LoL Ranked 2019 – Rito pls – Tea Time with Aspa #29

Grosse Änderungen für die Ranked Season 2019 wurden angekündigt seitens Riot, doch hunderte von negativen Kommentaren folgten auf dem Fusse. Hat da wer nicht ganz zu Ende gedacht?

Normalerweise sind die grossen Änderungen in League of Legends erst zwischen den Saisons auf dem Plan, doch jetzt rückt Riot bereits sehr frühzeitig mit grossen Neuerungen für den ganzen Ladder-Betrieb raus.

Jede Rolle soll ihr eigenes Matchmaking Rating (MMR) erhalten. Spieler sollen in damit detaillierter Bewertet werden, animiert werden dazu mehrere Rollen ausprobieren zu können und allgemein solle dadurch das Feedback für Spieler besser sein. Wir schauen uns heute an, ob diese Thesen Hand und Fuss haben.

Kinderkrankheiten

Das neue System scheint an vielen Ecken noch nicht konkret zu Ende gedacht. Zu Smurfing, Griefing und dem Mehraufwand für Spieler scheint Riot noch keine Antwort parat zu haben.
Da der Matchmaking-Algorithmus Spieler mit dem gleichen Rating zu paaren, können Spieler sich mit ihrer sekundären und niedriger-bewerteten Rolle anmelden und dann innerhalb vom Spiel auf ihre Hauptrolle wechseln und damit jegliche Fairness und kompetitive Integrität mit Füssen treten.

Vage Pläne beinhalten Punkteabzug für ein solches Verhalten, aber die Umsetzung dürfte schwierig bis unmöglich sein. Bestraft man nur denjenigen, der seine Rolle wechselt, dann eignet sich dies immer noch optimal als Boosting-Service wenn man zu zweit spielt. Bestraft man jedoch das ganze Team pauschal dafür, dann werden 3 unbeteiligte Spieler für ein ungewünschten Nebeneffekt des schlechten Designs dieses Systems belangt.

Arbeit, Arbeit.

Bis anhin war jedes Spiel im Ranked-Spielmodus wichtig – aber auch das wird sich 2019 ändern und zwar zum Schlechten. Vielen LoL Spielern ist ihr Rating wichtig. Welches Border man trägt und welche Saisonbelohnung man erhält sind sehr Prestigeträchtig und werden auch so von Riot präsentiert.

Blöde nur, dass im neuen System alle Spieler ausserhalb der Hauptrolle nutzlos sind, da man Belohnungen nur basierend auf der höchsten Rolle erhält. Was im Umkehrschluss dazu führen wird, dass viele Spiele auf der Nebenrolle nicht mehr ernst nehmen werden, da es sowieso nichts zu verlieren gibt

Leider führt dies auch dazu, dass Spieler mehr Spiele spielen müssen um ihr Hauptrating erhöhen zu können. Das heisst sowohl die Anzahl Spiele für den selben Rang, wie auch der Fokus auf eine Rolle wird mit dem neuen System gesteigert. Komisch, plakatiert Riot doch selbst, dass sie letzteres verhindern wollen.

Feedback ist wichtig

Ich hoffe man versteht mich nicht falsch: Ich begrüsse es sehr, dass Riot sich selbst nach vielen Jahren noch traut gewagte Änderungen vorzuschlagen und diese auch offen kommuniziert. Aber gerade deswegen ist es wichtig, dass ein Diskurs zwischen Spielern und Riot stattfindet, damit man Fehler und Unstimmigkeiten aufzeigen kann und so auf eine sinnvolle Lösung hinarbeiten kann.

Dieses Mal hätte ich mir gewünscht, dass Seitens Riot schon mehr Überlegungen und Lösungsvorschläge für etwaige Probleme vorhanden wäre. So sieht es danach aus, als hätte man mal eben über die Mittagspause eine coole Idee gehabt und diese einfach mal auf die Fans losgelassen. Schade eigentlich.

mm

Rafael Kink

Kolumnist

Rafael ist ein langjähriger Kenner der eSports-Szene und unterstützt unser Team mit seinem reichhaltigen Know-How. Aufgrund seiner Erfahrungen in fast allen Arbeitsbereichen des eSports sowie mit einem Grossteil der eSports-Titel, gibt es kein Thema, zu dem er seinen Senf nicht dazugeben kann. Alle 2 Wochen könnt ihr Rafael während der Tea Time in Action erleben.

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