Schweizer Fussballverband ist offen für eSports

1:0 für die Schweiz! Während sich der Deutsche Fussball-Bund gegen eSports ausspricht, prüft der Verband hierzulande gerade eine eSuper League.
 „eSports ist für mich kein Sport.“ Mit dieser Aussage im Rahmen einer Talk-Sendung im TV sorgte Reinhard Grindel, Präsident des Deutschen Fussball-Bund (DFB) vor wenigen Wochen für Aufregung. Der 56-Jährige ging sogar noch weiter und bezeichnete eSports als Konkurrenz für die Sportvereine.

Die Aussage Grindel’s überrascht insbesondere, da bereits 10 Bundesliga-Teams eigene eSports-Sektionen pflegen. So hat etwa der 1. FC Köln im Februar seinen Einstieg bekanntgegeben. Und der Hamburger SV schliesst ein Engagement zumindest nicht aus.

Entscheidung zu eSuper League hängig

In der Schweiz ist der Fussballverband deutlich offener für eSports. Bereits Ende 2017 hatte Präsident Roger Müller im Rahmen des Sportforums Luzern bekanntgegeben, dass man eine virtuelle Super League – vorerst ausschliesslich mit FIFA – plane.

Auf Anfrage gibt sich Müller jetzt etwas zurückhaltender. „Wir haben noch nicht final entschieden, ob wir im Bereich Competitive Gaming wirklich aktiv werden.“ Entsprechend wolle er die Aussage von Reinhard Grindel zu eSports nicht kommentieren.

Politik wird aktiv in Deutschland

Die Lancierung einer eSuper League könnte ein starkes Zeichen in Richtung (Sport)politik sein, die sich in der Schweiz bisher gar nicht zum Thema geäussert hat. Hier wiederum ist Deutschland weiter. Teil des 48 Seiten schweren Vertrags der Grossen Koalition (GroKo) ist nämlich auch eSports. Diesen möchte man „künftig vollständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anerkennen.“

Initiiert hatte die Aufnahme in den Koalitionsvertrag die Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär. „Mir ist das Thema wichtig, es steht ganz oben auf meiner Agenda“, erklärte sie dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel.

„eSports ist für mich kein Sport“, sagt DFB-Präsident Reinhard Grindel. In der Schweiz ist der Verband deutlich offener.

mm

Oliver Lutz

Redakteur & Produktmanager

Oli hat die gesamte "Konsolen-Schule" von NES bis Playstation 4 durchlaufen. In PC eSports-Titeln ist er deutlich mehr Noob als Pro. Wenn er nicht gerade in Overwatch sein Team negativ supportet, arbeitet der ehemalige Journalist an Konzepten für und um eSports.ch.

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