Hero League mit Umständen – das Finale der Season 3 und die 4. Season

Die letzten Monate waren sicherlich für alle schwierig, gewisse Industrien litten extrem und so gut wie alle Events mussten abgesagt werden. Ein grosses Event im Schweizer eSport, das nicht wie gewohnt stattfinden konnte, war das Hero League Finale der Season 3.

Atmosphäre, Show und Mitfiebern. Diese drei Schlagörter kommen in den Sinn, wenn man an vergangene Hero League Finals denkt. Bei der 3. Season konnte dies jedoch nicht so umgesetzt werden. Durch die sehr plötzliche und rasante Ausbreitung des COVID-19-Virus mussten sehr spontan viele wichtige Entscheidungen getroffen, und sich danach gerichtet werden.

Eingebüsst haben darunter die Events, welche vor Ort stattfinden sollten. Die Lösung dafür war es, die Finals der Season 3 ausschliesslich zu streamen, ohne Offline-Aspekt. Auch wenn das nichts von Grund auf Neues ist, bringt es trotzdem Umstellungen in der Produktion, wie auch bei den Spielern mit sich. Bei der Produktion ist viel Staff involviert, was natürlich eine erhöhtes Gesundheitsrisiko darstellte.

«Um unseren Staff nicht zu gefährden, haben wir in enger Absprache mit unserem Partner ESL dafür gesorgt, dass wir alle Vorsichtsmassnahmen und Vorschriften, die es zum damaligen Zeitpunkt gab, einhielten. Das hat aber dazu geführt, dass wir Teile unsere Produktion remote haben arbeiten lassen müssen. Das hat es uns sehr schwer gemacht, den hohen Standard, den wir uns als Swisscom setzen, immer Genüge zu tun» – Nicolai Reuland, Kampagnenleiter E-Sport & Gaming bei Swisscom

Trotz den Schwierigkeiten, die die Pandemie mit sich bringt, konnte Content bis zu einem gewissen Mass produziert werden. Um beispielsweise Interviews nach den Matches mit den Spielern zuhause durchführen zu können, benötigen diese eine Kamera und ein Mikrofon. Dank der Tatsache, dass einige Spieler selbst streamen, war dieses Material oft schon vorhanden und die Produktion somit auch gut umsetzbar.

Offline macht ein Unterschied

Der Ort des Finales spielt für die Spieler aus verschiedenen Gründen eine Rolle: mYi Madhouse Support HöFi schätzt es zum Beispiel, sein Team neben sich zu haben und die Live Zuschauer machen für ihn das ganze umso kompetitiver.

Sein Teamkollege Lagily merkte anfangs vor allem den Unterschied im Setup, da man vor Ort möglicherweise andere Setups, Bildschirme etc. vorhanden hat und nicht genügend darüber informiert wird, was dann eine grosse Umstellung ist. Zu den Fans bemerkte er ausserdem, dass diese ihm bei dem Finale der Season 3 auch gefehlt haben.

«Zu wissen, dass die Freunde und Familie live dabei sind und das Publikum zu hören, hat einen sehr realen Effekt auf die Spieler. Auch mit sehr teuren Kopfhörern ist es nicht möglich, das Publikum komplett auszublenden… Es war definitiv ziemlich schade, dass dieses Finale nicht Offline gespielt werden konnte. Ich hätte mich gefreut, mich mit den Fans vor und nach den Spielen zu unterhalten. Und natürlich ist es eine ganz andere Erfahrung, wenn ein Publikum live dabei ist. » – Lagily

Es hatte aber nicht nur schlechte Seiten, denn durch die Online-Durchführung konnte mYi Madhouse Spieler ins Team holen, die aufgrund der Distanz Offline nicht hätten mitspielen können.

Zukunftsmusik

Die League Season 4 hat für CS:GO und Clash Royale bereits im August mit den Qualifiers begonnen, League of Legends wird ab September starten. Für dieses Finale ist geplant, die Spiele vor Ort während des Hero Fests abzuhalten – jedoch wird das Hero Fest auch nicht wie gewohnt stattfinden. Genauere Infos dazu haben wir euch in einem Artikel zusammengefasst.

Das Finale wird also vor Ort durchgeführt, aber die Fans müssen von Zuhause aus mitfiebern. Aufgrund der Ungewissheit während der Pandemie, haben die Organisatoren der Hero League immer ein sorgfältiges Auge auf die Situation:

«Spezifisch für die kommende Season evaluieren wir fast wöchentlich die aktuelle Situation und reagieren auf die Ankündigungen des Bundes zu maximalen Teilnehmerzahlen an Veranstaltungen. Wir sind dementsprechend sehr flexibel unterwegs, sollte sich die Lage wieder verschärfen. »

Den Fans verspricht Reuland schon bald spannende Ankündigungen. Auch für Feedback zur Hero League sei man immer offen und freue sich über Ideen und Verbesserungsvorschläge. Denn wie der Schweizer eSport im allgemeinen, ist auch diese Schweizer Liga noch nicht am Ende ihrer Entwicklung.

mm

Julia "Noonchi" Ruprecht

Freie Redakteurin

Bereits mit jungen Jahren fand Julia ihre Begeisterung in magischen RPGs auf ihrem Gameboy und Gamecube. Mittlerweile ist sie in die Tiefen des PC-Gamings gefallen und hat sich in der Salzmine des Spiels League of Legends wiedergefunden. Ein starker competitor wurde nun aber das battle royal Warzone. Wenn sie also nicht damit beschäftig ist, an sämtlichen Hindernissen festzustecken, findet man sie für sich ein RPG geniessen, oder mitfiebern an jeglichen Schweizer eSport Events. Als Ausgleich zum Spielen investiert sie viel Zeit in den Content von E-Sport Organisationen, ihr Business Psychology Studium und ihr Sales und Marketing Internship.

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