VCT Game Changers: Alles ganz normal

Vergangenes Wochenende wurden die Finalspiele der Valorant Champions Tour Game Changers Europa ausgespielt. Dieses Turnier bot grossartige Action mit einem Twist, der gar keiner ist.

So viel vorneweg: G2 Esports sicherte sich den Sieg des ersten Valorant Champions Tour Game Changers-Turnier 2022! Im Finale konnten sie sich gegen Guild Esports durchsetzen und gewannen das Best of 5 souverän mit 3:1.

Nun müssen wir präzisieren.

Gespielt hat nicht das männliche Valorant-Roster von G2 Esports, sondern G2 Gozen, das Frauenteam von G2. Auch alle anderen Teams des Turniers waren hundert Prozent weiblich. Ein Novum in der globalen eSports-Szene. Klar, es finden immer wieder exklusive Frauenturniere statt, jedoch bietet Riot Games mit Game Changers eine Plattform, die in keiner anderen Disziplin zu finden ist.

Die Turnierserie gab es zwar schon letztes Jahr, im 2022 will man bei Riot Games den Fokus auf die Serie nochmals verstärken – und das merkt man. Während des Streams waren bekannte Gesichter aus dem Valorant eSport an den Caster- und Analystendecks und die Produktion war sauber aufgearbeitet. Auch die Teams selbst rührten die Werbetrommel kräftig.

Memes, Interviews, Shitposts – eSportlerinnen dominierten die Timelines der Teams. So wie es sein sollte.

Endlich geschafft?

Mit der zweiten Series der Game Changers-Turniere zeigt man im Valorant eSport eindrucksvoll, dass es gar nicht schwer ist. Man muss weiblichen eSports-Athletinnen die richtige Plattform bieten, und die Teams ihre Ressourcen so einsetzen, wie sie es auch bei deren männlichen Kollegen tun.

In dieser ersten europäischen Turnierserie haben viele weibliche Valorant-Teams nun ein Gesicht bekommen. G2 Gozen sind die ersten weiblichen Stars der Szene, was auch mit dem geschickten Social Marketing von G2 Esports zu tun hat.

Die Frauen waren bei den Post-Game Interviews immer für einen Spass zu haben. So posierten sie nach dem Sieg gegen Guild Esports im Finale mit Müllsäcken, auf denen das Guild-Logo angebracht wurde. Oder auch eine Niederlage auf einer Map wurde mit Humor aufgearbeitet, genau wie die Meme-Verwertung von besonders erfolgreichen Runden.

Im Kontrast dazu stehen ihre Finalgegner von Guild X. Klar, wer den Stream verfolgte, kennt jetzt ihre sportliche Leistung. Wer diese Personen vor den Bildschirmen sind, vermochte Guild Esport nur mässig zu kommunizieren.

Frauen müssen im eSport sichtbar sein. VCT Game Changers schafft das, wenn die Teams ihre Aufgabe auch erfüllen. Alles ganz normal eben, wie sie es bei ihren männlichen Organisationskollegen auch tun.

Valorant Game Changers Turniere sind gut und wichtig. Nicht nur aufgrund der Wirkung auf andere weibliche eSportlerinnen, auch wegen der geilen Matches, die man verfolgen kann.

Nun bleibt nur noch die Frage: Wann macht Riot Games diesen Schritt auch in League of Legends?

Nathan Leuenberger

Projektleiter & Redaktionsleiter

Schon mit dem ersten Gameboy, den er von seinem Vater "auslieh", begann Nathans Faszination für die Welt der Polygone, Bits und Pixel. Noch heute sind Games seine grösste Leidenschaft und haben mit der Entwicklung im Bereich eSports eine völlig neue Bedeutung bekommen.

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