LDLC gewinnt die erste Red Bull Itemania

Das französische Profi-Team setzte sich im Finale gegen die Mysterious Monkeys durch. Die beiden Schweizer Teams blieben chancenlos.

Wo sonst Naturfilme über die Leinwand flimmern, kämpften am Wochenende eSports-Teams in League of Legends um Ruhm und Ehre. An der ersten Red Bull Itemania im IMAX Filmtheater trafen mYinsanity und SPG auf die beiden Profi-Teams LDLC aus Frankreich und das deutsche Team Mysterious Monkeys.

Item Packs unter dem Hammer

Als besonderer Spin mussten die Teams vor dem ersten Spiel die In-Game Items in einer Auktion ersteigern. Jedes Team bekam 1000 Gold. Insgesamt standen 12 Itempacks zur Verfügung – jedes Team musste sich drei davon ersteigern.  Als Auktionator konnte Kuno Fischer gewonnen werden, der auch den über 100jährigen Hammer mit brachte. Es entwickelte sich eine Mini-Version der TV-Sendung “Storage Wars” – einzig die miesepetrigen Charaktere fehlten.

Dennoch konnte insbesondere bei Pack 2 und 5 der Reiz einer Auktion gefühlt werden. Bei Pack 2 (u.a. mit The Bloodthirster) wollte keiner so richtig beginnen. Doch als man schon bereits dachte, es ginge für unter 200 Gold weg, kam so richtig fahrt auf. Jedes Team beteiligte sich und es ging hin und her. Schlussendlich setzte sich mYinsanity mit 430 Gold durch.

Bei Pack 5 mit Infitiny Edge trieben es LDLC und die Mysterious Monkeys auf die Spitze. Von 200 bis 500 hielten beide einfach den Arm oben. Schlussendlich sicherten sich die Monkeys das Pack zum Preis von 550.

Klare Angelegenheit in den Halbfinals

Bis zum Abschluss der Auktion wusste aber niemand, welchen Einfluss die Packs auf das Spiel haben werden. Es war ja die Idee, dadurch die Teams ausgeglichener werden zu lassen, sodass auch die beiden Schweizer Vertreter eine Chance hätten.

Im ersten Halbfinal zwischen SPG und Mysterious Monkeys sah es im Early-Game auch so aus, als könnte SPG mit dem ehemaligen LCS-Team mithalten. Doch bald wurde die Hoffnung zerstört und die Monkeys gewannen mit 2:0.

Noch deutlicher wurde es zwischen mYinsanity und LDLC. Die Franzosen schienen ihre Packs wirklich auf ihre Stärken ausgerichtet zu kaufen. Als sie im 2. Game dann sowohl Ornn als auch Zoe draften konnten, war schnell klar, dass mYinsanity auf verlorenem Posten stand.

Trotz der deutlichen Niederlagen sorgten die mitgereisten Fans von SPG und mYinsanity für eine tolle Stimmung im IMAX. Es war schön zu sehen, dass eine solche Art von Event in der Schweiz funktionieren kann und grosses Potential hat.

Fehlende Items – fehlender Damage

Im Finale standen sich dann LDLC und die Mysterious Monkeys gegenüber. Hier wurde dann der Einfluss der Items zum ersten Mal richtig deutlich ersichtlich. Denn die Spieler spielten als ob sie – wie im Standard Game – alle Items zur Verfügung hätten, aber gewissen Ults zeigte sich dann, dass nur die Hälfte des Schadens vorhanden war.

In den Halbfinals hat dies noch aufgrund des Klassenunterschieds funktioniert, auf dem Final-Level aber nicht mehr.

Spiel 1 war dann auch ein verrückter Schlagabtausch. Da hatten die Monkey die Oberhand, mussten aber den Vorteil wieder an LDLC überlassen. Dank eines grossartig aufspielenden Yuukie60 schlugen die Monkeys zurück und sahen schon fast wieder Sieger der Partie aus.

Doch eine Unachtsamkeit von Yuukie60 sorgte für einen Schneeballeffekt und brachte LDLC den Sieg der Partie.

Game 2 war dann eine klarere Sache für LDLC, die sich somit zum Gewinner der ersten Red Bull Itemania krönten.

Gelungener Start mit Potenzial

Mit Red Bull als Veranstalter und dem IMAX Filmtheater als Location waren die Erwartungen an die erste Itemania natürlich hoch. Und die Umsetzung konnte diese auch beinahe restlos erfüllen. Die Produktion der Spiels und Streams war auf einem hohen Niveau. Einige Stellschrauben können natürlich identifiziert werden für eine nächste Ausgabe.

Es wäre natürlich genial, eine solche Location füllen und dem Publikum auch ein Rahmenprogramm bieten zu können. Gerade bei einer technischen Panne – die immer mal auftreten kann – wäre eine interaktive Überbrückung interessant.

Der Modus mit der Versteigerung brachte sicherlich einen zusätzlichen Spannungsmoment vor den Spielen. In-Game zeigten sich aber dann auch die Schwächen des Modus. Wenn Fähigkeiten und Ults nur einen gewissen Teil des üblichen Schadens anrichten, vergrössert sich die Zufallskomponente. Nichtsdestotrotz soll weiter mit verschiedenen Modi versucht werden, am Kräfteverhältnis zu rütteln. Gerade zwischen ausländischen Profi-Teams und den Schweizer Equipen besteht ein sichtbarer Unterschied.

Wir freuen uns jedenfalls auf eine nächste Ausgabe der Red Bull Itemania.

mm

Reto Canova

Moderator & Content Marketing

Reto berichtet passioniert und stets gut gelaunt - sowohl auf Deutsch als auch auf Französisch - über aktuelle Geschehnisse in der Schweizer eSports-Szene. Als Gaming-Enthusiast der ersten Stunde und selbst kompetitiver Spieler befragt er eSports-Persönlichkeiten zu Strategien, analysiert Spielzüge oder bekämpft andere Tryhards online. In letzter Zeit trifft man ihn des Öfteren auch auf Twitch an.

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