Lans sind nichts für Noobs. Pizza schon.

Was sind das eigentlich für Männer, die ihre Freundin mit an Lans nehmen? Das ist etwa das selbe wie Babies auf einem Langstreckenflug. Nervtötend für alle Beteiligten. Und trotzdem begleite ich meinen Mann jedes Mal aufs Neue. Und jedes Mal wenn ich fliege, schreit mir wieder ein Säugling die Ohren voll.

Man könnte ja davon ausgehen, dass Lans mit der Zeit interessanter werden. Man kennt mit der Zeit mehr Leute, gewöhnt sich an die dicke Luft, den Mangel an Licht, aber das macht die Veranstaltung für einen Noob nicht wirklich aufregender. Wenn die Turniere in vollem Gange sind und sich alle mit dem Headset in eine ganz andere Welt katapultieren ist man selbst plötzlich der Alien. Jegliche Kommunikation, die von nun an stattfindet, ist nicht für meine Welt gedacht. Man könnte die Bedeutung der euphorischen Ausrufe interpretieren, wenn man die Bilder auf den Screens verstehen würde. Tue ich aber nicht. Ich kann geradeso bei CS:GO die Terroristen und die Anti-Terror Einheit auseinanderhalten. Aber so schnell wie sich da alles bewegt bekomme ich einen Headshot erst mit, wenn das Replay läuft. Zum dritten Mal.

Bei LoL ist es noch schlimmer. Da verstehe ich gar nichts.

Anfangs wollte ich mir wenigstens die Spiele von meinem Mann anschauen, um ein Mindestmass an Solidarität zu beweisen. Dann sass ich vor diesem Kartenzeugs, glotzte ins Leere und nickte jedes Mal, wenn er Face ging. Insgeheim wartete ich aber nur auf die Karte mit dem Panda, weil ich Pandas halt eben mag. Immerhin explodiert bei Hearthstone der Hero des Verlierers. Das ist ganz schön hilfreich, denn sonst wüsste ich nichtmal wer jetzt eigentlich gewonnen hat.

Inzwischen habe ich auch den letzten Resten Hoffnung aufgegeben, dass die Passion für eines dieser Spiele jemals in mir entfacht werden könnte. Und mein Mann wohl auch. Er beschwichtigt mich dann immer mit Schokolade und meint «Spar dir das Salz für deine Kolumne». Wie so ein Papi, der seinem Kind einen Sack Süssigkeiten, Buntstifte und Papier in die Hand drückt, damit er in Ruhe sein Fussballspiel schauen kann. Und als Belohnung geht Papi nächste Woche mit Fritzli in den Wasserpark. Ray geht als Belohnung mit Becca Pizzaessen. Auch gut.

Allergiker-Info: Das ist eine Kolumne. Sie widerspiegelt eine persönliche Meinung und kann Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten.

mm

Becca Bonaparte

Kolumnistin

Becca treibt sich nicht wegen der Liebe zum Gamen, sondern der Liebe zu einem Gamer in der Esport Szene rum. Seither hat sie viele erste Male erlebt, wie das erste Mal Nintendo spielen oder die allererste LAN, doch nichts davon konnte sie jemals für Gaming begeistern. Sie bedient sich lieber an Klischees und packt diese mit Sarkasmus und Ironie in ihre Kolumne "Life of a Gamers Wife".

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