Wahlfach E-Sports und Gaming Schweizer Schulen

„Es ist nicht geplant ein Wahlfach E-Sports einzuführen“

Vergangene Woche veröffentlichte die Swisscom eine Lehreinheit zu „E-Sport und Gaming“. Ein Wahlfach eSports gibt es deswegen aber noch nicht.

Die Euphorie in der Schweizer Medienlandschaft war gross: Ein Wahlfach „E-Sports und Gaming“ soll künftig an Schweizer Schulen unterrichtet werden, so konnte man es bei verschiedenen News-Outlets lesen.

Grund dafür war die Lancierung eines neuen Lehrmittels des Telekomanbieters Swisscom. Dieses umfasst 8 Module, in denen Schülerinnen und Schüler mehr über die Gaming- und eSports-Industrie erfahren. „Die Lerneinheit haben wir mit einem Pädagogen-Team erarbeitet. Die Inhalte bieten eine Vielzahl an Schnittstellen zum Kompetenz-Raster des Lehrplans21“, so Swisscom-Mediensprecherin Sabrina Hubacher auf Anfrage.

Mit der Initiative „Schulen ans Internet“ engagiere sich die Swisscom für eine vertiefte Medienerziehung. Durch diese Initiative habe man ein „etabliertes Beziehungsnetz zu den Schweizer Schulen“ aufgebaut, welches nun beim Wahlfach „E-Sports und Gaming“ zum Zuge kommen soll. „Auf dieser Basis werden wir das Wahlfach auch bekannt machen.“

Reicht nicht für ein Wahlfach

Schon jetzt sei man mit verschiedenen Schulen im Gespräch, die bei der laufenden Pilotierung des Wahlfaches mitmachen wollen. „Wir gehen davon aus, dass sich viele Schulen für das nächste Schuljahr aktiv mit der Frage auseinandersetzen werden, wie sie das Wahlfach-Angebot aufnehmen können“, sagt Hubacher.

Beim Dachverband der Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH) ist man jedoch noch nicht so zuversichtlich, dass die Thematik in diesem Ausmass in den Klassenzimmern präsent sein wird. Für Beat A. Schwendimann, Leiter Pädagogik beim LCH, ist sicher: „Es ist ein ergiebiges Thema, welches bei den Jugendlichen sicher auf grosses Interesse stossen wird.“ Dass aus dem Lehrmittel aber gleich ein ganzes Wahlfach entstehen könnte, bezweifelt er. „Das Thema eignet sich aber gut für eine Projektwoche oder als fachübergreifendes Thema.“

Des Weiteren sei es auch nicht so, dass die Thematik bisher an Schweizer Schulen totgeschwiegen wird. Im Modul „Medien und Informatik“, Teil des Lehrplan 21, würden solche Aspekte bereits behandelt werden. „Es ist daher den einzelnen Schulen und Lehrpersonen überlassen, ob und wie sie dieses Thema aufgreifen wollen.“

Dass „E-Sports und Gaming“ künftig keinen festen Platz im Curriculum erhält, dessen ist man sich auch bei der Swisscom bewusst. Jugendmedienschutz-Beauftragter und Leiter „Schulen ans Internet“ Michael in Albon meint abschliessend: „Es wäre unverhältnismässig, Gaming als ein eigenständiges Schulfach zu etablieren. Die Schulen haben bereits heute unendlich viele Themen und Aspekte zu vermitteln, als dass es Platz für ein weiteres Thema hätte. Darum haben wir den Weg gewählt, das Thema als Wahlfach aufzubereiten.“

Nathan Leuenberger

Projektleiter

Schon mit dem ersten Gameboy, den er von seinem Vater "auslieh", begann Nathans Faszination für die Welt der Polygone, Bits und Pixel. Noch heute sind Games seine grösste Leidenschaft und haben mit der Entwicklung im Bereich eSports eine völlig neue Bedeutung bekommen.

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