Konsolenmangel

Konsolenmangel könnte bis 2022 dauern

Geduld ist weiter gefragt. Die Lieferungen von Playstation 5 und Xbox Series X verzögern sich noch weiter. Die Prognosen, dass sich der Konsolenmangel bis Ende Jahr wieder beruhigen wird, sehen unrealistisch aus.

Inzwischen sind es nicht nur die Konsolen: Auch die Grafikkarten sucht man vergebens. Wir haben bei den Händlern nochmal nachgefragt, wie sie die Lage einschätzen. Einer davon, der anonym bleiben will, sagt klar: Die Aussichten sind „zappenduster“. Sie hätten keinen Einblick, wie viele Konsolen wann geliefert werden. Er rechne nicht damit, dass sich die Lage bald beruhigt. Erst im Frühling 2022 könnte sich die Lage normalisieren. Ähnliches hatten wir bereits von Wog.ch gehört: Die Lieferungen kommen sehr kurzfristig.

Auch Media Markt sagt: „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir keine Prognosen zu Lieferungen abgeben.“ So klingt es bei fast allen Elektronikfachhändlern. Melectronics erwartet voraussichtlich im Mai eine kleine PS5-Lieferung, warnt aber: „die kaum vorhandene Verfügbarkeit wird uns das ganze Jahr begleiten: von Grafikkarten über die Series X bis hin zu der PS5.“

Was auch bei allen gilt: Konsolen können mehrheitlich nur online bestellt werden, es wird nur eine pro Kunde verkauft. Einer der wenigen Schweizer Läden, der momentan noch Playstation 5 im Lager hat, ist Softridge. Dort ist nur die Disk-Version erhältlich. Wer eine will, muss zusätzlich aber auch zwei Zubehörteile wie Controller oder PS-Plus-Abo sowie drei Games kaufen. Softridge-Geschäftsführer Sandro Cimildoro begründet dies so: „Damit verhindern wir, dass sich Scalper die Konsolen schnappen.“ Noch schlimmer sehe es bei der Xbox Series X aus – auch da sei keine baldige Lieferung in Sicht.

Grafikkarten blieben im Suez-Kanal stecken

Neben den Verzögerungen wegen der Coronapandemie hat noch ein weiteres Hindernis den Grafikkarten- und Konsolenmangel verstärkt: Das Chaos am Suez-Kanal. Denise Zobrist, Marketing Managerin bei Asus Switzerland, hat uns gegenüber bestätigt, dass auf dem Schiff selbst tatsächlich Grafikkarten-Lieferungen von ASUS waren. Das Schiff steckt aus rechtlichen Gründen immer noch in Ägypten fest, während durch den extremen Rückstau sich nun alles verspätet. „Wir werden diese Rückwirkungen auf jeden Fall noch bis ins Q3 2021 spüren“, sagt Zobrist. 

Ihr Produktmanager sei aber bemüht, mehr Karten für die Schweiz zu sichern. Digitec, der grösste Abnehmer, habe die Produktseiten offline genommen und biete keine Vorbestellungen mehr an. „Sobald Ware rein kommt, werden eventuelle offene Bestellungen gedeckt und der verfügbare Stock über die Seite angeboten“, erklärt Zobrist. Damit wolle man Unmut wegen langen Wartezeiten verhindern – es wird zurzeit nur verkauft, was wirklich da ist.

Sowohl Konsolen- als auch PC-Gamer stecken also im selben Boot. Egal was man sucht: besondere Vorsicht ist immer noch bei Angeboten auf Ebay & Co. geboten. Neben überhöhten Preisen häufen sich die Meldungen über Betrugsfälle im Zusammenhang mit den neuen Konsolen. Unter anderem tauchten zum Beispiel falsche Sony-Onlineshops auf. Tatsache ist: Die Playstation 5 wird in Europa ausschliesslich über den Handel vertrieben, sagt Sony auf Anfrage.

Federico Gagliano

Online- Redaktor

Es war ein Nintendo 64 unter dem Weihnachtsbaum, der seine lebenslange Liebe zu Videospielen entfachte. Seitdem beschäftigt sich Federico mit allem, was mit Games zu tun hat. Nur die gelegentliche Jagd nach Playstation-Trophies lenkt ihn dabei ab.

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