Bild: Strauss Prime League

Pride: Die letzte Chance auf LEC?

Inmitten der Preseason-Turbulenzen steht Schweizer Mahdi „Pride“ Nasserzadeh, der ein starkes Jahr bei Eintracht Spandau spielte. Bleibt er auch künftig beim Berliner Team?

Bis Ende 2021 kannten vor allem hartgesottene League of Legends-Fans den Schweizer Toplaner Mahdi „Pride“ Nasserzadeh. Dann ging es mit seiner Bekanntheit schnell bergauf, als er für Eintracht Spandau, das Team des deutschen Youtubers „HandOfBlood“, verpflichtet wurde.

Das Vorzeigebeispiel, wie man Traditionen aus dem „analogen Sport“ in die eSports-Welt bringt, scharrte innert kürzester Zeit tausende Anhänger um sich. Sogar Leute, die bis zur Eintracht noch keine Berührungspunkte mit League of Legends oder eSports hatten, wurden in den Bann gezogen.

Mittendrin der Schweizer Toplaner Pride, der in diesem Jahr eine starke erste Saison unter Spandauer Flagge lieferte. Nun, Stand Mitte November 2022, ist Pride  noch Teil des Teams, drei seiner Teamkollegen zog es weiter. Es ist Transferzeit.

„JA ABER WOHIN GEHT PRIDE“

Zwischen der Weltmeisterschaft und dem Springsplit des folgenden Jahres ist in der LoL-Welt Transferzeit. Dann werden die Karten neu gemischt und Teams werden teilweise komplett neu aufgestellt. Dies zieht sich durch alle Ebenen, von der Europaliga LEC, bis zur DACH-Regionalliga Prime League.

Bei Obsess, Kynatic und Prime ist inzwischen schon klar, dass sie nächstes Jahr nicht mehr für Spandau spielen werden. Gerüchte, wohin sie gehen werden, existieren zwar, bestätigt wurde offiziell aber noch nichts.

Um Pride ist es momentan noch ruhig, obwohl Nasserzadeh selbst kräftig die Werbetrommel rührt und Gerüchte aufkochen lassen will.

Eintracht Spandau-Präsident Maximilian „HandOfBlood“ Knabe gab zudem bekannt, dass das neue Lineup von Spandau erst am 16. Dezember an der Dreamhack Hannover vorgestellt wird. Bis dahin bleiben nur Gerüchte.

Für Pride gäbe es nebst der Eintracht auch die theoretische Möglichkeit, einen Schritt nach oben zu machen, in die LEC. Ist er dafür bereit?

Geht Pride in die LEC?

In der LEC tummeln sich die besten Spieler der Welt, League of Legends auf höchstem Niveau. Was es braucht, um da mithalten zu können, ist von Aussen schwierig einzuschätzen. LEC-Teams haben ganze Scouts und Analysten-Teams, die sich mit der Frage „Was braucht es für die LEC“ beschäftigen, um potentielle Spieler für ihre Mannschaften auszuwerten.

Was Pride mitbringen würde, wäre die Fähigkeit, sich schnell an neue Umstände anzupassen und dadurch eine Ruhe ins Spiel zu bringen. Obwohl Eintracht Anfang 2022 ein komplett neues Team war, das mit Startschwierigkeiten zu kämpfen hatte, liess sich Pride von diesen Umständen nicht verunsichern. Bis Ende Saison war die Toplane unter ihm in sicheren Händen, im Spring Split räumte er sogar den MVP-Titel ab.

Seine Leistung ist schön und gut, mag wohl so einige Scout-Augen auf sich ziehen. Ein wichtiges Argument bleibt aber gegen ihn: Ist Pride inzwischen zu alt für die LEC?

Nächsten März feiert Pride seinen 25. Geburtstag. In der League of Legends-Welt gehört er damit schon zu den alten Spielern, die kurz vor der Pension stehen. Natürlich gibt es Ausnahmetalente, die ältesten Spieler der LEC sind aber meist um die 26 Jahre alt. Für Pride heisst das: Jetzt oder nie. Sollte Mahdi den Sprung in die LEC dieses Jahr verpassen, war es das wohl mit der übergrossen eSports-Weltbühne.

Aber will Pride überhaupt weg?

Pride präsentiert sich in den sozialen Medien als bereit für neue Teams und Angebote, was ihm wohl auch in den Verhandlungen mit Eintracht Spandau helfen wird. Dass Spandau den Schweizer Toplaner wirklich loshaben will, ist stark zu bezweifeln. Mahdi darf man inzwischen als Starspieler und Playmaker des Teams betiteln,  zudem scheint Pride selbst auch viel Spass in seiner jetzigen Position zu haben.

Eintracht bietet – von aussen betrachtet – zu dem viel mehr menschliche Facetten, als was ein internationales Superteam bieten kann. Nebst dem grossen Transfer vor seiner „Pension“, könnte es für Pride auch ein rentabler Karriereschritt sein, die letzten Jahre in Spandau zu verbringen und sich dort auf eine Zukunft nach der Spielerkarriere vorzubereiten. Mit Knabe und seinem Team als direkte Ansprechpartner wäre Mahdi Nasserzadeh dort jedenfalls an einer sehr guten Adresse. Hat Knabe den Schritt doch selbst geschafft, vom League-Spieler zum veritablen Geschäftsmann.

Denn für Pride wird sich die Frage „Wohin geht Pride“ bald nicht mehr im Kontext seiner Spielerkarriere stellen, sondern im Karrierekontext.

Nathan Leuenberger

Projektleiter & Redaktionsleiter

Schon mit dem ersten Gameboy, den er von seinem Vater "auslieh", begann Nathans Faszination für die Welt der Polygone, Bits und Pixel. Noch heute sind Games seine grösste Leidenschaft und haben mit der Entwicklung im Bereich eSports eine völlig neue Bedeutung bekommen.

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