Game Awards: Die eSports-Gewinner und eine CS:GO-Überraschung

In der Nacht auf Freitag wurden in Amerika die Game Awards verliehen. Auch eSports kamen dabei nicht zu kurz.

Gleich sieben Awards wurden in verschiedenen Kategorien vergeben, die mit eSports zu tun haben. Die wichtigsten dabei sind wohl die Kategorien „Best Game“, „Best Player“ und „Best Team“. Gewählt wurde die Gewinner zum einen durch Votings der Fans (10%) und einer Fachjury, bestehend aus namhaften Szenevertretern (90%).

Ein Hattrick für Onkel Jeff

In der Kategorie „Best Esports Game“ waren grosse Namen vertreten: CS:GO, Dota 2, Fortnite, Overwatch und League of Legends. Diese Kategorie hat sich in den letzten Jahren nicht gross verändert, neu ist jedoch die Inklusion von Epic Games‘ Überhit Fortnite. Trotz der grossen Beliebtheit und Visibilität im Netz, konnte sich der Newcomer noch nicht durchsetzen.

Nein, schon zum dritten Mal hintereinander durften Jeff Kaplan und sein Overwatch-Team die beliebte Trophäe zurück nach Irvine, Kalifornien nehmen. Während die Overwatch-Szene hierzulande ein wenig zu schwächeln scheint, ist das Spiel international also noch immer ein Riesenhit und sehr beliebt. Nicht zuletzt das Commitment von Blizzard zur Overwatch League, durfte bei dieser Entscheidung sicher geholfen haben.

Gotta Go Fast

„Ich glaube alles, was ich zu sagen habe ist, dass ich schwarz, schwul und ein Furry bin… Und scheinbar der beste eSportler des Jahres!“ Dominique „SonicFox“ McLean hat es geschafft. Das Fighting-Wunderkind heimste letzte Nacht den beliebten Preis ein und konnte sich dabei gegen eine starke Konkurrenz aus verschiedenen Spielen durchsetzen – zum Beispiel LoL-Profi Uzi oder Overwatch-Gott JJonak.

Der mittlerweile 20-jährige McLean hat sich die Ehrung redlich verdient. In den letzten Jahren konnte er sich bei den grössten Turnieren immer an der Spitze platzieren und gewann dieses Jahr nicht nur das Fighting-Turnier EVO, in Dragonball Fighterz, sondern auch gleich noch die Injustice 2 Pro Series. SonicFox liess es sich natürlich auch nicht nehmen im kompletten Fursuit auf der Bühne den Preis entgegenzunehmen und eine herzerwärmende Dankesrede zu halten.

Wie auf Wolke 9

Cloud9 ist eine Erfolgsgeschichte schlechthin. Vor knapp 5 Jahren kaufte der damalige Team SoloMid-Manager Jack Etienne ein junges Team mit viel Potential für 15’000 Dollar. Ab dann ging es nur noch aufwärts für das Team – wenn nicht sportlich, dann menschlich. Inzwischen hat das amerikanische Team Fans auf der ganzen Welt. Was als League of Legends Team begonnen hat, ist nun eine Organisation, die Rosters in 12 Games beinhaltet. Das LoL-Team ist und bleibt jedoch immer noch das Herz des Erfolgs.

Kein Wunder also, dass das Cloud9 LoL-Roster nun schon zum dritten Mal in Folge den Award für „Best eSports Team“ in Empfang nehmen durfte. Dabei setzten sie sich gegen Astralis (CS:GO), Fnatic (LoL), OG (Dota 2) und das Schwesterteam London Spitfire (Overwatch) durch.

Zudem wurde ein hübsches Video gezeigt:

Valve überrascht mit „Danger Zone“

Während an den Game Awards die besten Games und Spieler 2018 geehrt wurden, hatte Valve andere Pläne. Solche, die die Zukunft eines der wichtigsten eSports-Titel grundlegend verändern könnte.

Seit letzter Nacht ist Counter Strike: Global Offensive gratis. Ja, die 15 Franken kann man sich künftig sparen – oder in einen „Premium“-Status investieren. Wer das Spiel schon gekauft hat, ist jetzt auch automatisch Premiumspieler.

Zudem veröffentlichte Valve auch gleich noch eine eigene Version des beliebten Battle Royale-Modus, den sie „Danger Zone“ nennen.

Im Gegensatz zu Fortnite und Konsorten, treten hier jedoch nicht hundert Spieler gegeneinander an. Maximal 18 Spieler kämpfen ums Überleben und es gibt nicht nur Solos und Duos, sondern auch Trios. Wie sehr sich dieser Modus etablieren wird, wird sich in den nächsten Tagen und Wochen zeigen.

Interessant ist das Free-to-Play-Modell: Wer sich dagegen entscheidet, 15 Franken in CS zu investieren, wird auch nur mit Gleichgesinnten spielen. Erst, wenn man es auf Level 21 geschafft hat – was etwa 150 Spielstunden beansprucht – darf man mit den „grossen Jungs“ spielen. Oder man kauft sich für 15 Franken diese Berechtigung. So bietet Valve den erfahrenen Spielern einen gewissen Schutz, dass diese sich nicht mit einer Horde Free-to-Play-Spielern abschlagen müssen. Denn 15 Franken Investment waren bis anhin doch immer auch eine gewisse Hemmschwelle. Wir sind gespannt, wie effektiv diese neue Art des „Noob-Filters“ sein wird.

Nathan Leuenberger

Projektleiter & Redaktionsleiter

Schon mit dem ersten Gameboy, den er von seinem Vater "auslieh", begann Nathans Faszination für die Welt der Polygone, Bits und Pixel. Noch heute sind Games seine grösste Leidenschaft und haben mit der Entwicklung im Bereich eSports eine völlig neue Bedeutung bekommen.

Mehr von Nathan Leuenberger
News melden
Follow Us
Stay in the game!

Abonniere jetzt unseren Newsletter

Follow Us
eSports.ch