Rainbow Six GSA League

GSA League: mYi-Team trennt sich – Wie geht’s weiter?

Nach einer ersten Saison in der GSA League von Ubisoft reiht sich das Schweizer Rainbow Six-Team von mYinsanity auf dem letzten Platz ein. Nun trennen sie sich.

Das Wunder von Zürich hatte dann doch irgendwo Grenzen. Nach einer Leistung an der Zürich Game Show 2019, mit der niemand gerechnet hatte, qualifizierte sich das mYinsanity Rainbow Six-Team zuerst für den trinationalen DACH-Event „Clash of Nations“, danach gleich für die GSA League. Die neue Liga vom Entwickler Ubisoft soll die besten Teams aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammenbringen. Was bei der Ankündigung noch niemand wusste: Mit von der Partie sind eSports-Giganten wie G2 Esports, Rogue oder Team Secret. Mittendrin das kleine mYinsanity als Schweizer Vertretung.

Nun ist die erste Saison der GSA League beinahe beendet, Mitte September findet in München noch das grosse Offline-Finale statt. mYinsanity ist da nicht mit von der Partie. Tatsächlich müssen sie sich nach dem letzten Spieltag mit der Rolle des Schlusslichts zufrieden geben.

Lediglich einen Punkt durch ein Unentschieden konnten sie sich sichern. „Wir konnten unsere Ziele in der GSA leider nicht erreichen. Obwohl wir uns der schwierigen Aufgabe von Beginn an bewusst waren, so hatten wir uns doch ein paar Punkte mehr erhofft“, lässt sich Team-Captain Marco „Shark“ Arnold in einer Mitteilung zitieren.

Diese ungenügende Leistung hat nun Konsequenzen: Das Team bricht auseinander.

Unruhen führten zum Schiffbruch

Schon in den vergangenen Monaten hatte das Line-Up einige Veränderungen durchgemacht – und stabil war es auch nicht. Schon vor den Swiss Nationals machte man sich Gedanken darüber, ob man überhaupt noch weitermachen soll. Spieler „Kakashi“ verliess das Team nach den Nationals und wurde durch „BLZRT“ ersetzt. Nach dem Clash of Nations nahm auch „Axios“ den Hut. Das Team wurde durch „Eleven“ und „Erikk“ verstärkt, Anfang Juli verliess „BLZRT“ das Team dann wieder.

Auch wenn man als Aussenstehender die Spieler nicht kennt, sieht man: Im Team herrschte eine stetige Unruhe. Die zahlreichen Veränderungen innerhalb eines Jahres konnten nicht die Stabilität garantieren, die für eine gute Leistung auf hohem Niveau nötig wäre. Denn in der GSA League spielte man in der grossen Liga, gegen Teams, die auch auf dem internationalen Parkett zu den Top-Playern gehören.

Ab in die Relegation

Jetzt steht die Organisation mYinsanity also mit einem Platz in der Liga da, jedoch ohne Team. Denn ganz vorbei ist das Abenteuer für mYi noch nicht. Trotz des letzten Platzes hat man noch die Möglichkeit nächste Saison in der Liga mitzuspielen. Strategiechef von mYinsanity, Luca Hartmann, will noch keine Versprechungen machen: „Ob man mYinsanity auch nächste Season in der GSA League antreffen wird, hängt natürlich von unserer Performance in den Relegations ab. In diesen wird dann auch das neue Roster zum Einsatz kommen.“

Dieses neue Team sei noch in der Aufbauphase. Und da noch nicht alle Teammitglieder fix seien, will Hartmann auch keine weiteren Angaben machen.

Die entscheinde Frage wird jedoch sein: Bleibt man bei einem komplett schweizerischen Team, oder orientiert sich am eigenen League of Legends-Team, das inzwischen international aufgestellt ist? Kann ein reines Schweizer Team der Konkurrenz aus den Nachbarländern die Stirn bieten?

Schweizer Leistung: Ungenügend

Eine Teilantwort darauf gibt ein Blick auf die „B-Liga“ der GSA League, die Ascension League. Gegen die potentiellen Aufsteiger muss sich mYinsanity nun in den Relegations behaupten. Herausforderer sind die Teams „White TigerZ“ und „WeSports“ – beides deutsche Teams, die man ausserhalb der Szene nicht kennt. Spannender ist jedoch die Suche nach weiteren Schweizer Teams in der Ascension League.

In der 1. Liga ist die Schweiz nicht vertreten. In der zweiten kämpft ein Mixed-Team der Schweizer eSports-Organisation „Lostik“ um den Klassenerhalt. Auch sie sind dort zurzeit auf dem letzten Platz. Dabei sind sie das einzige Schweizer Team in der Ascension League. Zusammengefasst: Kombiniert man die GSA League mit der Ascension League, sind insgesamt 32 Teams aus der DACH-Region vertreten. Die Schweiz ist dabei mit gerade mal zwei Teams dabei, beide auf dem absteigenden Ast.

„Für die Zukunft sehe ich viel Potential in der Szene“, so Team-Manager Marco „Genesis“ Müller in der mYi-Mitteilung zur Team-Auflösung. „Ich glaube auch, dass sich neue Teams an die Front kämpfen werden, sei es National, oder gar International. Wir waren zur richitgen Zeit am richtigen Ort. Ich überlasse es nun Anderen unsere Position einzunehmen und darauf aufzubauen.“

Aber die Zeit der Ausreden und des Wartens ist vorbei. Die Infrastruktur, um sich mit anderen Teams regelmässig zu messen, ist mit den Ubisoft-Ligen gegeben und die Chancen grösser als je zuvor. Schweizer Teams müssen nun beweisen, dass sie mit unseren Nachbarländern mithalten können. Wenn selbst das nicht gelingt, hat der Schweizer eSport noch mehr Arbeit vor sich, als man sich das gerne eingestehen würde.

Nathan Leuenberger

Projektleiter

Schon mit dem ersten Gameboy, den er von seinem Vater "auslieh", begann Nathans Faszination für die Welt der Polygone, Bits und Pixel. Noch heute sind Games seine grösste Leidenschaft und haben mit der Entwicklung im Bereich eSports eine völlig neue Bedeutung bekommen.

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