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Nationalrat für verbindliche Jugendschutzregeln für Filme und Games

Im Nationalrat wurde eine Vorlage akzeptiert, die Kinos, Onlinehändler und Plattformen wie Youtube zu Alterskennzeichnungen verpflichtet. Auch Teil der Vorlage: Die Einschränkung von Mikrotransaktionen. Was bedeutet die Annahme dieser Vorlage?

Am 09. Juni wurde das neue Gesetz mit 112 zu 74 Stimmen angenommen, nun ist der Ständerat am Zug.

Einheitliche Regeln

Das Ziel der Vorlage ist es hauptsächlich, Minderjährige vor Medieninhalten in Filmen und Videospielen zu schützen, „die ihre körperliche, geistige, psychische, sittliche oder soziale Entwicklung gefährden könnten.“ Klartext: Darstellungen von Gewalt, Sexualität und bedrohliche Szenen.

Das Gesetz regelt für Anbieter von Filmen, Videospielen und entsprechenden Plattformen, wie gekennzeichnet werden soll, ab welchem Alter der Film oder ein Game zulässig ist, wie sichergestellt wird, dass eine Alterskontrolle stattfindet und wer für die Aufsicht und Koordination zuständig ist.

Bis jetzt war der Jugendschutz weitgehend Sache der Kantone. Mit dem neuen Gesetz sollen schweizweit einheitliche Regeln gelten.

Mikrotransaktionen einschränken

Die Vorlage beinhaltet aber mehr als den “üblichen” Jugendschutz. Optionale Zusatzkäufe, in Gamer-Lingo “Mikrotransaktionen”, sollen staatlich geregelt werden. Es soll die Möglichkeit geben, diese für Minderjährige einzuschränken. Zusätzlich möchte der Nationalrat das zuständige Bundesamt gesetzlich dazu verpflichten, Massnahmen zur Förderung der Medienkompetenz zu ergreifen.

Was sagen die Nationalräte dazu

Wir haben uns angeschaut, welche Nationalräte wie abgestimmt haben. Marcel Dobler von der FDP hat gegen die Vorlage gestimmt. Warum?

Ich nehme an, sie hatten vorallem ein Problem mit der Einschränkung von Mikrotransaktionen?

Marcel Dobler: Das Ziel, Jugendliche vor unzulässigen Inhalten zu schützen, unterstütze ich voll und ganz. Das Gesetz  setzt den Fokus jedoch zu stark auf eine Verbots- und Regulierungspolitik. Der Staat darf und soll nicht die elterliche Kontrollfunktion ersetzen. Hier gilt ganz klar zu trennen zwischen der Eigenverantwortung der Eltern und einem überbordenden, interventionistischen Staat. Dementsprechend habe ich – wie auch meine Parteikolleginnen und -kollegen – die Gesetzesvorlage abgelehnt.

Sehen sie nichts Verwerfliches darin, dass eventuell vom Suchtverhalten von Minderjährigen profitiert wird?

Es ist immer tragisch, wenn Menschen – insbesondere Minderjährige  – einer Abhängigkeit oder gar Sucht verfallen. Jedoch ist es nicht Aufgabe des Staates jedes Risiko zu beseitigen. Es sind vielmehr die Eltern, die ihre Kontroll- und Aufsichtspflicht wahrnehmen müssen. Man darf nicht vergessen, dass eine Mehrheit der Benutzer keiner Abhängigkeit verfallen.

Auch bei den Befürwortern haben wir nachgefragt. Wir warten jedoch noch immer auf eine Antwort. Das Geschäft geht nun weiter an den Ständerat.

 

mm

Severin Stillhard

Online-Redaktor

Angefangen hat die Gamer-Karriere mit Pokémon Rubin. Mittlerweile hat er wohl jeden relevanten kompetitiven Titel ausprobiert aber leider nur mässig Erfolg gehabt. Ist jetzt auch nicht mehr so wichtig, da er nun auf eSports.ch seine Begeisterung für Games mit Menschen teilen kann und man dabei nur gewinnen kann.

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