Moonbreaker Preview – Oh nein, das wird eine Sucht

Nach Trading Card Games und Brettspielen, sollen nun auch Tabletop Miniatures mit Moonbreaker einen digitalen Ableger bekommen.

Bis jetzt konnte ich mich von einem Hobby erfolgreich fern halten, das mich endgültig als absoluter Nerd in der Gesellschaft abgestempelt hätte: Miniature Tabletop-Spiele. Also zum Beispiel Warhammer.

Die Welt, Charaktere und das Spielprinzip faszinierten mich schon immer. Jedoch war da immer diese Blockade vom finanziellen Aufwand, bis man sich eine anständige Armee zusammengestellt hat. Insider witzeln gerne darüber, dass das Franchise „Warhammer 40k“ so heisst, da 40’000 Franken nötig sind, um das Spiel zu spielen. Natürlich ist das ein wenig übertrieben.

Für eine gute Armee darf man aber schon mit 1’000 Franken rechnen. Damit ist dann natürlich längst nicht Ende Gelände, dann beginnt die Sucht ja erst. Eine Armee reicht ja nicht, man kann überall noch verbessern, es erscheinen spezielle Charaktere – die man natürlich sammeln möchte – ein anständiges Gelände noch obendrauf und die Utensilien, um Miniaturen zu bemalen kommen auch noch obendrauf. Ein endloses Rabbithole, dieses Warhammer.

Ich meine, wie gut sieht bitte diese Orc-Armee aus?!

An der Opening Night Live der gamescom wurde dann ein Game angekündigt, das diese finanzielle Wand zwischen Warhammer und mir definitiv herunterreissen wird.

Moonbreaker.

Vom Taucherthriller Subnautica zum Miniatursammler Moonbreaker

Die Entwickler bei Unknown Worlds Entertainment scheuen sich nie davor, etwas komplett neues zu versuchen. 2002 erschienen sie auf der Bildfläche mit dem Half Life-Mod „Natural Selection“. 10 Jahre später dann das Sequel als eigenständiges Spiel. Ihren grossen Durchbruch feierten sie aber 2018, als sie mit Subnautica einen waschechten Hit landeten, an den sie mit Subnautica: Below Zero anschliessen konnten. Ihre grossen Projekte könnten nicht verschiedener sein: Natural Selection ist eine Mischung aus Shooter und Strategy, Subnautica ein Survival-Adventure. Mit ihrem nächsten Spiel bewegen sie sich auch wieder in frische Gefilde.

Moonbreaker ist eine Umsetzung der Tabletop Miniatur-Spiele in die digitale Welt. Etwas, vor dem sich Games Workshop – die Hersteller vieler Tabletop-Spielen – bis jetzt immer sehr fern hielt. Klar, man will ja das analoge Produkt verkaufen, nicht digitale Abbilder. Entwickler Unknown Worlds macht Warhammer mit Moonbreak nun aber mächtig Konkurrenz. Denn der erste Eindruck des Digital Tabletops ist sehr, sehr gut.

„Mini Ways To Play“

An der gamescom erhielt ich von Unknown Worlds Eintertainment eine Hands-On-Präsentation, in der mir die wichtigsten Features gezeigt wurden. Jede Schlacht spielt sich auf einer kleinen Map ab, die in unterschiedlichen Terrains angesiedelt ist. Die Umgebung selbst könnte direkt aus einem Hobbyraum stammen, so handgemacht sieht sie aus. Ein wichtiger Aspekt für die Entwickler: „Wir wollten das Feeling eines Tabletops-Spiel direkt auf den Bildschirm übertragen. Wir alle im Team sind selbst grosse Tabletop-Fans und haben teilweise riesige Spielflächen zu Hause!“, erzählt mir eine Designerin vor Ort. „Alle Elemente der Map sollen Modelle widerspiegeln, die du so auch im realen Leben bauen könntest.“ Entsprechend sind Wasserfälle und Gewässer nicht fliessend sondern statisch und wirken handbemalt.

In diesen DIY-Arenen treten in der vorgezeigten Demo zwei Spieler gegeneinander an, die vorgängig aus ihrer Sammlung eine Armee zusammengestellt haben. „Zu Beginn wollen wir 50 verschiedene Figuren veröffentlichen, in jeder Saison sollen weitere dazukommen. Dabei soll alles erspielbar sein durch Gameplay.“ Steht die Sammlung, ist ein Gegner gefunden, geht es rein in ein rundenbasiertes Gefecht. Dabei hat man in jedem Zug eine begrenzte Ressource, die sich über die Dauer des Matches erhöht. Die Ressource wird unter anderem dafür verwendet um frische Figuren ins Spiel zu bringen, Fähigkeiten einzusetzen, etc.

Gameplay aus dem Early Access Preview Tutorial:

Jede Armee besteht aus einem Kommandanten, Truppen und Unterstützern. Insgesamt 10 Figuren packt man in eine Armee. Kommandanten spielen dabei eine wichtige Rolle: Diese dürfen nicht sterben, ansonsten hat man verloren. Alle Figuren bringen verschiedene aktive und passive Fähigkeiten ins Spiel, die man gezielt kombinieren kann. Im Gegensatz zu einem analogen Tabletop wird dafür aber kein dicker Wälzer benötigt, in dem man alles naschlagen muss, sondern kann alles durch einfache Tooltips erfahren.

Eingepinselt

Für Sammler und Spieler klassischer Tabletops ist das individuelle Bemalen der Figuren mindestens genauso wichtig, wie das Spielen selbst. Das weiss man auch bei Unknown Worlds. „Wir lieben es, unsere Miniaturen anzumalen. Deshalb wollten wir das auch in unser Spiel bringen!“

So beinhaltet Moonbreaker neben dem Sammel- und Spielteil auch einen ausgereiften Malteil, in dem ihr alle (!) Miniaturen auch mit einem eigenen Design gestalten könnt. Farbgrenzen gibt es keine, denn aus den Grundfarben könnt ihr alles zusammenmischen und auf das Modell bringen. Auch der Kreativität kann man freien Lauf lassen. Geübte Maler erweitern das Design der Miniaturen durch eigene Symbole, Malereien, etc. „Dazu kommt, dass wir alle Designs, mit denen die Figuren veröffentlicht werden, auch in diesem Tool gemacht haben. Ihr könntet also alles nachmalen oder als Inspiration verwenden.“

Das Painting Tool im Early Access Preview: 

Ein weiteres Feature erlaubt es Spielern, die Paintjobs miteinander zu teilen und zu übernehmen. „Wenn du jetzt bei einem Gegner ein richtig cooles Design siehst, das du unbedingt auch verwenden möchtest, könnt ihr das ganz einfach miteinander teilen.“

Story gibt es natürlich auch im Moonbreaker-Universum – diese wird aber nur bedingt im Spiel erzählt. „Die Story und Lore werden wir via Audiobooks veröffentlichen. Das hat einen einfachen Grund: Wenn ihr gemütlich eure Figuren bemalt, könnt ihr nebenbei der Story zuhören!“ Ein Geniestreich. Denn das beruhigende Miniaturbemalen eigentlich sich wirklich perfekt zum Abschalten und Audiobücher oder Podcasts zu hören. Wer sich nicht für die Story interessiert, kann sie dann also auch einfach links liegen lassen.

Die Moonbreaker-Sucht beginnt schon bald!

Auch wenn die Ankündigung des Spiels nur knapp einen Monat her ist, ist die Entwicklung doch schon weit fortgeschritten. Im September gibt es zwei Preview-Weekends: Vom 9. – 11. September und vom 16. – 18. September. Den Zugang könnt ihr ganz einfach über die Moonbreaker Steam-Page anfordern.

Solltet ihr nun während diesen Wochenenden völlig verplant sein, müsst ihr euch keine Sorgen machen. Das potentielle Suchtspiel erscheint schon am 29. September im Steam Early Access.

Wie schon das analoge Pendant der Tabletops, eignet sich auch Moonbreaker perfekt für spannende, taktische Turniere. Das Interesse dafür sei bei den Entwicklern definitiv vorhanden, denn im Grunde ist Moonbreaker ein sehr kompetitives Spiel. Da will man eng mit der Community zusammenarbeiten, um entsprechende eSports-Pläne in die Tat umzusetzen.

So. Genug geschrieben. Ich muss zurück zu Moonbreaker.

Nathan Leuenberger

Projektleiter & Redaktionsleiter

Schon mit dem ersten Gameboy, den er von seinem Vater "auslieh", begann Nathans Faszination für die Welt der Polygone, Bits und Pixel. Noch heute sind Games seine grösste Leidenschaft und haben mit der Entwicklung im Bereich eSports eine völlig neue Bedeutung bekommen.

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