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LoL: No Org Needed in der Hero League?

Nach dem vergangenen Wochenende stehen nun die League of Legends Finalisten der Swisscom Hero League fest. eSports-Organisationen sind keine dabei.

Lustig ist es doch irgendwie. Nachdem nun mYinsanity als letzte verbleibende Organisation aus dem Finalrennen der Hero League ausgeschieden ist, sicherte sich nun ein Team den Finalplatz mit einem sehr treffenden Namen: No Org Needed.

Im Halbfinale siegten sie gegen das Team „Sunrise Enjoyers“ mit 2:1. Am 8. Mai werden sie beim Hero League Finalevent nun auf das ebenso lustig benannte Team „Panda Lovers“ treffen.

Was jetzt klingt wie ein Bericht über ein spätnächtliches Spassturnier an einem LAN-Event, ist ein gutes Abbild der hiesigen League of Legends-Szene.

Wer braucht schon eine eSports-Organisation

Denn hinter den sauglatten Team-Namen stecken eigentlich ziemlich bekannte Namen der Szene: „No Org Needed“ hat zum Beispiel Bando im Lineup, der für Fnatic Rising und LDLC gespielt hat. Seine Teamkollegen Greenfire und Wild Joshy waren Teil des Postfinance Helix Projekts.

Ihre Finalgegner sind auch keine Unbekannten. Punchy ist fast überall mit dabei wo in der Schweiz League of Legends gespielt wird, GoldenGod wird als einer der besten Spieler hierzulande gehandelt.

Sie alle sind zurzeit nirgends unter Vertrag, haben sich in Teams zusammengeschlossen, und so wirkt eine der wichtigsten Ligen der Schweiz viel mehr wie ein Grümpeli, als wie der nationale Ableger der internationalen eSports-Institution ESL.

Wie konnte das geschehen? League of Legends gehört doch zu den wichtigsten eSports-Titeln der Welt, auch in der Schweiz. Eigentlich.

Ist die Schweiz irrelevant?

Gespielt wird das Spiel tüchtig und mit viel Elan. Kompetitiv, im internationalen Vergleich, bringt die Schweiz momentan aber nichts auf die Reihe. Von den grösseren Organisationen der Schweizer eSports-Szene haben noch Babos Gaming, Lausanne-Sport Esports, Sparx Esports und mYinsanity ein League of Legends-Team. Letztere treten mit 2 Equipen auf, eine nationale und eine internationale.

Aufgrund von Lizenzänderungen von Entwickler Riot Games, fiel das Spiel aus der Swiss Esports League und somit ist die Hero League die letzte verbleibende LoL-Liga der Schweiz. Wenn man sich also national irgendwo beweisen kann, dann ist es bei diesem Turnier. Geschafft hat es bekannterweise keine der genannten Organisationen. Bleibt also noch der Blick auf die internationale Bühne: Die offizielle DACH-Liga Prime League.

In den Pro Division haben wir keine Schweizer Vertretung. Die 1. Division hat mYinsanity den Spring Split auf dem 7. Platz von 10 abgeschlossen. Nicht gut genug für die Organisation: Im April wurde fast das ganze Roster vor die Türe gestellt oder hat das Team verlassen. Übrigens das zweite Mal innerhalb eines Jahres, nachdem man im Juni 2020 einen Strategiewechsel vollzog und verstärkt auf internationale Spieler statt Schweizer Talente setzte.

Konsistenz Schmonzistenz

„Leider ist es in LoL, wie auch in anderen Spielen so, dass sich die Teams nicht lange halten können“, sagt Tobias Zischler von der Organisation Scythe of Seraph. SOS hatten seit Gründung des Vereins „fast immer ein LoL-Team“, bis Frühling 2020. „Das Team hat sich danach auch aufgelöst und unsere Investitionen in Coaching und weiterem haben sich in Luft aufgelöst.“

Aus verschiedenen Reihen vernimmt man, dass durch die Lizenzänderung von Riot das Spiel für die Schweiz uninteressant geworden wäre. Denn nun gilt es sich in der Prime League, gegen Teams aus Deutschland und Österreich zu beweisen. Man hat keinen „Schweizer Safespace“ mehr, wenn man so will. Weniger starke Teams haben nicht die Ausstrahlungskraft, die sie in der Schweiz genossen.

Das wird nun auch mit der Hero League Finalpaarung deutlich. Um bei League of Legends zu den grössten Schweizer Namen zu gehören, ist No Org Needed. Da reichen auch ein paar Panda Lovers.

Nathan Leuenberger

Projektleiter

Schon mit dem ersten Gameboy, den er von seinem Vater "auslieh", begann Nathans Faszination für die Welt der Polygone, Bits und Pixel. Noch heute sind Games seine grösste Leidenschaft und haben mit der Entwicklung im Bereich eSports eine völlig neue Bedeutung bekommen.

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