eCup Fussball

Kommentar: Spielfeld betreten verboten

Der eCup ist ein Trostpflaster für uns Fussballfans. Schade, dass wir nicht mitmachen dürfen. Ein Kommentar. 

König Fussball ist im Zwangsurlaub. Während in Deutschland oder Spanien bereits vor Wochen digitale Alternativen angeboten wurden, warteten wir in der Schweiz vergeblich. Bis letzte Woche. Der „eCup“ soll über die Ostertage für Unterhaltung sorgen. Alle zehn Super League Vereine treten mit je einem Vertreter gegeneinander an. Dreieinhalb Jahre nachdem die Verantwortlichen der Swiss Football League erstmals eine eSports-Liga angekündigt (und später zurückgezogen) hatten, gibt es nun zumindest einen Cup. In kurzer Zeit haben sich verschiedene Akteure zusammengefunden. Corona macht es möglich.

FIFA und eSports ist nicht nur eine Liebesbeziehung. Weil das Spiel eben bloss eine Sportart simuliert, wird es gerne belächelt. Das ist aus sportlicher Sicht schlicht falsch. Schliesslich absolvieren die besten Spieler auch hier grosse Trainingspensen. Gleichwohl hätte ich mir gewünscht, dass die Verantwortlichen des eCups mit einer gewissen Lockerheit an die Sache herangehen und die Möglichkeiten nutzen, die im echten Sport nicht da sind. Ein schönes Beispiel ist die Formel 1 mit dem Virtual Grand Prix. Musiker, Formel 1 Fahrer, Fans und Simracer rollten bei der Premiere gemeinsam an den Start. So waren zwar nicht nur die allerbesten Fahrer vertreten, dafür für beste Unterhaltung und spektakuläre Crashs gesorgt. Ein Verrat am Sport? Mitnichten. Denn auf dem Podest stehen dann doch die besten Spieler

Das Modell lässt sich auf Fussball übertragen. Während ich auch Post Corona nie gemeinsam mit Profis die Fussballschuhe schnüren werde, ist das auf der Konsole ohne grossen Aufwand möglich. Das Team von rotblau.app zeigt es. Rund 250 GamerInnen kämpfen in einem Turnier seit gestern gegen FC Basel Profis um den Sieg. Intrinsisch motiviert. Wegen und für die Fussball-Community. Hochgerechnet auf zehn Vereine und starke Medienpartner ein unglaubliches Potenzial. Schade also, dass  der eCup „Players only“ ist. Was in Spanien mit schillernden Fussballern wie Marco Asensio funktioniert hat, muss es in der Schweiz nicht zwingend. Denn einem Super League Fussballer schaue ich gerne auf dem Platz zu, für seine FIFA-Skills interessiere ich mich weniger. Ich wünsche den Verantwortlichen, dass das ganz viele (e)Sports-Fans da draussen anders sehen. Und freue mich trotzdem aufs Trostpflaster.

 

mm

Oliver Lutz

Redakteur & Produktmanager

Oli hat die gesamte "Konsolen-Schule" von NES bis Playstation 4 durchlaufen. In PC eSports-Titeln ist er deutlich mehr Noob als Pro. Wenn er nicht gerade in Overwatch sein Team negativ supportet, arbeitet der ehemalige Journalist an Konzepten für und um eSports.ch.

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