascension-Turnier und Ovation Esports boten ein Fortnite Beat the Pro.

Bei SOS, die einen gemeinsamen Stand mit der Manabar und World of Games hatten, wollte man eigentlich Counter-Strike anbieten. Jedoch wurde ihnen da vor Ort ein Strich durch die Rechnung gemacht: CS:GO könne nicht gespielt werden. Man kennt es. Lustigerweise scheint diese „Diskussion“ inzwischen für viele Sponsoren und andere Messen kein Problem mehr zu sein, siehe Swisscom und das Herofest, die inzwischen gross auf CS:GO setzen. Auch an anderen Orten an der Fantasy wurden FSK 18-Inhalte ohne Probleme präsentiert – dazu nachher mehr.

So betätigte sich das CS:GO-Team von Scythe of Seraph dann in Osu.

Auch die TCS Esports League war mit einem Stand vertreten, sowie Nintendo, die vor Ort Turniere in Smash Bros, Mario Kart und Just Dance anboten. Von Seiten Nintendo gab es jedoch auch Enttäuschung im eSports.ch-Team: Der heisserwartete Fun-Kicker „Mario Strikers“ wurde am grossflächigen Nintendo-Stand nicht präsentiert. Dafür viel Switch Sports.

Ferner wurde am Brack.ch-Stand live von der Messe gestreamt und von Agon gab es einen sehr witzigen Stand, an dem man sich an drei Bossfights nacheinander versuchen konnte. Wer es schaffte, konnte einen Monitor gewinnen. Zudem wurden auch einige Schweizer Games präsentiert, jedoch muss man hier auch erwähnen, dass diese im Oktober mit einem attraktiveren Stand-Design aufwarteten. Dieses Jahr erinnerten die Booths der Swiss Games eher an Schulprojekte an einem amerikanischen „Science-Fair“, wie man es aus Film und Fernsehen kennt. Eigentlich ja auch thematisch passend.

Cosplay is King?

Zentraler Teil der Fantasy Basel und die dazugehörige Experience sind die vielen Cosplays, welche der Messe ein besonderes Feeling verleihen. Auch dieses Jahr war da keine Ausnahme. Cosplayer:innen waren sehr stark vertreten an der Messe, was wundervoll ist. Das „Cosplay Village“ wiederum wirkte im Vergleich zum Stellenwert der Cosplays fast munzig, der Cosplay Contest auf der Bühne wiederum sehr gewaltig. Es hielt sich also die Balance.

Dieses Jahr auch wieder mit dabei: Cosplay-Star Yaya Han

Mehr Standplatz erhielten dafür Tattoo Artists, die inzwischen sehr stark vertreten sind, sowie der „Japan Corner“. Eine Verpflegungshalle bot verschiedenste kulinarische Köstlichkeiten aus Japan an, direkt angrenzend war die japanische Merchandise-Halle, die Goodies und Fanartikel jeglicher Animes und Games im Angebot hatte. Über Geschmack lässt sich da jedoch definitiv streiten.

Denn nebst den herkömmlichen Figuren haben es nun auch „Dakimakura“ – übergrosse Kissen mit Anime-Prints – dicke an die Fantasy Basel geschafft, genauso die schrecklichen „Ahegao“-Kleider. Ahegao ist ein spezifischer Gesichtsausdruck aus sexuellen Mangas und auch die Prints der Dakimakura reichen von leicht bekleideten Figuren, bis komplett nackte. Auch jüngere Charaktere werden darauf abgebildet.

Hier dann auch das zu rupfende Hühnchen: Während CS:GO nicht direkt auf dem Floor gezeigt werden durfte, war es kein Problem die offensichtlich sexuellen Inhalte in voller Grösse zu präsentieren.

Schatzi, mach mir ein Foto!

Besucher:innen hatten an der Fantasy Basel viele verschiedene Möglichkeiten, ein Erinnerungsbild zu schiessen. Heiss begehrt waren sicherlich der offizielle Thron aus Game of Thrones, der extra eingeflogen wurde, sowie ein Replika von Boba Fetts Thron aus der neuen Disney-Serie.

Bild: Fantasy Basel

Auch waren wieder teils illustre Gäste aus bekannten Nerd-Franchises vor Ort, die nebst Talk-Panels auch für Fotos und Autogramme zur Verfügung standen. Besonders Hervorzuheben sind da Dan Fogler aus den Fantastic Beasts-Filmen, der Game of Thrones-Oberbösewicht Vladimir Furdik, Georgia Hirst aus Vikings und Alfred Enoch aus Harry Potter. Hier zeigt sich, dass die Fantasy Basel langsam an Bedeutung gewinnt und vermehrt bekanntere Gesichter einladen kann.

Ebenfalls wieder mit dabei war der ehemalige Superman-Schauspieler Dean Cain, der als Person nicht gerade unumstritten ist. Muss man jetzt künftig nicht nochmals mit dabei haben.

Bis nächstes Jahr?

Für Besuchende gab es jedenfalls auch dieses Jahr wieder viel zu erleben, alles aufzuzählen würde hier den Rahmen sprengen. Erwähnen muss man auf jeden Fall noch die vielen, verschiedenen Künstler:innen, die ihr Werke präsentierten. Da gab es sehr viel zu entdecken und zu geniessen. Oder auch die grosse Space- und Sci-Fi-Ausstellung, die unter anderem sehr coole Star Wars-Modelle von Raumschiffen präsentierte.

Wer den Weg nach Basel fand, wurde nicht enttäuscht. Die Fantasy Basel verbessert und wächst stetig. Beteiligte sagten während der Messe auch, dass man jetzt langsam da sei, wo man von Beginn an hin wollte. Die Fantasy Basel ist zurzeit die bedeutendste Nerd-Messe der Schweiz, auch wenn die Konkurrenz nicht schläft.

Mit 62’000 Besuchenden darf man sich auch auf dem internationalen Parkett präsentieren. Dass man jedoch der „bedeutendste Event seiner Art in Europa“ sei, wie die Fantasy Basel in einer Medienmitteilung feststellt, ist dann doch schon sehr weit gegriffen und vor allem auch eine sehr unanständige Behauptung. Da gibt es in Europa doch reichlich etabliertere und wichtigere Events dieser Art. Wie zum Beispiel die MCM Comic Con London, die ebenfalls vergangenes Wochenende mit mehr als doppelt so vielen Besuchern statt fand.

Im Oktober wird nun zum ersten Mal die rebrandete Zurich Pop Con – früher Zurich Game Show – durchgeführt von denselben Veranstalter:innen. Die nächste Fantasy Basel findet dann vom 18. – 20. Mai 2023 statt.

 

Nathan Leuenberger

Projektleiter & Redaktionsleiter

Schon mit dem ersten Gameboy, den er von seinem Vater "auslieh", begann Nathans Faszination für die Welt der Polygone, Bits und Pixel. Noch heute sind Games seine grösste Leidenschaft und haben mit der Entwicklung im Bereich eSports eine völlig neue Bedeutung bekommen.

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