Die kalte Prognose der Profis – So wird COD: Black Ops Cold War!

Vergangenes Weekend liess uns Activision alle in die lang ersehnte COD Cold War Beta eintauchen. Nach zwei Tagen auf Cartel, Miami und Satellite, haben sich diverse Akteure aus dem Call of Duty Umfeld zur Beta geäussert. Und das vor allem eines: kritisch!

Gleich mal vornweg: Die Cold War Beta hat sich nicht schlecht angefühlt und wir gehen davon aus, dass Activision zum Release hin noch an mehreren Punkten arbeiten wird. Als hartgesottener Call of Duty Fan kam man in dieser Beta jedoch nicht um ein paar Enttäuschungen herum, dazu jedoch später mehr. 

Hallo erstmal: Was gibts denn?

Ich hatte beim Starten der Beta keine Ahnung, was mich erwartet. Ich ging von ein paar Multiplayer-Modi aus, welche sich auf den bereits geleakten Maps spielen lassen würden, begleitet von ein paar ‘neuen, alten’ Waffen und viiiieeel Action.

Schwirrende Kugeln, abprallende Granaten und jede Menge Explosionen: So kennt man Call of Duty.

Und ich wurde nicht enttäuscht! Nach ein paar Minuten (?) im Blizzard Launcher durfte ich die Beta schlussendlich starten und stieg ins weisse Flugzeug, zusammen mit meinen Kumpels. Was daraufhin folgte kennt jeder Gamer: Herzhaftes fraggen, bis einem die Lust vergeht! Run and Gun mit der MP5, QuickScopes mit der Pelington, das C4 über die Mauer werfen und sich über die dummen Burst Rifles aufregen (M16 Spieler, ich verfluche euch).

Alles in Allem fühlt sich das Spiel gut und flüssig an; auf jeden Fall an der Oberfläche. Die erhöhte Time to Kill im Vergleich zum Milisekundentod in MW, die fehlenden Laser und die schwächeren Explosiv-Items haben mir ebenfalls sehr gefallen. Bleibt zu sehen, ob sich Cold War ohne Weiteres in Warzone integrieren lässt oder ob Letzteres (laut Gerüchten) gar einen Enginewechsel vor sich hat!

Sieht so die neue Warzone Map aus? (Quelle: Gamestar)

Was gefällt uns nicht so?

Bei soviel Heiterkeit geht einem die tiefgründige Analyse auch gerne mal vergessen. Wenn aber der dritte Gegner in Folge nicht umfällt, weil man das Gefühl hat die Kugeln der eigenen Waffe würden mit halber Schallgeschwindigkeit fliegen, wird einem klar: Das ist immer noch eine Beta und Bugs sind vorhanden wie Sand am Meer.

Mir persönlich negativ aufgefallen sind vor allem die schlechten Server oder der schlechte Netcode. Teilweise wurden für mehrere Sekunden keine Treffer registriert obwohl ich mit dem Fadenkreuz am Gegner klebte und im nächsten Moment lande ich einen urkomischen, total unbeabsichtigten Headshot. Das sollte so nicht passieren.
Ein meiner Meinung nach n
icht wirklich durchdachtes Mapdesign und Spieler, welche 5 Minuten in der gleichen Ecke am Boden liegen, zwangen mich nach knapp 2 Stunden mit dem Spielen aufzuhören. Bin sowieso eher der Battle Royale Typ 😀

Problempflanzen: Vielen Spielern gehen auf der Map Cartel diese grünen Büsche gegen den Strich. (Quelle: youtube)

Was sagen die Profis?

Eine fundierte eSports-Analyse bedarf aber stehts der Meinung von Profis und nicht eines einzelnen Redakteurs. Wir haben bei diversen Akteuren aus der deutschsprachigen COD-Community nachgefragt, wie sie die Beta empfunden haben und sich die Zukunft von Call of Duty ausmalen.

Der deutsche Content Creator dieserKingPhil empfindet die erhöhte Time To Kill (TTK) und die Soundkulisse ebenfalls als sehr angenehm, kann ansonsten aber nicht sehr viel mit dem Black Ops Stil anfangen. Auch wenn er Maps wie Satelite, Cartel oder Moskau besser findet als jede Map in Modern Warfare, so hat er seine Mühe mit den restlichen Karten und Spielmodi und sieht in Black Ops nicht unbedingt ein Fortschritt gegenüber Modern Warfare.
Er hofft, dass Warzone die Modern Warfare Engine beibehält!

Einer der Streamer im eSports.ch Streamteam ist TheNotoriousISI. Er streamt so gut wie nur Call of Duty und hat sich die Beta von Cold War selbstverständlich nicht entgehen lassen. Für ihn ist Black Ops ein gewaltiger Sprung im Vergleich zu Modern Warfare; er sagt sogar er könnte den ganzen Tag Black Ops zocken!
Ihm gefallen die hohe TTK, die tollen Waffensounds und das smoothe Movement von Black Ops. Gleichzeitig kritisiert er aber den Headshot-Multiplikator und den Black Ops Grafikstil, welcher für ihn aber nicht ausschlaggebend sei. Treyarch überzeuge eben mit Inhalt.?

Thomas, seines Zeichens Call of Duty Spieler für Team Vertex, hat mir ein sehr ausführliches Feedback geliefert, welches ich versuchen werde, für euch zusammenzufassen. Das Spiel als Ganzes fühlt sich für ihn richtig und vertraut an, auch wenn an den einen Enden noch gehörig Balancing betrieben werden muss.
Was ihm negativ aufgefallen ist, sind die Maps: Zu gross, zu cqmperfreundlich und zu viele offene Spots. Er kann sich SnD, HP oder Control nur schwer vorstellen auf diesen Maps.
Für die Zukunft von COD ist er optimistisch. Er wäre Fan von einem Warzone mit Black Ops Engine und solange die Entwickler auf ihre Community hören, ist für ihn ein Ende des eSport-Wachstums nicht in Sicht.

Martin aka Saber spielt für die Schweizer eSport Organisation Babos Gaming und befand sich immer wieder an der Spitze der Schweizer Warzone Leaderboards. Er lobt das schnelle Movement, die Operators, welche keine Fähigkeiten besitzen, die schwächeren Granaten und die extra Customizing Optionen, welche mit den Wildcards mitkommen.
Wenig übrig hat er jedoch für die schlechten Server, die diversen Probleme mit der Party (neu verbinden, neu joinen, Spiel zusammen verlassen etc) und die Maps. Dazu kommt, dass Skill-Based-Matchmaking in der aktuellen Form für ihn nur in Geschwitze ausartet und man nach Level 40 keine Motivation mehr hat, weiter zu spielen. Alles in Allem also eher eine Enttäuschung.

Und jetzt?

Wie ihr sehen könnt, sorgt auch dieses COD für viele rote Köpfe und kaputte Controller. Ich glaube wir werden abwarten müssen, was Treyarch an Fehlerbehebungen noch auf Lager hat und ob an manchen Orten noch Etwas ‘nachgeschliffen’ wird. Ich als grosser Battle Royal Fan bin persönlich sehr gespannt auf die Warzone Integration, werde für den Moment auch noch bisschen bei MW bleiben und hoffe auf einen tollen November für die Cold War Fans!

Reto out 😉

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Reto Canova

Moderator & Content Marketing

Reto berichtet passioniert und stets gut gelaunt - sowohl auf Deutsch als auch auf Französisch - über aktuelle Geschehnisse in der Schweizer eSports-Szene. Als Gaming-Enthusiast der ersten Stunde und selbst kompetitiver Spieler befragt er eSports-Persönlichkeiten zu Strategien, analysiert Spielzüge oder bekämpft andere Tryhards online. In letzter Zeit trifft man ihn des Öfteren auch auf Twitch an.

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