Valorant: 1,2,3 – Schweizer Chance vorbei!

Über drei Open Qualifier der Valorant Champions Tour hatten Schweizer die Chance, sich im weltweiten Valorant-Zirkus zu platzieren. Gepackt hat diese Chance (fast) niemand.

Vergangenes Wochenende fand das dritte und letzte Open Qualifier des ersten, grossen Valorant eSports-Events der Champions Tour statt. Wie der Name vermuten lässt, hatten alle Teams die Möglichkeit, sich bei diesem Turnier einzuschreiben. Am Ende winkte die Chance, beim ersten grossen Masters mitspielen zu können.

Diesem Aufruf folgte natürlich ganz Europa. Nach den drei Qualifiern stehen wir nun mit einer schönen Überraschung da: Viele Top-Teams der Welt sind nicht Teil des Majors. Sie konnten sich schlicht nicht dafür qualifizieren, sowohl in Amerika, wie auch in Europa.

Stattdessen konnte sich beispielsweise David Beckhams Guild Esports einen Platz am 1. Masters sichern, oder auch ganz neue Teams wie Ballista Esports oder Raise Your Edge Gaming. Grassroots-eSports eben. Alle teilnehmenden Teams hatten die gleiche Chance, nun stehen die besten Teams im grossen Event, nicht die Organisation mit dem grössten Portemonnaie.

Und die Schweiz?

So viel vorneweg: Ein Schweizer Team werden wir beim ersten Masters nicht anfeuern können. Gross war die Möglichkeit schon von Anfang an nicht, dass die Schweiz sich da nach oben kämpfen könnte, denn viele Organisationen und Teams schrieben sich gar nicht erst für das Turnier ein.

Uns bekannt sind Babos Gaming, Scythe of Seraph – in Zusammenarbeit mit dem Team FreeSpirits – und Edelweiss Esports. Letzteres hat es dann auch tatsächlich geschafft, sich im 2. Qualifier bis in die Top 16 hochzukämpfen! Dort war die Reise jedoch zuende, als sie gegen Fnatic verloren. Eine Woche später konnten sie ihr Resultat leider nicht mehr übertrumpfen.

Fazit: Ernüchternd

Dabei hätten diese Online-Turniere die grosse Chance für Schweizer eSportler sein können, sich zu beweisen. Denn wie schon eingangs erwähnt, schafften es nicht nur die grössten Organisationen bis aufs Treppchen, sondern fleissige, talentierte Spieler, die zuvor teilweise völlig unbekannt waren.

Nehmen wir Ballista Esports. Die blutjunge eSports-Organisation aus Katowice, kannte bis vor wenigen Wochen noch niemand. Auch die Spieler sind noch junge, unbekannte Gesichter, die nun zu den besten Valorant-Spielern der Welt gehören. Sie selbst können es noch nicht fassen:

Die Valorant Champions Tour bietet mit seinem Grassroots-Format das Potential um eSports-Heldengeschichten zu schreiben, die wir schon lange nicht mehr gesehen haben. Während Riot Games in League of Legends erfolgreich ein fixes Franchising-System betreibt, entschieden sie sich in Valorant die Türen aufzustossen und mit diesem jungen eSport einen Reset zu wagen. Es hat sich gelohnt.

Valorant eSports ist innert wenigen Wochen zu einem der spannendsten geworden, da alles möglich ist und so vieles passieren kann. Am 12. März startet das europäische Masters-Turnier. Für Schweizer Teams heisst es jetzt nicht zurücklehnen und geniessen, sondern sich ins Training zu stürzen. Im Mai haben sie nochmals eine Chance, wenn die zweite Stage der Challengers durchgeführt wird.

Bis dahin eröffnen wir einen Fanclub für Ballista Esports.

Nathan Leuenberger

Projektleiter & Redaktionsleiter

Schon mit dem ersten Gameboy, den er von seinem Vater "auslieh", begann Nathans Faszination für die Welt der Polygone, Bits und Pixel. Noch heute sind Games seine grösste Leidenschaft und haben mit der Entwicklung im Bereich eSports eine völlig neue Bedeutung bekommen.

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