SLNT-Comeback: Glückt die Underdog-Story?

SLNT ist zurück mit einem CS:GO-Team. Die Strategie ist neu, die Gesichter an der Spitze altbekannt. Was ist das Ziel des Comebacks? Wir haben nachgefragt.

SILENTGAMING ist zurück. Im Laufe der Zeit gingen jedoch einige Buchstaben verloren und nach einem Rebranding ist die Organisation jetzt nur noch als SLNT bekannt. Kurz nach dem Announcement im Dezember, kam die Chefetage von SLNT bei uns im Stream vorbei, um das neue Projekt vorzustellen. Nun sind einige Monate vergangen und aus der vagen Ankündigung ist einiges entstanden.

Jetzt ist klar: SLNT kehrt mit einem CS:GO-Team in den Schweizer eSports-Zirkus zurück. Die Rückkehr beinhaltet auch einen neuen Fokus: Storytelling. Dafür setzt man gezielt auf CS:GO-Nachwuchstalente und nicht auf ein etabliertes Top-Team. Deren Aufstieg im Schweizer eSport soll Fokus der neuen Reise sei. „Uns war es wichtig, ein Team welches vom Erfahrungslevel eher jung ist aufzunehmen und diese mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu unterstützen. Der Charakter der einzelnen Spieler ist unser Hauptanliegen und bisher sind wir sehr zufrieden wie sich das Team gibt und entwickelt“, so SLNT-Vizepräsident Remo Blaser auf Anfrage von eSports.ch.

Neu unter der Ninjaflagge spielen seit Februar Mafii, Nnirmo, SKYTobi, SIXAER und Green. Letzterer hat man noch nicht so oft in CS:GO-Turnieren gesehen, war Green doch noch vor kurzem League of Legends-Spieler.

Content, Content, Content

Vor kurzem startete mit der ESL National Championship für die Jungs nun auch die Saison. Nach 4 Matches müssen sie sich momentan auf dem zweitletzten Platz der Tabelle einreihen. Ende März startet die zweite Liga, für die sich SLNT qualifizieren konnte, die Hero League. Mit beiden Ligen wird es für das Team einige Möglichkeiten geben, Content zu produzieren.

Blaser: „Wir möchten mehr von uns preisgeben, streben eine höhere Qualität sowie Quantität bei Content an und konzentrieren uns vor allem darauf, dass alle Spass am Projekt haben. Dies hat sich bereits in den ersten Wochen gezeigt.“ SLNT soll zudem ein Brand werden, mit dem sich nicht nur Mitglieder, sondern auch Spieler und Fans identifizieren können. „Das Team spielt hier den wichtigsten Faktor. Ohne die Spieler können wir all diesen Content nicht generieren. Hierbei sind wir enorm Stolz auf die bisherige Einsatzbereitschaft jedes einzelnen.“

Erste Anzeichen dafür sind die hochwertigen Videos, die für das Announcement des Relaunches, wie auch des CS:GO-Teams produziert wurden.

Seither wurde es wieder ein wenig ruhiger, die Saison hat jedoch erst begonnen und Geschichten müssen ja bekanntlich zuerst geschrieben, bevor sie erzählt werden.

Folgen sollte sie allerdings, denn mit Google Cloud und ProCloud hat man bereits zum Start zwei Sponsoren mit an Board, die sicherlich auch Anforderungen haben, oder?

„Wir sind sehr offen was die Reichweite von SLNT angeht und versprechen eigentlich selten eine riesige Audienz. Das wäre unrealistisch. Wohl aber geht es darum die Brands in eine tolle Szene zu integrieren, zu zeigen dass sowohl ProCloud als auch Google Cloud DACH eSport-Fans sind und dies auch leben.“

Offen in die Zukunft

Mit CS:GO kehren die Ninjas ins kompetitive Geschäft zurück. Dass man künftig auch in anderen Games aktiv sein will, schliesst Remo Blaser jedoch nicht aus. „Uns ist es allerdings wichtig, dass wir unsere Ressourcen gezielt nutzen können. Es macht vieles einfacher wenn nur ein Team «bewirtschaftet» werden muss. Wenn wir ein weiteres Team aufnehmen würden, dann möchten wir dieselbe Qualität auch für dieses Team bieten.“ Die Ressourcen müssten dann quasi verdoppelt werden.

Um überhaupt die Möglichkeit eines zweiten Teams in Betracht zu ziehen, muss SLNT jetzt erstmal beweisen, was sie mit einem Roster bieten können. Die Grundsteine sind jedenfalls gelegt, jetzt muss der Content folgen. Ansonsten könnte sich Ex-SILENTGAMING schon bald wieder von der Bildfläche verabschieden, mit demselben Problem, das sie am Ende der ersten Halbzeit offen dargelegt hatten: Es fehlten die Inhalte.

Offen bleibt auch, ob SLNT an die alte, kompetitive Wichtigkeit anknüpfen kann, oder ob wir weiter nach dem „neuen SILENTGAMING“ suchen müssen. Mit einem siebten Platz in der ESL National Championship ist es definitiv noch nicht getan. Aber die Saison hat ja auch erst gerade begonnen und vielleicht ist es gerade die Ausgangslage, welche für eine gute Underdog-Story nötig ist.

Wie das funktioniert, hat Eintracht Spandau ja vorgemacht.

Nathan Leuenberger

Projektleiter

Schon mit dem ersten Gameboy, den er von seinem Vater "auslieh", begann Nathans Faszination für die Welt der Polygone, Bits und Pixel. Noch heute sind Games seine grösste Leidenschaft und haben mit der Entwicklung im Bereich eSports eine völlig neue Bedeutung bekommen.

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