Year in Review – Rainbow Six: Siege schleicht in die Schweizer eSports-Szene

Rainbow Six: Siege hat ein bewegtes Jahr hinter sich. Der eSports-Titel von Ubisoft nimmt langsam Fahrt auf.

Schon zur Veröffentlichung vor drei Jahren wurde das einzigarte Gameplay von Rainbow Six Siege gelobpreist und als die Zukunft des Online-Shooters betitelt. Mit einer noch nie dagewesenen strategischen Tiefe durch die Zerstörbarkeit von Wänden und Böden und dem Operator Konzept hat das Spiel sehr schnell eine treue Community gefunden. Einzig Balancing-Probleme und Bugs waren am Anfang noch überall anzufinden. Inzwischen wurden diese behoben und ein Ubisofts eSports Programm geschaffen. Heute ist Siege ein rundes Videospiel, das viel zu bieten hat. Nicht nur das, heute ist es vor allem eines: ein eSports-Titel.

Das hat inzwischen auch die Schweizer Szene erkannt. Anfangs Jahr organisierte die SESL einen ersten R6 Siege Cup, im Sommer folgte dann auch gleich das King of Switzerland-Turnier, in Zusammenarbeit mit ASUS, welches das Spiel nochmals ins Gedächtnis der Spieler brachte. Das Highlight der Schweizer Siege-Szene war, als an der Zürich Game Show zusammen mit Ubisoft die Six Mountain Masters durchgeführt wurden – das erste grosse Offline-Turnier in der Schweiz. Für einige enttäuschend: Statt auf dem PC wurde das Turnier auf der Playstation ausgetragen.

 

Weiter ging es für die Schweizer R6-Community an der Switzerlan, als ein Side-Tournament durchgeführt wurde, bei dem es immerhin 500 Franken für den ersten Platz gab – plus ein paar Keyboards obendrauf.

In der kleinen Schweiz hat der Titel von Ubisoft keinen leichten Stand. Obwohl es sich durch sein taktisches Vorgehen und die verschiedenen Operator von anderen Shootern abhebt, ist der eSports-Markt zurzeit gut mit Shootern besetzt. CS:GO, Overwatch und Fortnite sind die grossen Player zurzeit. Erstere haben beide eine eigene Liga in der SESL, für Fortnite werden regelmässig Cups und Turniere ausgetragen – und es ist halt einfach Fortnite. Sich da noch zusätzlich zu etablieren, wird schwierig, aber Ubisoft scheint vieles daran zu setzen, Rainbow Six auch bei uns stärker zu etablieren.

Grosse Entwicklung im Anmarsch?

Denn schaut man ein wenig über den Tellerrand hinaus, sieht es schon ein wenig anders aus. Rainbow Six: Siege ist fester Bestandteil der ESL mit einer regelmässigen Pro League, Challenger League und zahlreichen wöchentlichen Cups weltweit.. Dazu kommen das jährlich grösste Turnier, das «Six Invitational» in Montreal, dem Hometown of Siege,  und weitere Major-Turniere. Beinahe alle wichtigen Organisationen haben inzwischen ein eigenes Rainbow Six Siege Roster unter Vertrag.

Dieses Jahr stieg zum Beispiel auch G2 ein, in dem sie das aktuell erfolgreichste Roster der Welt von Penta Sports übernahmen. Der Transfer wurde kurz vor dem Six Major in Paris vollzogen. Mit Erfolg: G2 räumte in Frankreich direkt ab und sackte 150’000 Dollar Preisgeld ein. Für die Organisation, mit Hauptsitz in Berlin, hat sich die Akquisition des Teams definitiv rentiert. Auch für den Rest der Szene kann das einen schönen Effekt haben: G2 ist ein geläufiger Name, der auch vielen Gamern etwas sagt, die ansonsten nicht viel mit eSports am Hut haben, vor allem im League of Legends-Bereich. Ist das Team erfolgreich, kann das grosse Wellen schlagen.

Das Six Invitational 2019 ist übrigens schon sehr nahe: Vom 11. Bis 17. Februar 2019 werden sich die besten Teams der Welt in Montreal treffen. Im Gegensatz zum Six Invitational 2018 werden nicht „nur“ 500’000 Dollar im Preispool sein, sondern gleich doppelt so viel – 1 Million Dollar. Definitiv ein Bekenntnis von Ubisoft zum R6-eSport.

Auch bei uns in der Schweiz sind inzwischen kleine Signale auszumachen, dass Rainbow Six: Siege wieder an Bedeutung gewinnen könnte. Denn vom 3.-6. Januar 2019 ist am EEvent 12 in St. Gallen ist nicht nur ein Side-, sondern gleich ein Hauptturnier angekündigt. Und wer weiss, was nächstes Jahr noch alles für den Titel geplant ist.

Nathan Leuenberger

Projektleiter & Redaktionsleiter

Schon mit dem ersten Gameboy, den er von seinem Vater "auslieh", begann Nathans Faszination für die Welt der Polygone, Bits und Pixel. Noch heute sind Games seine grösste Leidenschaft und haben mit der Entwicklung im Bereich eSports eine völlig neue Bedeutung bekommen.

Mehr von Nathan Leuenberger
News melden
Follow Us
Stay in the game!

Abonniere jetzt unseren Newsletter

Follow Us
eSports.ch