Schweizer Smash-Szene: Ultimate als Game Changer

Die Schweiz Super Smash Bros.-Community ist gut vernetzt und kann mit den eSportlern im Ausland mithalten. Spieler und Organisatoren sind sich einig: Ultimate, das im Dezember erscheint, bringt die Szene noch enger zusammen.

League of Legends oder CS:GO sind zwei der Titel, die in der Schweiz im eSports-Rampenlicht stehen und eine Communitys mit zahlreichen Spielern und Turnieren bilden. Es gibt eine andere Gamereihe, die in der Schweiz lebendig ist und weiter wächst. Regelmässig treffen eAthleten mit ihren bevorzugten Figuren aus der Nintendo-Franchise auf dem zweidimensionalen Schlachtfeld von Super Smash Bros. aufeinander. Höchste Zeit, in diese Welt abzutauchen.

Der beste Smash-Spieler ist seit letztem Jahr Destany, in Europa gehört er zu den Top 40. Der Aargauer, bürgerlich Destan Huynh, hat bereits grosse Turniererfahrung. An den Swiss Nintendo League Finals 2017 wurde er Schweizermeister. Seit Januar 2018 spielt er für mYinsanity Schweiz. „Die Schweizer Smash-Szene ist, wenn man sie mit anderen Ländern vergleicht, relativ gross“, sagt der 18-jährige Smash-4-Spieler.

2017 haben wir Destany (damals E-LVETS) während der Swiss Championship mit der Kamera begleitet. 

Selbst ist die Community

Neben ihrer Grösse fällt auch die gute Vernetzung innerhalb der Schweizer Smash-Community auf. Eine Entwicklung, die sich seit derEinstellung der Swiss Nintendo League Anfang Jahr wohl noch verstärkt hat: „Wir setzen auf einen Kalender über swisssmash.ch“, sagt Lionel „Bergbuur“ Sulger Büel, der selbst Smash spielt und vor allem in der Turnierorganisation tätig ist. „Es läuft vieles über WhatsApp, es gibt verschiedene Schweizer Gruppen in Deutsch, Französisch oder Englisch“, so Bergbuur.

Vier Smash-Weeklys in der Schweiz

Auch Ettore Trento von Nintendo Schweiz schätzt die Schweizer Smash-Szene als bedeutend ein:Unsere Erfahrungen bei diversen Events und den Turnieren der Swiss Nintendo League haben gezeigt, dass die Schweiz über eine sehr starke Super Smash Bros.-Community verfügt.“ Spieler wie Destany, Zudenka, Kepler, Wave(s), Smuff und weitere  lieferten regelmässig spektakuläre Partien ab und müssten sich auch vor der internationalen Konkurrenz nicht verstecken. Smuff, selbst erfahrener Spieler, Kommentator und Organisator, ist zufrieden mit den Schweizer Spielern: “Das durchschnittliche Niveau geht rasant nach oben”, so Smuff.

Bereits 2017 deutete vieles in der Szene auf die positive Community-Entwicklung hin. 

Die Schweizer Smash-Elite trifft sich regelmässig an Turnieren zum Kräftemessen. So zieht TheReset in Zürich jedes Jahr Topspieler aus der Schweiz und Europa an. “Viele Spieler mit geringeren Erfolgschancen kommen um zu trainieren, die Matches live zu verfolgen oder einfach Zeit mit Freunden zu verbringen”, sagt Bergbuur. Auch im Rahmen von Conventions gibt es regelmässig Turniere, so unter anderem während der Fantasy Basel, der Japan Impact oder der Polymanaga. Obendrauf stehen wöchentlich vier kleinere Turniere in Trimbach bei Olten, Solothurn, Luzern und Zürich an. Letzteres leitet Bergbuur selbst. 

Smash-Fans unter einem Dach?

Aktuell steht einer einheitlichen Community noch die Tatsache im Weg, dass verschiedene Versionen von unterschiedlichen Spielern gespielt werden. Smash WiiU (umgangssprachlich Smash 4) und Smash Melee ziehen noch immer unterschiedliche Gruppen an. Doch im Dezember erscheint der neueste Teil der Smash-Serie für die Nintento Switch: Super Smash Bros. Ultimate. So blicken viele Spieler positiv in die Zukunft. „Das neue Ultimate wurde an sich gemacht, um die unterschiedlichen Spieler zusammenzubringen“, sagt Destany. Die jetzt noch gespaltene Community, hätte so die Chance, gemeinsam zu spielen. „Wenn das gelingt, werden wir eine grosse Community für Ultimate haben.” Auch Smuff sieht Super Smash Bros. Ultimate als Game Changer: „Ultimate wird riesig”

Auch bei Nintendo blickt man mit gutem Gefühl in die Zukunft. „Das Spiel verfügt im Vergleich zum Vorgänger über ein erhöhtes Spieltempo und zahlreiche neue, taktische Nuancen, wie etwa das Ausweichen in eine bestimmte Richtung in der Luft“, sagt Ettore Trento. Das bringe eine neue Dynamik ins Spiel und sorge für noch spektakulärere Begegnungen. Über die neue Plattform lasse sich das Spiel zudem zuhause und unterwegs spielen. “Damit steht spannenden Duellen nichts mehr im Weg und die Community wird bei der Planung und Durchführung von Turnieren noch flexibler”.

mm

Steven Giger

Freier Redakteur

Steven wagte seine ersten Schritte in der Gamingwelt mit Game Boy und Playstation. Auch heute testet er noch leidenschaftlich die neusten Konsolenspiele oder blamiert sich kompetitiv im Counter Strike: Global Offensive. Wenn er nicht die Entwicklungen im eSports beobachtet, sitzt er in einem Hörsaal der Universität Luzern, wo er Weltgesellschaft und Weltpolitik studiert.

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