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Grosses Upset bei der Valorant Champions Tour 2021

Viele grosse Namen verpassen die Qualifikation für die EU Valorant Masters. Wir interviewen Michał “Buld” Sokal  vom polnischen Underdog Team Ballista eSports, welches sich einen Platz in der Valorant Champions Tour 2021 sichern konnte.

Über drei Open Qualifier der Valorant Champions Tour 2021 konnte sich jedes europäische Team einen Platz in den Europe Valorant Masters erspielen. Prompt sorgte das Grassroot-Format für Überraschungen: Viele bekannte Namen verpassten die Qualifikation, vielversprechende unbekannte Organisationen sichern sich hingegen einen Platz in den EU Valorant Masters 1. Unter anderem auch die polnische Organisation Ballista eSports.

Schon mal von Ballista Esports gehört? Der aufmerksame VALORANT Fan wird das Team nicht so schnell vergessen, denn die Jungs aus Polen haben bei der dritten Challenger Stage für so manche offene Kinnlade gesorgt. Wir konnten mit Michał „Buld“ Sokal über seinen persönlichen Prozess, die Teamkonstellation und den Sieg gegen Fnatic reden.

eSports.ch: Seit Juni 2020 zockst du schon VALORANT und bist durch das ein oder andere orgless Team gewandert. Wie war das für dich als sich der Grund bezahlt gemacht hat und ihr plötzlich von Ballista unter Vertrag genommen wurdet?

Buld: Das Gefühl war einfach unbeschreiblich. Ehrlich gesagt, als ich VALORANT angefangen habe, hatte ich gar nicht die Ambitionen professionell zu spielen. Es war für mich einfach ein Spiel, dass man ab und zu mit Freunden zockt. Mein Freund Ayke hat mich dann gefragt ob wir gemeinsam ein Team zusammenstellen wollen. Das lief dann erstmal, doch es gab dann einen essentiellen Moment für mich. Ayke fragte: “Hast du die Ambition professionell zu spielen oder ist das eher mehr casual für dich?”. Ich wusste damals keine Antwort auf die Frage, doch als wir unter dem Namen “THOSE GUYS” (Zeek, sk1x, Starxo, Ayke, Buld) ein paar gute Teams bezwingen konnten und sogar den ein oder anderen polnischen Cup in unsere Hände brachten war mir alles klar. Ich kann ein richtig guter Spieler werden und ich werde alles dafür geben ganz oben mitzuspielen. Ich habe neun Monate hart gearbeitet und nun sind die Resultate sichtbar.

eSports.ch: Neun Monate sind eine ganz schön lange Zeit. Was waren für dich größten Herausforderungen in VALORANT?

Buld: Wenn ich das richtig im Kopf habe, dann waren es hauptsächlich die Maps und deren Layouts. Ich fühlte mich nicht wirklich wohl was das Peeken angeht, da ich nicht wusste welcher Winkel der Richtige ist für diese Position. Manchmal war ich auch absolut verloren und hatte keine Ahnung wo auf der Map gerade was passiert.

eSports.ch: Noch vor Ballista habt ihr in der selben Konstellation (ausgenommen Kamil “Kamisseq” Lepper und Jakub “qxv” Sawicki) unter dem Namen ODCINKA V2 gespielt. War es dieses Zusammensetzung wo du wusstest, dass ihr den Durchbruch schaffen werden?

Buld: Damals gabs noch ein paar Probleme was unsere Agenten und unseren Playstyle betrifft. Ich persönlich wusste, dass das nicht stimmt und wir da was ändern müssen. Das haben wir dann auch getan und zwar in Ballista.

eSports.ch: Als ihr dann bei Ballista unterschrieben habt gab es erstmal keine großen Erfolgserlebnisse zu verzeichnen. Habt ihr Druck empfunden, bevor ihr in die dritte Challenger Stage eingestiegen seid?

Buld: Für uns gab es keinen Druck. Wir wussten einfach, dass so ein Prozess Zeit braucht, denn Top-Teams entstehen nicht über Nacht. Wir haben hart gearbeitet und haben uns Ziele gesetzt und immer mehr und mehr haben wir unsere Erfolge gesehen. Wir haben noch wirklich viel zu tun, wir sind noch lange nicht fertig, denn wir wollen beweisen, dass wir mit den besten Teams der Welt mithalten können.

eSports.ch: In der VALORANT Challenger Tour 2021 Stage 3 habt ihr Fnatic 2-0 geschlagen. Für viele war das eine absolute Überraschung. Lass uns nochmal speziell über Bind reden, wo es in die Overtime ging.

Buld: Wir hatten nicht den besten Start und somit hat Fnatic die Kontrolle an sich gerissen. Uns war klar, dass Fnatic eine starke Verteidiger-Seite hat, also mussten wir nur ein paar Runden in der ersten Hälfte sichern. Wir haben ein kleines Comeback gestartet und konnten die Hälfte mit zwei Runden Rückstand (5:7) beenden. Für mich war das eine gute Hälfte, wir hatten keinen Stress. Zum Anfang der zweiten Hälfte war es ein wenig schwierig für uns, aber Mateusz „MORFAN“ Świętochowski hatte ein paar perfekte Calls auf Lager um uns in die Overtime zu führen. Wir hatten dann einfach den mentalen Vorteil, denn wir hatten ja die erste Map in der Tasche. Das war der Moment wo uns klar wurde, dass wir einfach aggressiv spielen müssen und so haben wir uns dann den Sieg geholt.

eSports.ch: Es gibt ein paar Experten in der VALORANT-Szene die euch als äußerst aggressives Team beschreiben. Ich habe auch gehört, dass euer Phoenix-Playstyle ein wenig an NA-VALORANT erinnert. Würdet ihr sagen, dass ihr euch von NA habt inspirieren lassen oder wolltet ihr einfach euren Stil finden?

Buld: Als wir unser Team zusammengestellt haben war es wichtig, dass jeder eine Rolle wählt mit der er sich wohl fühlt. Wir haben uns keine anderen Line-Ups angeschaut. Wenn jeder sich wirklich wohl fühlt, dann kann jeder auch 100% geben. Klar gab es die Überlegung, wie wir mit der Konstellation welche Taktik wie umsetzen können, doch die dritte Challenger Stage bestätigte uns in unserer Idee. Es gab ein paar Teams die meinten, dass sie so eine Zusammenstellung noch nie gesehen haben und nicht genau wussten was sie erwartet, das war ein riesiger Vorteil.

eSports.ch: Wenn wir schon über Phoenix reden, lass uns über das Faszinosum Kamil „baddyG“ Graniczka reden. 

Buld: Er ist ein herausragender Spieler, welcher als Duelist unser Ideen sehr gut durchsetzen kann. Sein Aim geht Hand in Hand mit dem super aggressiven Stil den er verfolgt und wir als Team versuchen ihm möglichst viel Raum zu schaffen, sodass er nur sein Ding runterspielen muss.

eSports.ch: Zu guter Letzt, welches Team siehst du in Zukunft mit dem richtigen Upset-Potential? 

Buld: Ich glaube ehrlich gesagt, dass die polnische Szene nicht zu unterschätzen ist. Ich bin mir sicher, dass eines der aktuell organisationslosen Teams in Polen schon bald für eine Überraschung sorgen wird.

 

Durch das Upset bei der dritten Challenger Stage sichert sich Ballista einen Platz in den Regional Masters Europe. Dort treten sie heute um 17:00 gegen Team Heretics an. Ihr könnt die Valorant Champions Tour 2021 auf Youtube und Twitch ab 16:00 live mitverfolgen.

 

mm

Vincent "Zescht" Talmon-Gros

Freelancer

Mittlerweile häng ich schon seit so 5 Jahren im eSport rum. Ab und zu durch die Gegend gereist und kommentiere dann auch mal CS:GO oder VALORANT. Nachdem mein Journalismus-Studium auch irgendwie Moneten bringen soll, schreib ich gerne.

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