Valorant Champions: Acend Club schafft den Dream Run!

Die erste eSports-Saison von Valorant ist seit dem Wochenende beendet. Das europäische Team Acend Club schafft am Champions Turnier die Sensation.

Was braucht es, um ein gutes eSports-Team zu sein? Grosse Investoren? Die bekanntesten Spieler? Oder doch einfach nur pures Können?

Im Fall vom Acend Club trifft vor allem letzteres zu. Und ein Pokerstar, der das alles möglich machte. Acend Club ist eine Erfolgsstory, mit der vor einem Jahr noch niemand gerechnet hat.

Der Pokerstar mit der High Card

Benjamin „bencb789“ Rolle selbst ist kein Gamer, aber ein Spieler. Der deutsche Pokerspieler ist vor allem online sehr präsent und erfolgreich. Bis vor wenigen Jahren wusste man gar nicht, wer hinter dem Nicknamen steckt, da Rolle Live-Events meist meidet. 2016 gründete er in Österreich eine Pokerschule, Raise Your Edge, die 2018 mit PUBG auch eine erste eSports-Division startete, Raise Your Edge Gaming, die auch ganz ok mit dabei war.

Spannend wurde es für Raise Your Edge Gaming jedoch, als man Ende Januar 2021 ein Valorant-Team unter Vertrag nahm. Zu diesem Zeitpunkt glich die Valorant-Szene noch dem Wilden Westen. Es gab einige gute Spieler, die in anderen Games schon mittelmässig erfolgreich waren und dann zu Valorant wechselten. Wiederum gab es viele, unentdeckte Talente, die nur darauf warteten eine Chance zu erhalten. Wer hier ein gutes Team zusammenstellen wollte, brauchte unglaublich viel Scoutpower oder ein Quäntchen Glück.

Rolles Team hatte wohl beides. Das Raise Your Edge Gaming-Team wurde zusammengewürfelt aus Überbleibseln, frischen Talenten und Rohdiamanten.

Starplayer in Spe: Der selbsternannte „King of the Jetts“ Mehmet Yağız „cNed“ İpek.

Straight nach oben

Nur sechs Tage nach der Ankündigung ging es für RYE los, mit dem ersten europäischen Valorant Qualifier. Dort mussten sie sich gegen etablierte eSports-Organisationen geschlagen geben. Aber das sollte noch lange nicht das Ende sein. Nur ein Monat später traten sie wieder bei einem Challenger Qualifier an – und schafften es prompt in die Top 4, nebst anderen eSports-Teams, die vor Valorant noch nicht existierten oder eher unbekannt waren. Am Qualifiers-Event ging es für Raise Your Edge Gaming dann gleich weiter mit dem Erfolg. Sie platzierten sich erneut in der Top 4, sicherten sich damit einen Platz am allerersten europäischen Masters-Event und cNed staubte auch gleich noch den MVP-Award ab.

Zu diesem Zeitpunkt war Benjamin Rolle wohl klar: Mit diesen Jungs hat er etwas ganz besonderes. Das braucht eine eigene Marke. Raise Your Edge Gaming konnte zu diesem Zeitpunkt keine weiteren, nennenswerte Erfolge verbuchen, weshalb aus dem Valorant-Team kurzerhand der Acend Club gegründet wurde. Das gleiche Roster und Team, jetzt unter neuem Namen. Aber konnte der neue Name, Acend ist eine andere Schreibweise des englischen Worts „ascend“ – zu deutsch „aufsteigen“, auch zum weiteren Erfolg beitragen?

Ja. Sie gewinnen das EU Masters.

Royal Flush

Mit dem Masters-Sieg sicherte sich Acend Club gleich wichtige Circuit-Points, die sie später benötigen werden, um sich für die Weltmeisterschaft „Champions“ zu qualifizieren. Das Masters in Reykjavik lässt man gänzlich aus, konzentriert sich dafür auf das dritte Masters in Berlin, um sich entweder die direkte Qualifikation oder die nötigen Circuit-Points zu sichern. Mit Erfolg: Am Masters Berlin schafft es Acend in die Top 8 und holt sich die nötigen Punkte für die Champions-Qualifikation. Nicht nur das, man platziert sich in der Tabelle allgemein als erfolgreichstes EU-Team. cNed holt übrigens noch einen MVP Award.

Zwischen den Masters in Berlin und Champions meldet sich dann Acend Club-Gründer und CEO Benjamin Rolle im ersten Acend-Podcast zu Wort mit der einfachen Frage: Was braucht das Team um Weltmeister zu werden?

Und was für ein Mindset sie am Champions-Event in Berlin hatten. Acend Club geht ungeschlagen aus der Gruppenphase heraus, direkt in die K.O.-Phase. Dort bodigen sie – ebenfalls ungeschlagen – Team Secret, danach im Halbfinale auch gleich Team Liquid, die chancenlos blieben.

Im Finale wartete das russische Team Gambit Esports, neben Acend Club das erfolgreichste Valorant-Team der erweiterten EU-Region. Es folgt ein knallharter Schlagabtausch, den Acend Club erst in der Overtime für sich entscheiden kann und sich damit den ersten Valorant Weltmeistertitel sichert!

Und der Pokerstar? Der hat ebenfalls Geschichte geschrieben. In dem er ein komplett neues Team aus dem Nichts aufgebaut und damit die grössten eSports-Organisationen der Welt ausgespielt hat. Von Anfang an wusste er, dass seine Hand unschlagbar ist, er musste nur auf den richtigen Moment warten.

Nathan Leuenberger

Projektleiter

Schon mit dem ersten Gameboy, den er von seinem Vater "auslieh", begann Nathans Faszination für die Welt der Polygone, Bits und Pixel. Noch heute sind Games seine grösste Leidenschaft und haben mit der Entwicklung im Bereich eSports eine völlig neue Bedeutung bekommen.

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