Zurich Game Show 2019 Titel

Kommentar: Wie weiter mit der Zurich Game Show?

Zum dritten Mal beheimatete die Messe Zürich nun die Zurich Game Show. Die Organisatoren sprechen von einem grossen Erfolg, Besucher sehen den Event kritischer.

“Mehr als 34’000 Besucher” sollen laut einer Medienmitteilung der ZGS vergangenes Wochenende in die Messe Zürich gepilgert sein. Auf sieben Hallen fand man dort einiges, was mit Gaming und eSports zu tun hatte. Die ZGS erfreut sich über “neuste Games und über 13 Schweizer Premieren”, die es an der Zurich Game Show zu sehen gab.

Sind wir ehrlich: diesen Eindruck hatte man als Besucher nicht.

Räumen wir gleich mein grösstes Ärgernis aus dem Weg: Cyberpunk 2077. Ja, mit eSports hat es nichts zu tun, aber die Ankündigung, dass dieses Spiel an der Messe präsent ist, wird wohl einige der “mehr als 34’000 Besucher” angelockt haben. Präsent war es auch – in Form eines Photo Booth.
Am Samstagabend wurde einmalig – wie im Vorfeld angekündigt – eine exklusive Gameplay-Demo gezeigt, abseits des Messegeländes im Theater 11. Dafür mussten sich Besucher im Vorfeld oder an der Messe selbst anmelden.


Wer nur am Freitag oder Sonntag die Möglichkeit hatte die ZGS zu besuchen, tja, Pech gehabt, ein Foto mit dem Logo muss reichen, mehr hatte der Stand nicht zu bieten.

Dabei wäre es vermutlich nicht zu viel verlangt, dass am “Stand” zumindest weitere Informationen und Trailer vorzufinden gewesen wären. Muss man fast, wenn man sich als wichtige Gamingmesse in der Schweiz platzieren will und ein solch grosses Zugpferd an die Messe holt. Offen und ehrlich: Cyberpunk 2077 an der ZGS war aus Sicht vieler Besucher eine Enttäuschung.

So, sprechen wir über eSports.

An eSports gab es einiges zu sehen an der Zurich Game Show: Die Swiss Gaming Challenge, Farming Simulator League, Fortnite-Turniere, der Innovetica Open Cup und das Rainbow Six Siege Swiss National.

Grosses Aushängeschild war dabei die hauseigene Swiss Gaming Challenge, die auf der Hauptbühne durchgeführt wurde. Das produzierte natürlich viel Lärm und war auch visuell ein Spektakel, das neugierige Besucher vor die Bühne lockte. Toll, das sieht man gerne!

Schade ist dabei, dass diese Matches leider oft zu Randzeiten durchgeführt wurden. Rocket League am Freitagabend, CS:GO Samstagmorgen, Tekken Samstagabend und League of Legends Sonntagmorgen. Am Nachmittag war die Bühne oftmals für Talks mit Gästen reserviert, die nicht annähernd eine solche Anziehungskraft verzeichneten. Der Cosplay-Contest da natürlich ausgenommen.

Die Swiss Gaming Challenge soll laut Organisatoren Streamingrekorde gebrochen haben. Das glauben wir gerne, nur muss dabei auch beachtet werden, dass die Livestreams von einer namhaften Gratiszeitung auf der Website eingebunden wurden und so viel “Laufkundschaft” anlockten. Andererseits hatten so natürlich viele Zuschauer die Möglichkeit erste Kontakte mit eSports zu machen, was natürlich auch sehr erfreulich ist.

Kein grosser Andrang bei der Zurich LAN.

Durchgeführt wurde diese von den erfahrenen LAN-Organisatoren der “Lock and Load”. An Infrastruktur und Verpflegung schien auch nicht zu mangeln, nur die Gäste blieben leider aus. Wir schauten täglich im LAN-Saal vorbei um nachzusehen, ob sich da noch was getan hat. Leider war auch zum Messepeak dieser Raum gerade mal zu einem Drittel gefüllt. Ob der Teil des Events nochmals durchgeführt wird – ich wage es zu bezweifeln.

In der Medienmitteilung wird die Zurich LAN zumindest nicht mehr erwähnt.

Das Top-Team Postfinance Helix hätte scheinbar ebenfalls Teil der LAN sein sollen, wurde aber abgelehnt, da sie ansonsten das League of Legends-Turnier ohne weiteres dominiert hätten. Dabei hätten die Organisatoren im Anschluss Vorschläge gemacht, wie sie doch noch teilnehmen könnten – zum Beispiel das Team aufgeteilt -, jedoch sei man da auf keinen gemeinsamen Nenner gekommen. Gut, wirklich viel hätte die Teilnahme von Postfinance Helix an der Zurich LAN wohl nicht ausgemacht.

Nach drei Tagen bleiben viele Fragen.

Was will die Zurich Game Show denn jetzt eigentlich sein? Gameneuheiten gab es keine nennenswerten, eSports ist präsent aber nicht der Fokus der Messe und ansonsten schien das Programm irgendwie auch dürftig. Und es bleibt weiterhin:

Wer die Fantasy Basel von den gleichen Machern besuchte, hat den Inhalt der Zurich Game Show eigentlich schon gesehen, nur ein paar Monate früher. 

Die ZGS braucht ihre eigene Identität und für das braucht es eigentlich nur etwas: Games.

Das einzige Game, das man an der Messe wirklich im Überfluss sah war Fortnite, denn das wurde auf allen möglichen PC-Teststationen von sehr jungen Messebesuchern zu hauf gespielt. 

Nathan Leuenberger

Projektleiter

Schon mit dem ersten Gameboy, den er von seinem Vater "auslieh", begann Nathans Faszination für die Welt der Polygone, Bits und Pixel. Noch heute sind Games seine grösste Leidenschaft und haben mit der Entwicklung im Bereich eSports eine völlig neue Bedeutung bekommen.

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