Aufnahme eines Racing Fuel Academy Simulators im Kontext der Swiss Sim Racing Series

Euer Einstieg ins Sim Racing – es muss nicht teuer sein!

Jeder kennt es: die sündhaft teuren Simracing-Setups, die man von Veranstaltungen wie der Swiss Simracing Series oder vom Media Markt kennt. Vielleicht habt ihr es schon ausprobiert und wisst, wie extrem viel Spass es macht, mit so einem Teil durch die virtuelle Rennstrecke zu rasen. Aber es muss nicht teuer sein. In diesem Beitrag werde ich euch zeigen, wie ihr schon für sehr wenig Geld ins Simracing einsteigen könnt!

Dies ist ein Gastbeitrag von Alessio Gravili von Gaming-Lenkrad-Experten.de. Wer mehr zu Lenkrädern erfahren möchte, findet auf ihrer Website ausführliche Informationen.

Meine Anfänge im Simracing waren, wie bei euch vielleicht auch, mit Maus oder Controller. Es hat mir so schon richtig viel Spass gemacht, aber glaubt mir: das Fahrgefühl, was ihr mit einem Joystick bekommt, ist nicht zu vergleichen mit dem Erlebnis auf einem Simracing-Rig.

Ein Racing Setup ermöglicht es euch, das virtuelle Auto, wie im realen Leben auch, mit einem Lenkrad zu steuern. Selbst das Kuppeln & Schalten ist durch Pedale und Schalthebel möglich. Darüber hinaus kriegt ihr deutlich mehr Feedback vom Spiel – “Force-Feedback-Effekte” genannt. Das sind nicht nur Vibrationen, wie man sie von einem Controller kennt, sondern richtige Kräfte, die auf euer Lenkrad einwirken und eine ganze Reihe von Ereignissen simulieren.

Ihr fühlt zum Beispiel die Bodengegebenheiten, den Motor, viele feine Details und Kollisionen mit anderen Autos oder Gegenständen. Dann gibt es nämlich einen kräftigen Ruck auf euer Lenkrad. Dahinter steckt ein echter Motor (öfters auch zwei), der in der sogenannten “Lenkradbasis” sitzt. Längere Racing-Sessions können dadurch zum Teil richtig anstrengend und kräfteraubend werden.

Um es auf den Punkt zu bringen: das macht richtig viel Spass! Und das ist nicht alles. Es hat einen Grund, warum jeder professioneller Simracing-E-Sportler mit einem Lenkrad fährt: Ihr erhaltet durch das Force-Feedback viel mehr Informationen vom Spiel, von denen ihr sonst nichts mitbekommen würdet. Ausserdem könnt ihr das Auto durch die Lenkung deutlich genauer steuern und auch schwierige Lenkmanöver (wie Drifts) besser kontrollieren.

Als Racing-Liebhaber kommt ihr an einem Simracing-Rig also wirklich nicht vorbei.

Aus welchen Einzelteilen besteht ein Simracing Setup eigentlich?

Das Highlight eines Simracing-Setups ist natürlich das Gaming Lenkrad. Dieses wird an eine sogenannte Lenkradbasis angeschlossen, in der, wie schon oben erwähnt, der Motor sitzt. Vom Motor werden durch die Lenksäule die entsprechenden Force-Feedback-Effekte direkt auf das Lenkrad übertragen. Mit dazu gehören dann natürlich auch die Pedale. Im Normalfall kauft man sich ein Komplettpaket bestehend aus Lenkrad, Motor und Pedalen.

Ist das alles?

Im Prinzip ja! Das war’s! Mehr braucht ihr theoretisch gar nicht. Solch ein Lenkrad-Basis-Set ist wirklich alles, was ihr für den Einstieg benötigt. Alles andere könnt ihr später noch nachrüsten.

Wenn ihr ein geringes Budget habt, könnt ihr die Lenkradbasis nämlich einfach an eine Tischplatte schrauben und los gehts! Ein einfacher Stuhl reicht für den Anfang als Sitz vollkommen aus. Selbst ein Schalthebel wird nicht unbedingt benötigt. An dem Lenkrad befinden sich nämlich Schaltwippen, mit denen ihr hoch- und runterschalten könnt.

Ein gutes Einsteigerlenkrad, wo auch schon das Kupplungspedal dabei ist, ist das Logitech G29. Für ca. 270 Franken könnt ihr schon mit dem Simracing loslegen und es macht deutlich mehr Spass als nur mit einem Controller. Den Schalthebel (Logitech Shifter) müsst ihr euch für ca. 46 Franken selber kaufen. Ansonsten benutzt ihr einfach die Schaltwippen, die auf der Hinterseite des Lenkrads angebracht sind.

Keine Sorge – es gibt natürlich noch günstigere Lenkräder wie zum Beispiel das Thrustmaster T150 RS für ca. 160 Franken. Schaut euch einfach mal diese Übersicht zu Gaming Lenkrädern an, um ein passendes Modell zu finden. Bei der riesigen Auswahl an Lenkrädern verliert man schnell mal den Überblick.

“…und wenn ich keinen passenden Tisch habe?”

Wenn ihr keine passende Tischplatte habt, weil ihr zum Beispiel im Wohnzimmer auf der Couch spielt, dann habt ihr zwei Möglichkeiten: Entweder, ihr kauft euch einen richtigen Racing Seat, oder ihr greift auf einen sogenannten “Wheel Stand” zurück.

Racing Seats gibt es ab ca. 170 Franken und bieten euch viele Vorteile. Zum einen habt ihr durch einen Racing Seat schon die optimale Sitzposition, was euer Fahrerlebnis noch viel realistischer macht. Darüber hinaus befinden sich am Racing Seat Befestigungsvorrichtungen für Pedale und Lenkrad. So wackelt am Ende nichts und ihr könnt das Teil hinstellen, wo ihr wollt. Der bekannteste Hersteller von Racing Seats ist Playseat.

 

 

Eine günstigere Alternative für einen Racing Seat ist ein sogenannter Wheel Stand. Ein Wheel Stand ist lediglich eine Befestigungsvorrichtung für eure Pedale und das Lenkrad – im Prinzip also ein Racing Seat ohne den Sitz. Das heisst, dass ihr immer noch einen Stuhl braucht, wodurch ihr wiederum eine weniger realistischere Sitzposition habt. Trotzdem seid ihr mit einem Wheel Stand flexibler als mit einer Tischplatte und das Lenkrad sowie die Pedale werden optimal befestigt.

So ein Wheel Stand gibt es schon für ca. 65 Franken und ist demnach deutlich günstiger als ein Racing Seat.

Generell würde ich euch empfehlen, auf lange Sicht auf einen Racing Seat zu upgraden. So ein fürs Simracing optimierter Sitz erhöht die Immersion nämlich immens. Für euren Einstieg klappt es aber auch problemlos mit Tisch & Stuhl, keine Sorge 😉

Was ist mit Kupplungspedalen und Schalthebel?

Leider sind bei vielen Lenkrädern nur zwei Pedale dabei: Gas und Bremse. Das Kupplungspedal oder der Schalthebel wird oft durch die Schaltwippen am Lenkrad ersetzt. Aber auch hier keine Sorge: bei den meisten Lenkrädern kannst du dir ein dreiteiliges Pedalset und einen Schalthebel nachträglich noch dazukaufen.

Wenn dir das Schalten wichtig ist, dann würde ich mir das Pedalset allerdings direkt im Bundle kaufen. Beim Logitech G29 ist das Kupplungspedal mit dabei und für das Thrustmaster T150 gibt es auch eine PRO-Version, die sich nur darin unterscheidet, dass das Kupplungspedal und ein Schalthebel mitgeliefert werden.

Aufgepasst bei Billiglenkrädern

Ein guter Einstieg ist mit dem Thrustmaster T150 RS schon für 160 Franken möglich. Tatsächlich gibt es aber noch viel günstigere Lenkräder. Der deutsche Hersteller Speedlink zum Beispiel bietet Lenkräder schon für 50 Franken an.

Auch so ein Billiglenkrad bietet euch einen riesigen Mehrwert im Vergleich zu normalen Controllern. Allerdings werden sie mithilfe von Saugnäpfen an den Tisch befestigt statt mit Zwingen. Dazu kommt noch, dass die Force-Feedback-Effekte oft wegfallen und es nur noch Vibrationseffekte gibt.

Als Geschenk für Kinder ist so etwas vollkommen in Ordnung. Allerdings lösen sich die Saugnäpfe sehr schnell ab, wenn ein Erwachsener damit spielt (insbesondere bei nicht glatten Oberflächen). Wenn man sich Bewertungen auf Amazon durchliest, ist das bei Billiglenkrädern der Hauptkritikpunkt.

Wenn ihr nur ein geringes Budget habt und kein hochwertigeres Lenkrad infrage kommt, dann achtet bitte darauf, dass das Lenkrad zumindest Vibrationseffekte hat. Manche Modelle, wie zum Beispiel das Thrustmaster T80 RS, vibrieren nämlich nicht mal.

Als Workaround für die miese Saugnapf-Befestigung könnt ihr dann versuchen, das Lenkrad selbst mit extra Zwingen an die Tischplatte zu stabilisieren.

Aller Anfang ist leicht

Sobald ihr das Lenkrad habt, müsst ihr es zusammenbauen. Das ist zum Glück richtig einfach!

Als Erstes schliesst ihr das Lenkrad an die Lenkradbasis an. Diese Basis könnt ihr dann per USB mit der jeweiligen Konsole/den PC verbinden. Dann wird sie noch an die Stromversorgung angeschlossen.

Jetzt müsst ihr die Pedale und optional noch das Kupplungspedal, direkt an die Basis anschliessen. Dafür gibt es auf der Unterseite der Basis Kabelkanäle, durch die ihr die Kabel relativ simpel durchführen und dann (ebenso auf der Unterseite) anschliessen könnt. Das ist richtig einfach und verursacht keinen Kabelsalat.

Als letztes muss die Basis noch durch Zwingen oder/und Saugnäpfe an den Tisch befestigt werden und ihr könnt loslegen. Viel Spass! 🙂

Dies ist ein Gastbeitrag von Alessio Gravili von Gaming-Lenkrad-Experten.de. Wer mehr zu Lenkrädern erfahren möchte, findet auf ihrer Website ausführliche Informationen.

Redaktion eSports.ch

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