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Valorant Beta First Impression: Das «Tiger King» unter den Games

Dank einer grossen Portion Glück, kam Nathan bereits am ersten Tag der Closed Beta via Twitch-Drop zu einem Valorant-Beta Key. Seine ersten Impressionen.

Ok, gleich vorneweg: Ich bin kein guter Shooter-Spieler. Rainbow Six gehört zwar zu meinen eSports-Favoriten, mit CS:GO wurde ich aber nie richtig warm. Dass sich Riot für ihr neues Spiel stark vom Valve-Klassiker hat inspirieren lassen, das schleckt keine Kuh weg. Wieso also hat mich Valorant von Anfang an so gepackt? Ist es der Hype?

Bereits am Ende des ersten Closed Beta Tags, knackte Valorant bereits die 1,7 Millionen Zuschauer-Marke, die vom Fortnite World Cup aufgestellt wurde. Ein Grossteil der Viewer werden allerdings Zweitaccounts gewesen sein, die extra erstellt wurden, um einen Zugang zur Beta zu erhalten. Denn die Beta Keys werden zurzeit – nebst Direkteinladung für Businesspartner – exklusiv über die Streamingplattform verteilt. Ein Marketingtechnischer Geniestreich. Riot darf bereits am ersten Tag Rekorde verbuchen und das Spiel ist in aller Munde. Wer keinen Beta-Zugang hat, macht seinem Ärger auf Social Media Luft, wer dabei ist, verkündet das ebenfalls auf denselben Kanälen. An Valorant führt in der Gaming-Szene kein Weg vorbei.

Skillbased Shooter

Das Spiel ist einfach erklärt: Zwei Teams à fünf Personen treten gegeneinander an. Dabei steuert jeder Spieler einen Charakter mit speziellen Fähigkeiten, einen Agent. Ein Team hat eine Bombe – oder Spike – mit dabei, die platziert und beschützt werden muss. Das andere Team hat die Aufgabe, dieses Unterfangen zu vereiteln. So weit so gut, nichts neues. Die eingängig erwähnten Parallelen zu CS:GO fallen sofort auf: Vor jeder Runde hat man die Möglichkeit einzukaufen und so seine Ausrüstung festzulegen. Wer in einer Runde stirbt, verliert diese und muss erneut shoppen. Je besser man sich in der vorhergehenden Runde anstellt, desto mehr Geld steht zur Verfügung. Wer nicht von CS:GO kommt, wird sich im Waffenshop schnell zurechtfinden. Das Angebot an Schiesseisen ist übersichtlich und verständlich dargestellt.

Nun kommt aber die Neuerung. Nebst dem Waffenarsenal, müssen die Agents auch ihre Fähigkeiten einkaufen. Diese haben eine maximale Verbrauchszahl pro Runde, also müssen diese ebenfalls taktisch eingesetzt werden. Im Gegensatz zu Overwatch, wo die Charaktere mit Cooldowns arbeiten, fliegen bei Valorant viel weniger Fähigkeiten über die Karte und das Gunplay steht weiter im Vordergrund. Trotzdem: Genau dieser kleine Unterschied zu CS:GO macht sehr viel aus.

Teamwork makes the Skills work

Vor jedem Match entscheiden sich die Spieler für ihren Agent, der während der Action nicht mehr gewechselt werden kann. So kann man schon im Vorfeld eine Teamtaktik zurechtlegen, wie die ausgewählten Fähigkeiten harmonieren. Persönlich spiele ich gerne Viper, eine Wissenschaftlerin, die sich auf Toxine spezialisiert hat. Im Spiel bedeutet das, dass sie giftige Wolken, Pfützen und sogar Gaswände platzieren kann, die den Gegnern das Überleben schwer macht.

Wer zum Beispiel in eine Giftwolke läuft, sieht beinahe nichts, wer hinter der undurchsichtigen Wand steht, dessen Sicht ist ebenfalls eingeschränkt. Und nun die Symbiose mit dem Team. Spielt jemand anderes ein Agent, der mit Aufklärungsfähigkeiten punkten kann, können wir so die Gegner gezielt ausfindig machen, ohne dass diese genau wissen was passiert. Punkt für uns.

Ping the Ding

Nach mehreren Runden und Stunden wage ich zu behaupten, dass die Fähigkeiten in Valorant sehr ausgeglichen sind. Nichts wirkt übermächtig, alles kann grundsätzlich gekontert werden. Dass ich meinem Team dank den Charakterskills in Situationen helfen kann, wo meine dürftigen Schiessfähigkeiten nicht ausreichen, macht Valorant für mich so attraktiv. Nicht jeder im Team muss ein Top-Fragger sein, denn man kann dem Team auf verschiedenen Wegen aushelfen. Am Ende des Matches bin ich dann nicht immer an der Spitze der Kill-Tabelle, dafür fühle ich mich trotzdem gut, dank dem Wissen meinem Team mit taktischen Wänden und Wolken ausgeholfen zu haben.

Auch sonst macht Valorant vieles richtig. Bewegung und Geräusche sind ein wichtiger Teil des Spiels. Wer in normaler Geschwindigkeit läuft, offenbart seine Position mit lauten Schritten, wer schleicht bleibt versteckt. Unter der Minimap wird jeweils angezeigt, an welchem Ort man sich gerade befindet, was die Kommunikation mit dem Team vereinfacht. Stirbt ein Mitspieler, wird via Ping markiert, wo er das Zeitliche segnete. Wird ein Gegner entdeckt, blinkt sein Porträt für kurze Zeit auf der Minimap auf. Kleine Sachen, die das Erlebnis – vor allem in Matches mit Fremden – verbessern.

Der hat doch getroffen?

Natürlich ist die Closed Beta noch nicht perfekt, sonst wäre es ja keine Beta. Kleinere Bugs tauchen immer wieder auf, für mich bis jetzt allerdings noch nichts Grosses. Einzig die Trefferregistrierung scheint noch ein bisschen ungenau zu sein. Im Spiel sehe ich zwar, dass der Gegner getroffen wurde – angezeigt durch Blutspritzer an der getroffenen Stelle – falls ich dann jedoch das Duell verliere, lerne ich in der Statistik, dass ich keinen einzigen Schadenspunkt verursacht habe.

Viel zu meckern gibt es ansonsten nicht. Bis jetzt. Die Closed Beta hat gerade erst gestartet. Wer noch keinen Zugang hat, darf den Kopf nicht hängen lassen. Spätestens im Sommer, wenn das Spiel veröffentlicht wird, darf sich jeder am neuen Shooter von Riot versuchen. Denn wie League of Legends, bleibt auch Valorant kostenlos. Ausser ihr wollt Waffenskins kaufen.

Nathan Leuenberger

Projektleiter & Redaktionsleiter

Schon mit dem ersten Gameboy, den er von seinem Vater "auslieh", begann Nathans Faszination für die Welt der Polygone, Bits und Pixel. Noch heute sind Games seine grösste Leidenschaft und haben mit der Entwicklung im Bereich eSports eine völlig neue Bedeutung bekommen.

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